Wenig Anlass für Optimismus – fast 4200 Neuansteckungen mit dem Coronavirus

Patrick Mathys
Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). (Screenshot)

Bern – Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die neue britische Coronavirus-Variante in der Schweiz weit verbreitet ist. Insgesamt bleiben die Fallzahlen jedoch zu hoch. Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) wurden am Dienstag innert 24 Stunden fast 4200 Neuansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet, dies bei einer Positivitätsrate von 13 Prozent. In den Kantonen Glarus, Zug und Appenzell Ausserrhoden werden die Skigebiete wieder geöffnet.

Obwohl die Neuansteckungen während der Festtage zurückgegangen seien, blieben die Zahlen noch zu hoch, sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Es bestehe daher wenig Anlass zu Optimismus. In der Schweiz und in Liechtenstein wurden dem BAG innerhalb von 24 Stunden 4197 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig registrierte das BAG 131 neue Todesfälle und 220 Spitaleinweisungen.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei den PCR-Tests bei 13,7 Prozent und bei den Antigen-Schnelltests bei 10,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner 586,96 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Reproduktionszahl allein nicht verlässlich
Die Reproduktionszahl des Coronavirus, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Schnitt ansteckt, betrug am 19. Dezember 0,81. Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, muss seine Reproduktionszahl (R-Wert) deutlich kleiner als 1 sein. Die wissenschaftliche Covid-19-Taskforce des Bundes rät allerdings davon ab, die Reproduktionszahl für Automatismen bei politischen Entscheidungen hinzuziehen. Die Reproduktionszahl allein sei nicht verlässlich.

Der sogenannte R-Wert werde geschätzt, sei kompliziert und ungenau, sagte Martin Ackermann, Präsident der Taskforce, am Dienstag vor den Medien. Mit jedem konkreten Resultat könne der Wert nachträglich präzisiert werden. Für Entscheide sollten gemäss Ackermann verschiedene Faktoren berücksichtigt und Experten angehört werden.

Auch der Bundesrat stützte sich bei seinen verschärften Corona-Massnahmen Mitte Dezember unter anderem auf die Reproduktionszahl. Die Tamedia-Zeitungen hatten berichtet, dass der R-Wert für Anfang Dezember nachträglich zweimal stark nach unten korrigiert worden sei, nämlich von 1,13 auf 1,00. Die epidemiologische Lage war damals in der Schweiz damit deutlich besser als ursprünglich vermutet.

Neue Varianten entdeckt
Bisher wurden in der Schweiz laut Mathys sieben Fälle von neuen Coronavirus-Varianten entdeckt, fünf der britischen Mutation und zwei weitere mit der südafrikanischen Mutation. Diese neuen Varianten traten namentlich in den Kantonen Graubünden und Zürich auf. Am Dienstag wurde ein Fall im Kanton Wallis gemeldet.

Die Kapazitäten der Labore, die die neuen Virus-Varianten analysieren, müssten verstärkt werden, sagte Mathys. Das sei nötig, um besser zu verstehen, welche Varianten zirkulierten und welche Auswirkungen sie auf die Pandemie hätten.

Skigebiete im Kanton Luzern bleiben zu
Nach dem Kanton Schwyz lässt auch der Kanton Luzern die Skipisten vorerst geschlossen. Die Luzerner Regierung beschloss am Dienstag, mit der Erteilung der Bewilligung für den Betrieb von Skigebieten im Kanton, zu denen etwa Sörenberg gehört, vorerst bis am 8. Januar 2021 zuzuwarten. Als Gründe nannte sie die noch immer sehr angespannte epidemiologische Lage und die anhaltende hohe Auslastung in den Spitälern.

Appenzell Ausserrhoden, Glarus, Uri, Ob- und Nidwalden dagegen öffnen die Skigebiete ab Mittwoch wieder. (awp/mc/pg)

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