Autoneum mit Reingewinn von 2,3 Mio Franken

Martin Hirzel
Autoneum-CEO Martin Hirzel. (Foto: Autoneum)

Autoneum-CEO Martin Hirzel. (Foto: Autoneum)

Winterthur – Der Automobilzulieferer Autoneum legt erstmals seit der Abspaltung vom Textilkonzern Rieter vor knapp einem Jahr ein eigenes Jahresergebnis vor. Das Unternehmen ist wie angekündigt auf Stufe Reinergebnis in die Gewinnzone zurückgekehrt, allerdings lediglich knapp. Entsprechend tief ist auch weiterhin die operative Marge. Belastet wurde das Ergebnis einerseits vom starken Franken, andererseits von verschiedenen Naturkatastrophen. Auf die Ausschüttung einer Dividende wird verzichtet, ebenso auf einen konkreten Ausblick für 2012.

Der EBIT stieg im Geschäftsjahr 2011 um gut 56% auf 34,9 Mio CHF, entsprechend einer EBIT-Marge von 2,1%. Drei von vier Business Groups, wie Autoneum die verschiedenen Regionen nennt, hätten ein positives operatives Ergebnis erzielt, einzig Europa war negativ. Hier sei aber das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert worden. Das Reinergebnis war mit +2,3 Mio knapp positiv, nach einem Verlust von 41,3 Mio im Vorjahr, wie Autoneum am Dienstag mitteilte. Auf die Ausschüttung einer Dividende wird verzichtet.

Der verbesserte Reingewinn wird mit dem höheren EBIT sowie einem besseren Finanzergebnis begründet. Das Finanzergebnis habe vor allem von der tieferen durchschnittlichen Verschuldung sowie von anhaltend tiefen Zinsniveau profitiert. Die ungleiche Verteilung der Ergebnisse auf die Einheiten beeinträchtige aber weiterhin den Steueraufwand. Bereits im Februar wurde der Umsatz bekanntgegeben. Er stieg minim um 0,4% auf 1,72 Mrd CHF, wobei sich in Lokalwährungen ein stattliches Plus von 15% ergab.

Naturkatastrophen als Belastung
Der Start in die Selbständigkeit sei «erfolgreich» bewältigt worden, das Unternehmen geniesse das Vertrauen der weltweiten Automobilhersteller, heisst es in der heutigen Mitteilung. Die Geschäftsdynamik sei allerdings durch verschiedene Ereignisse, welche nicht im Einflussbereich des Unternehmens gelegen hätten, gebremst worden. Neben dem starken Franken nennt die Gruppe das Erdbeben in Japan, die Überschwemmung des grössten Autoneum-Werks in den USA sowie die Flutkatastrophe in Thailand.

Aufgrund der Währungsturbulenzen sowie der erwähnten Naturkatastrophen habe die Verbesserung der Ertragslage nicht wie vorgesehen realisiert werden können. Bei der Senkung der Personal- und sonstigen Betriebskosten seien jedoch deutliche Fortschritte erreicht worden. Dazu hätten das strikte Kostenmanagement, Produktivitätssteigerungen sowie Produktionsverlagerungen an kostengünstigere Standorte massgeblich beigetragen.

Finanzierung stabil
Es sei allerdings nicht gelungen, die weiterhin hohen Rohmaterialpreise vollumfänglich an die Kunden weiterzugeben. Unter dem Stichwort «Operational Excellence» werde weiter an der Verbesserung der Effizienz gearbeitet, vor allem in Europa. Die Finanzierungsstruktur bezeichnet das Unternehmen als stabil. Die Eigenkapitalquote inklusive nachrangiger Darlehen habe sich gegenüber dem Vorjahr auf 31,1% verbessert. Die flüssigen Mittel haben sich per Ende Jahr auf rund 65 Mio CHF knapp halbiert, während die Nettoverschuldung auf knapp 155 Mio im Vorjahresvergleich leicht angestiegen ist. Die langfristige Finanzierung sei sichergestellt.

Vager Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2012 macht das Unternehmen keine konkrete Prognose. Die Unsicherheiten an den Finanzmärkten und die unklaren Konjunktursignale würden eine Prognose zur weltweiten Automobilproduktion im laufenden Jahr erschweren. Dabei würden die Marktaussichten für Asien und Nordamerika gegenwärtig optimistischer eingeschätzt als für andere Regionen. Dank bedeutender neuer Kundenaufträge seien aus heutiger Sicht die Chancen für Autoneum intakt, beim Umsatz in Lokalwährungen die Marktentwicklung erneut zu übertreffen.

Mit der Weiterführung der Verbesserungsmassnahmen und dem Fokus auf Kostenreduktion und Liquidität werde namentlich in Europa die Verbesserung des operativen Resultats angestrebt. Damit soll Autoneum ein weiterer Schritt zur Erreichung der mittelfristigen finanziellen Zielsetzungen gemacht werden. Autoneum will die Aktivitäten in China schrittweise weiter ausbauen, nachdem auch im Jahr 2011 in Shenyang ein neues Werk eröffnet wurde, das mittlerweile fünfte von Autoneum in China, nebst einem Entwicklungszentrum. In Asien biete sich weiterhin das grösste Wachstumspotential. (awp/mc/pg)

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