BAK erhöht BIP-Prognose für 2016 und 2017 leicht

Konjunktur Schweiz

Basel – Die Konjunkturforscher von BAK Basel Economics haben ihre Prognosen für die Schweizer Wirtschaft leicht erhöht. Neu rechnen sie für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 1,0% (zuvor +0,8%) und für 2017 mit +1,7% nach zuvor vorausgesagten +1,5%. Eine durchgreifende Erholung mit Wachstumsraten oberhalb von 2% sei erst im Jahr 2018 zu erwarten. Konkret erwartet die Institution für 2018 ein BIP-Wachstum von 2,2%.

Die Stimmung in der Schweizer Industrie habe sich nach dem verhaltenen Start in das Jahr 2016 deutlich verbessert, stellt BAK Basel am Dienstag fest. Die Unternehmensinvestitionen, welche für einen kräftigen gesamtwirtschaftlichen Aufschwung nötig seien, befänden sich aber durch den vom starken Franken verursachten Margendruck weiter in Wartestellung.

Hinzu komme die Unsicherheit über den Fortgang der bilateralen Verträge sowie einen möglichen Brexit. Trotz der prognostizierten Verbesserungen im globalen Umfeld und der allmählich nachlassenden Anspannung im Franken-Euro-Gefüge gehen die Basler Ökonomen davon aus, dass sich an der verhaltenen Investitionstätigkeit zunächst auch im Jahr 2017 wenig ändern wird.

Starker Franken grösster Brems-Faktor für Investitionen und Arbeitsmarkt
Die Experten sehen den nach wie vor starken Franken als grösstes Hemmnis für Investitionen an. Erst ab dem zweiten Quartal 2017 – sobald das derzeitige Anleihekaufprogramm der EZB ausläuft – rechnet BAK Basel mit einer spürbaren Abwertung des Franken in Richtung 1,14 CHF/EUR. Entsprechend verhalten sind die Prognosen für die Ausrüstungsinvestitionen für 2016 von +2,3% – hierin ist sogar noch ein Sondereffekt durch den Erwerb von Grossraumflugzeugen der SWISS enthalten. Erst 2018 sei mit einer kräftigen Expansion der Ausrüstungsinvestitionen zu rechne (+7,5%).

Auch der Arbeitsmarkt sei vom starken Franken mittlerweile betroffen. Dies zeige sich in der zuletzt schwachen Beschäftigungsentwicklung, so die Ökonomen weiter. Die Erwerbstätigkeit dürfte zwar 2016 um rund 1% steigen, der Anteil der hierbei geschaffenen Vollzeitstellen gehe jedoch zurück. In den nächsten Monaten sei noch mit leichten Zuwächsen bei der Arbeitslosigkeit zu rechnen, die aktuelle Rate von 3,5% werde aber wohl nicht überschritten. Auch 2017 sollte die Arbeitslosenquote auf diesem Stand verharren, bis Ende 2018 soll sie dann auf 3,2% sinken.

Privater Konsum bleibt Stütze
Eine der grössten Stützen für die Schweizer Wirtschaft bleibe nach wie vor der private Konsum. Der starke Anstieg im ersten Quartal sei aber insbesondere Sonderfaktoren wie dem tiefen Ölpreis zu verdanken – hier hätten viele Haushalte ihre Vorräte an Heizöl aufgefüllt. Daher dürfte es im zweiten Quartal gewisse Gegeneffekte geben. Allerdings stärke der Franken weiterhin die Kaufkraft der Konsumenten zusammen mit den tiefen Teuerungsraten und den niedrigen Zinsen. Im weiteren Jahresverlauf sollte die Dynamik aber aufgrund der nicht mehr ganz so starken Nettozuwanderung sowie des geringen Beschäftigungswachstums gebremst werden.

Derweil sei bei den Güterexporten die Trendwende nach der klar rückläufigen Entwicklung im ersten Halbjahr 2015 nun geglückt. Insbesondere habe die robuste Entwicklung im Euroraum gestützt. Allerdings bleibe der Franken auch hier eine Herausforderung. Für 2016 rechnet BAK Basel mit einem Anstieg der Exporte um 6,7%.

Leitzinsen bis 2018 unverändert
An der Zinsfront wird sich aus Sicht der Experten noch lange Zeit nichts ändern. Mit dem zu erwartenden wirtschaftlichen Umfeld gebe es für die Schweizerische Nationalbank (SNB) bis 2018 keine Notwendigkeit für weitere expansive Massnahmen. Allerdings werde sich die Situation beim Franken auch nicht soweit entspannen, dass die SNB ihren Kurs losgelöst von den Entscheiden der EZB bestimmen könne.

Mit Blick auf die Inflation erwartet BAK Basel nur einen moderaten Teuerungsdruck – die Inflation werde trotz Negativzinsen deutlich unter der kritischen Marke von 2% bleiben. Ende 2016 dürften die negativen Teuerungsraten auslaufen. (awp/mc/upd/ps)

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