Atomausstiegsinitiative: Wirtschaft warnt vor höheren Strompreisen

Jean-François Rime
Gewerbeverbandspräsident und Nationalrat Jean-François Rime (SVP/FR).

Eine Stellungnahme des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv:

Bern – Die Atomausstiegsinitiative will fast 40 Prozent der Schweizer Stromproduktion jäh und über­stürzt abschneiden. Dies wird die Karten auf dem Strommarkt neu mischen. Die heute niedri­gen Preise für Strom sind für unsere Wirtschaft, für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Firmen und für den Erhalt von Arbeitsplätzen sehr wichtig. Doch wenn wir selbstverschuldet eine Stromlücke provozieren, werden die Preise für die Energie sprunghaft ansteigen. Der Preis der radikalen Initiative wird über Schäden nach Stromausfällen und über die Vernichtung von In­vestitionen weiter in die Höhe getrieben.

„Der überstürzte Ausstieg aus der Atomenergie lässt die Strompreise explodieren“, warnt sgv-Präsi­dent und Unternehmer Jean-François Rime. „Der überhastete Zwangswechsel in der Produktionstech­nologie verteuert den Strom. Die Überforderung des Netzes verteuert den Strom. Und die selbstver­schuldete Knappheitssituation verteuert den Strom. Diese Kostentreiber lassen sich nicht wegdiskutie­ren. Ich schliesse eine Verdoppelung der Strompreise nicht aus“, so Rime.

„Die Auswirkungen wären insbesondere für die energieintensiven Branchen besonders schädlich“, sagt Frank R. Ruepp, Vorsitzender der Gruppenleitung der vonRoll infratec ag und Präsident der IG Energieintensive Branchen. „Bereits heute müssen sich insbesondere die exportorientierten Branchen aufgrund der Frankenstärke enorme Kostensparmassnahmen verschreiben, um international konkur­renzfähig zu bleiben. Wenn wir „hausgemacht“ diesen Branchen einen weiteren Kostenschub durch explodierende Energiepreise zumuten, werden hier zahlreiche Firmen in ihrer Existenz bedroht.“

Dass die Strompreise ansteigen werden, ist auch für Silvan Hotz, Präsident des Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verbandes SBC klar. „Heute sind die Strompreise tief. Das ist für uns wich­tig. Noch vor wenigen Jahren kostete Strom viel mehr. Es liegt auf der Hand, dass die Preise nach ei­ner künstlich herbeigeführten Verknappung einen Sprung nach oben machen werden. Wir dürfen uns doch nicht derart verantwortungslos selber schwächen.“

Doch die Preisexplosion ist nicht die einzige Negativkonsequenz des überstürzten Ausstiegs. „Die Wirtschaft ist auf eine zuverlässige elektronische Kommunikation angewiesen, doch die Datenflüsse können nur mit einer stabilen und leistungsfähigen Stromversorgung sichergestellt werden. Ausfälle in der Informatik führen zu Folgeschäden in Millionenhöhe. Dieser Hauruck-Ausstieg ist schädlich für den bislang innovativen Wirtschaftsstandort Schweiz und torpediert die Bemühungen, bei der Digitali­sierung eine führende Rolle einzunehmen“, sagt IT-Unternehmer und SVP-Nationalrat Franz Grüter. (sgv/mc/ps)

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