Aussenhandel Februar: Gegensätzliche Vorzeichen

Bern – Im Februar nahmen die Exporte leicht zu, die Importe dagegen leicht ab. Allerdings zählte der Berichtsmonat einen Arbeitstag mehr als der Februar 2011; bereinigt resultierte in beiden Richtungen ein deutliches Minus. Die Handelbilanz schloss mit einem Überschuss von 2,7 Mrd. Fr., wie die Eidg, Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteilt.

Auch im Februar zeigte sich die Entwicklung nach Branchen auffallend gegensätzlich: Während die Uhrenindustrie mit einem Fünftel Mehrumsatz (+ 270 Mio. Fr.) weiterhin den anderen Exportzweigen davon eilte, brach der Absatz der Papier- und Grafischen Industrie innert Jahresfrist um 15 % ein. Bei Letztgenannter war dies bereits der neunte Monat in Folge mit einem zweistelligen Minus.

Neben der Uhrenindustrie vermochten nur noch 2 weitere Branchen ihren Auslandabsatz zu steigern, wenn auch mit je + 2 % eher moderat. Innerhalb der Chemischen Industrie war das Plus allerdings nur durch die Mehrverkäufe von Medikamenten (+ 9 %) und Immunologischen Produkten (+ 1 %) getragen. Die Exporte in den übrigen Sparten sanken dagegen, besonders deutlich jene von Farbkörpern (- 22 %). Bei der Nahrungs- und Genussmittelindustrie stiegen einzig die Lieferungen von Tabakfabrikaten (+ 12 %) und Käse (+ 6 %).

Textilmaschinen-Exporte brechen um 30% ein
Um 5 % verminderten sich die Lieferungen der Metallindustrie (Eisen und Stahl – 18 %, Aluminium – 11 %). Gleich um einen Siebtel gingen die Exporte der Maschinen- und Elektronikindustrie zurück. Nahezu alle Subgruppen wiesen dabei ein Minus aus. Namentlich die Lieferungen von Textilmaschinen sackten um 30 % ab. Ferner reduzierten sich die Ausfuhren von Pumpen und Kompressoren (- 16 %) sowie von elektrischen und elektronischen Artikeln (- 13 %) deutlich.

Asien und Amerika gleichen Minus in Europa aus

Die Exportentwicklung nach Kontinenten war zweigeteilt. Mehr ausgeführt wurde nach Nordamerika (+ 11 %; USA: + 18 %) und Lateinamerika (+ 7 %; Mexiko: + 44 %) sowie Asien (+ 6 %). Bei Letztgenanntem stachen die Ausfuhren nach Saudi-Arabien (+ 100 %), Katar (+ 67 %) und Hongkong (+ 59 %) heraus. Hingegen sanken die Lieferungen nach Indien (- 32 %), Japan (- 12 %) und China (- 1 %).

Die Exporte nach Afrika gingen um 19 % zurück und jene nach Ozeanien um 5 %. Auf dem Hauptmarkt, Europa, sanken die Verkäufe um insgesamt 2 %. Stark belastend waren hier die Absatzrückgänge in Griechenland (- 37 %), Rumänien (- 34 %), in der Türkei (- 25 %), Irland (- 24 %), Schweden (- 16 %), Italien (- 14 %) und Österreich (- 13 %). Dagegen stiegen die Lieferungen nach Deutschland um 5 %, die ins Vereinigte Königreich um 20 % und jene nach Norwegen um 56 %.

Importe: Rückläufige Nachfrage nach Rohstoffen und Halbfabrikaten
Durchzogen verlief die Importentwicklung nach den Verwendungszweckgruppen. So ging die Nachfrage nach Rohstoffen und Halbfabrikaten um einen Zehntel zurück, während jene nach Energieträgern – vor allem preisbedingt – um einen Sechstel wuchsen. Im Gegensatz zur Letzteren wiesen die übrigen 3 Hauptgruppen rückläufige Preise auf. Bei den Rohstoffen und Halbfabrikaten schrieben fast alle Sparten ein Minus. Je um einen Siebtel sanken die Einfuhren von Papier, Chemikalien (- 127 Mio. Fr.) und Metallen (- 119 Mio. Fr.). Dagegen stiegen die Importe von Uhrenteilen um einen Fünftel.

Glitzernde Bijouterie schönt Konsumgüterimporte
Die Einfuhren von Investitionsgütern reduzierten sich insgesamt um 5 %. Das Minus traf eine breite Güterpalette. Besonders deutlich sanken die Bezüge von Fabrikationsmaschinen (- 14 %), Informatik und Büromaschinen (- 11 %) sowie Baubedarfswaren (- 10 %). Die Konsumgüter hielten sich dank den Mehrimporten bei den Bijouterie- und Juwelierwaren (+ 31 %; + 170 Mio. Fr.), Personenautos (+ 9 %; Stück: + 8 %) sowie den Nahrungs- und Genussmitteln (+ 2 %) insgesamt im Plus. Rückläufig waren hingegen u.a. die Einfuhren von Unterhaltungselektronik sowie – durch Sortimentsverschiebungen bedingt – jene von Arzneiwaren (- 9 %; – 165 Mio. Fr.).

Einfuhren aus Singapur klettern um 127%
£Während die Importe aus Europa (EU: – 7 %) und Lateinamerika (- 2 %) rückläufig waren, expandierten jene aus den übrigen Kontinenten zum grössten Teil deutlich. In der EU dominierten indes klar die Minuszeichen; deutlich weniger Einfuhren kamen namentlich aus Irland (- 23 %), den Niederlanden (- 19 %), Österreich (- 15 %) und Deutschland (- 10 %). Um rund je 28 % weiteten sich insgesamt die Einfuhren aus Afrika (Libyen: + 187 %), Asien und Nordamerika (USA: + 27 %) aus. Markant war der Anstieg in Asien bei Singapur (+ 140 %), Hongkong (+ 86 %) und China (+ 72 %).

Konjunkturelle Entwicklung
Im Februar 2012 betrugen die Exporte 16,7 Mrd. Fr. Saisonbereinigt stiegen die Ausfuhren nominal nur minim (+ 0,5 %), real hingegen legten sie mit + 9,2 % kräftig zu. Der seit dem August 2011 registrierte leichte Aufwärtstrend setzte sich damit im Berichtsmonat fort. Die Preise der exportierten Güter blieben insgesamt unverändert. Ohne die Preisentwicklung in der Pharmasparte resultierte ein Preisanstieg um 1,2 %. Die Importe beliefen sich auf 14,0 Mrd. Fr. Nach kräftigen Plus im Dezember 2011 und im Januar 2012 brachen die Einfuhren im Februar saisonbereinigt um 13,9 % (real – 12,3 %) ein. Durch den kräftigen Rückgang lässt sich derzeit kein klarer Trend erkennen. Die Preise der eingeführten Waren sanken um 2,1 %. Ohne die Pharmazeutika blieben die Importpreise nahezu unverändert (+ 0,2 %). (EZV/mc/ps)

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