Ascom im Halbjahr mit massivem Einbruch auf Gewinnstufe

Fritz Mumenthaler

Ascom-CEO Fritz Mumenthaler.

Bern – Der Technologiekonzern Ascom hat ein schwieriges erstes Halbjahr hinter sich. Vor allem in der Sparte Network Testing hat sich die anhaltende Nachfrageschwäche in den Zahlen niedergeschlagen. Turnaroundbemühungen sind hier implementiert. Anders verläuft das Geschäft in der Sparte Wireless Solutions, wo das Unternehmen eine Margensteigerung erzielte. Für 2012 zeigt sich Ascom vorsichtig.

Die Gruppe hat im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 213,4 Mio CHF erzielt und damit gleich viel umgesetzt wie im ersten Semester des Vorjahres. Der Auftragseingang sank hingegen um 6,3% auf 217,4 Mio, wie der Technologiekonzern am Mittwoch mitteilte. Der EBITDA auf Gruppenstufe beläuft sich auf 10,7 Mio CHF (-62%) bei einer EBITDA-Marge von noch 5,0% (VJ 13,0%). Der EBIT fiel um satte 98% auf 0,4 Mio. Auf Stufe Reingewinn schloss Ascom das erste Halbjahr mit einem Plus von 2,6 Mio ab – im vergangenen Jahr hatte noch ein Überschuss von 9,0 Mio resultiert. Mit den vorgelegten Zahlen hat Ascom die Erwartungen der Analysten beim Umsatz leicht übertroffen, Ergebnis-Schätzungen waren keine vorhanden.

Liquidität ist genug vorhanden: Per Ende Juni hatte der Konzern 55,3 Mio CHF flüssige Mittel und eine Eigenkapitalquote von rund 40%. Eine Kapitalerhöhung sei deswegen nicht geplant.

Wireless Solutions auf Kurs
Die Division Wireless Solutions steigerte den Umsatz in Lokalwährungen um 9,7% und in Schweizer Franken um 6,9% auf 141,5 Mio CHF. Die Sparte trägt rund zwei Drittel zum Umsatz der Gruppe bei. Mit rund 1’250 Mitarbeitenden strebt die Division die internationale Marktführerschaft für Mission-Critical Communication im globalen Healthcare-Markt an. Dabei seien auch kleinere Akquisitionen im Bereich Healthcare Communication möglich, wie es heisst. «Hervorragend» entwickelt sich laut Mitteilung der US-Markt. Die Übernahme des GE Healthcare Nurse Call Business gegen Ende des Semesters werde in Kombination mit dem bestehenden Angebot an mobilen Kommunikationslösungen das Wachstumspotenzial weiter stärken.

Die Division verzeichnete einen EBITDA von 21,1 Mio nach 17,8 Mio CHF im Vorjahr bei einer EBITDA-Marge von 14,9% gegenüber 13,4% ein Jahr zuvor.

Network Testing bnötigt Remedur
Die Division Network Testing erlitt einen Umsatzrückgang von knapp 14% auf 60,8 Mio CHF im Vorjahr. Auf EBITDA-Stufe verzeichnete der Unternehmensteil einen Verlust von 11,8 Mio CHF. Darin enthalten ist ein Restrukturierungsaufwand von 8,8 Mio CHF. Die Restrukturierung hatte zunächst zum Ziel die Fixkostenbasis um 15 Mio CHF zu senken, werde jetzt aber auf 20 Mio CHF ausgeweitet. Die gesamten Kosteneinsparungen sollen ab 2013 wirksam werden.

Die Massnahmen sind laut Ascom wegen Branchengegebenheiten im Telekommarkt erfolgt: Die Telekomanbieter hätten gegen Ende 2011 ihre Betriebsausgaben und Investitionen gesenkt und den Markteinführung der LTE-Technologie (4G) aufgeschoben.

Margenziel für 2013 bestätigt
Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2012 rechnet die Gruppe mit einem anhaltend instabilen Wirtschaftsumfeld. Trotzdem erwartet der Konzern auf Gruppenstufe ein gewisses Umsatzwachstum für das Gesamtjahr 2012. Für die Sparte Network Testing rechnet Ascom mit einer Belebung der Nachfrage in Amerika und einigen «aussichtsreichen Opportunitäten» in China im zweiten Halbjahr.

Der Konzerngewinn werde indes in diesem Jahr angesichts zusätzlichen Restrukturierungsaufwands und dem für Network Testing schwierigen Marktumfeld tiefer als im Vorjahr ausfallen, hiess es weiter. Ascom hat zudem für 2013 das Ziel einer EBITDA-Marge von 14 bis 15% für die gesamte Gruppe bestätigt.

Die Ascom-Titel erodieren bis um 13.30 Uhr um 1,8% auf 7,15 CHF. Der SPI-Gesamtmarkt sinkt derweil um 0,48%. (awp/mc/upd/ps)

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