Bachem 2015 mit Rekordumsatz

Thomas Früh
Bachem-CEO Thomas Früh. (Foto: Bachem)

Bachem-CEO Thomas Früh. (Foto: Bachem)

Bubendorf – Das Biochemie-Unternehmen Bachem bleibt auf Wachstumskurs. Die Baselbieter haben im Geschäftsjahr 2015 einen rekordhohen Umsatz geschrieben, der Gewinn hielt aber wegen Sondereffekten nicht ganz Schritt. Das Unternehmen rechnet mit weiterem Umsatz- und Gewinnwachstum, die Börse dankt es mit Kursgewinnen.

Die Verkäufe stiegen um 13,4% auf 208,6 Mio CHF; in Lokalwährung hätte ein nur geringfügig höheres Plus von 13,8% resultiert. Die per Ende März 2015 übernommene American Peptide Company (APC) steuerte rund 7 Mio USD bei, erklärte Finanzchef Stephan Schindler am Freitag vor den Medien.

Die noch defizitäre APC schmälerte den EBIT im Gegenzug um 0,9 Mio USD. Die Amerikaner werden ab diesem Jahr einen positiven Gewinnbeitrag liefern, erklärte Finanzchef Schindler am Freitag vor den Medien. Weil zudem im Vorjahr noch ein Gewinn von 2,0 Mio CHF aus dem Verkauf der Immunologie-Produktlinie mit eingerechnet war, nahm der operative Gewinn auf Stufe EBIT insgesamt „nur“ um 7,3% auf 38,5 Mio CHF zu.

Die EBIT-Marge lag in der Folge mit 18,5% um einen Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Den Verkaufsgewinn ausgerechnet wäre die Marge indes um 0,1 Prozentpunkte und der absolute EBIT-Wert um 13,5% gestiegen. Unter dem Strich verblieb ein um 9,5% höherer Reingewinn von 31,8 Mio CHF. Der Generalversammlung wird eine um 25 Rappen erhöhte Dividende von 2,25 CHF je Aktie vorgeschlagen.

Wettbewerbsfähigk dank Qualität
Durch stete Evaluation und Implementierung neuer Technologien, Effizienzsteigerungen und eine kontinuierliche Erhöhung des Automatisierungsgrades bleibt das stark in Bubendorf verankerte Unternehmen wettbewerbsfähig, erklärte Konzernchef Thomas Früh.

Zudem habe sich die Wettbewerbssituation im Vergleich zum Vorjahr etwas abgeschwächt, so Früh. Denn die FDA überwache chinesische und indische Produzenten heute strenger. „Diese Entwicklung kommt uns entgegen“, meint Technologiechef Günther Loidl. Denn Bachem stehe für hohe Qualität. „Grosse Pharmakonzerne konzentrieren sich aus Qualitätsgründen wieder deutlich stärker auf Europa und die USA“, so Loidl.

Rückbesinnung aufs Kerngeschäft
Bachem hat sich vor drei Jahren auf sein Kerngeschäft mit Peptiden rückbesonnen, die Fokussierung trägt nun Früchte. Für das künftige Wachstum bei Bachen steht heute das prall gefüllte Projektportfolio an Wirkstoffen mit 241 Projekten in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Aktuell befinden sich sieben Projekte in der Phase III und 43 in der Phase II der klinischen Erprobung.

Marketingchef José de Chastonay geht davon aus, dass drei bis vier Produkte der Kunden dieses Jahr eine Marktzulassung erhalten werden. „Die Zulassungen werden kommen, das wissen wir“, versicherte er. Die Investitionen würden daher in den kommenden Jahren wieder etwas steigen, denn der Ausbau der Produktionskapazitäten habe Priorität.

„Wir werden den Wert von 2015 in diesem Jahr sicher toppen“, erklärte Finanzchef Schindler. Einen genauen Betrag könne er jedoch nicht nennen, weil sich das nicht immer bis ins Detail planen lasse. „Wir hatten beispielsweise letztes Jahr auch höhere Investitionen geplant als die dann getätigten 25 Mio CHF“, fügte er an. Die Ausbaupläne hingen jedoch nicht von einzelnen Marktzulassungen ab, denn Bachem investiere vor allem in Multifunktionsanlagen, versicherte der CFO.

Und Bachem steht weiterhin zum Standort Schweiz. Das Unternehmen hat vergangenes Jahr 93 neue Arbeitsplätze geschaffen – davon 80 in der Schweiz. Inklusive der akquirierten APC zählt Bachem gar 148 Angestellte mehr als vor Jahresfrist. „Wir werden an allen Standorten neue Stellen schaffen“, versprach CEO Früh.

Positiver Ausblick
Bachem hat sich weiteres Umsatzwachstum und eine höhere Profitabilität auf die Fahnen geschrieben. Eine konkretere Prognose für 2016 will das Management aber nicht abgeben – noch nicht. Diese soll im August bei Vorlage der Halbjahreszahlen genannt werden. „Profitabilität geht vor Umsatzwachstum“, erklärte CEO Früh und fügte an: „Das mittelfristige Wachstumsziel von 6-10% in Lokalwährungen pro Jahr kann bestätigt werden.“ (awp/mc/pg)

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