Autoneum rutscht in die roten Zahlen

Autoneum rutscht in die roten Zahlen
Martin Hirzel, ehemaliger Autoneum-CEO. (Foto: Autoneum)

Winterthur – Der Autozulieferer Autoneum ist im ersten Halbjahr wie erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Der Grund sind gravierende Probleme in Nordamerika. Es gebe dort jedoch Fortschritte, wurde versichert.

Unter dem Strich steht ein Fehlbetrag von 6,0 Millionen Franken, wie das Winterthurer Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das Minus ist keine Überraschung, weil Autoneum schon im März ein solches angekündigt hatte. Im Vorjahr hatte noch ein Gewinn von 60,1 Millionen resultiert.

Das Unternehmen kämpft bekanntlich mit Problemen in zwei US-Werken, wo Produktionsanläufe fehlschlugen. Die Region Nordamerika schrieb deswegen beim operativen Ergebnis (EBIT) einen Fehlbetrag von 33,1 Millionen. Die anderen drei Konzernregionen waren profitabel, wenn auch zum Teil nicht mehr im gleichen Ausmass wie im Vorjahr. Insgesamt ging der Konzern-EBIT massiv auf 16,4 Millionen zurück (VJ 86,4 Mio).

Die Anfang Jahr initiierten Restrukturierungsmassnahmen in den USA zeigten die erwartete Wirkung, wurde betont. So sei die die Lieferfähigkeit in beiden Werken wiederhergestellt worden, was ein „wesentliches Ziel“ gewesen sei. Die Situation bleibe jedoch „äusserst herausfordernd“.

Umsatz besser als Markt
Ein Lichtblick war die Umsatzentwicklung. Er blieb mit 1,16 Milliarden Franken auf Vorjahreshöhe (-0,3%). Organisch resultiere sogar ein Wachstum von 1,9 Prozent. Dies sei trotz einem deutlichen Rückgang der globalen Fahrzeugproduktion gelungen, wurde betont.

In allen vier Konzernregionen sei der Markt übertroffen worden. Auch in der „Problemregion“ Nordamerika (organisches Wachstum: 4,1%). In Europa ging der Umsatz allerdings wegen stark gesunkener Produktionsvolumen der Autohersteller organisch um 3,6 Prozent zurück.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Autoneum die Erwartungen der Analysten beim EBIT übertroffen und beim Gewinn verfehlt. Diese hatten im Schnitt (AWP-Konsensus) mit einem Umsatz von 1,15 Milliarden, einem EBIT von 11,9 Millionen und einem Verlust von 0,8 Millionen gerechnet.

Ausblick konkretisiert
Der Ausblick auf das Gesamtjahr wird ausserdem konkretisiert. So wird nun auch im zweiten Halbjahr ein leichtes organisches Umsatzwachstum erwartet – trotz dem „anspruchsvollen Umfeld“. Dank einer Stabilisierung des Nordamerikageschäfts werde zudem ein verbessertes operatives Konzernergebnis im zweiten Semester erwartet.

Für 2020 wird – wie bis anhin – eine substanzielle Ergebnissteigerung und für 2021 wieder ein gesundes Profitabilitätsniveau angepeilt. (awp/mc/ps)

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