Barry Callebaut bleibt eine Wachstumsfirma

Barry Callebaut
(Foto: Barry Callebaut)

Zürich – Der weltgrösste Schokolade-Produzent Barry Callebaut (BC) wächst seit vielen Jahren über dem Gesamtmarkt und hat das auch im vergangenen Geschäftsjahr 2018/19 wieder geschafft. Damit das so bleibt, will der Konzern auch in Zukunft in neue Produkte und neue Märkte investieren.

Im vergangenen Geschäftsjahr, das von September bis August gedauert hat, konnte der Zürcher Konzern die Verkaufsmenge um 5,1 Prozent auf 2,14 Millionen Tonnen steigern. Im Schokoladengeschäft allein wuchs BC um 5,9 Prozent, während das Wachstum in der Kakao-Sparte mit 2,4 Prozent etwas geringer war. Insgesamt wuchs BC damit fast drei Mal so schnell wie der globale Schokoladenmarkt, der gemäss Branchenzahlen lediglich um 1,8 Prozent zulegte. Auch in den letzten Jahren übertraf BC das Marktwachstum meist sehr deutlich.

Alle Regionen und die zentralen Wachstumstreiber Outsourcing, Schwellenländer und Gourmet & Spezialitäten hätten zur Dynamik beigetragen, sagte Konzernchef Antoine de Saint-Affrique an der Bilanzmedienkonferenz am Mittwoch in Zürich.

Auch Gewinnzahlen im Plus
Das Volumen wird als wichtiger angeschaut als der Umsatz. Dieser wuchs zwar um 5,2 Prozent auf 7,31 Milliarden Franken, ist aber zu einem guten Teil von der Entwicklung des Kakaopreises abhängig. BC hat bekanntlich mit seinen Kunden, zu denen etwa Nestlé, die britische Cadbury oder der US-Konzern Hershey’s gehören, ein sogenanntes Cost/Plus-Modell, d.h. wenn die Kakaopreise steigen, wird das auf den Verkaufspreis geschlagen.

Die hohen Verkaufsvolumen wirkten sich auch nicht negativ auf den Gewinn aus. Der Betriebsgewinn (Stufe EBIT) war mit 601,2 Millionen um 8,5 Prozent höher. Und unter dem Strich legte der Konzerngewinn um 3,2 Prozent auf 368,7 Millionen Franken zu, wobei der Anstieg ohne die einmaligen Kosten aus einer vorzeitigen Anleihen-Rückzahlung deutlich höher gewesen wäre (+10,4%). Etwas belastet hat der starke Franken, der sich auf den Gewinn in der Berichtswährung negativ auswirkte.

Langfristige Perspektive
Das Management zeigte sich sehr zufrieden mit den Zahlen. CEO de Saint Affrique, der seit gut vier Jahren die Geschicke der Firma führt, betonte vor allem auch die langfristige Perspektive. So sei BC während dieser Zeit in Sachen Volumen durchschnittlich um 4,5 Prozent pro Jahr gewachsen und der Betriebsgewinn habe in dieser Zeit im Lokalwährungen um 13,9 Prozent zugelegt.

„Diese Erfolge bestätigen die Stärke unserer langfristigen Strategie“, sagte er. Von den guten Zahlen sollen auch die Aktionäre profitieren, dies in Form einer um 2 auf 26 Franken erhöhten Dividende.

Der CEO zeigte sich auch im Hinblick auf die nächsten Jahre sehr optimistisch und bestätigte entsprechend seine mittelfristigen Ziele bis und mit Geschäftsjahr 2021/22. Demnach will der Konzern im Durchschnitt ein Verkaufsmengenwachstum von 4 bis 6 Prozent erreichen und den Betriebsgewinn in Lokalwährungen jeweils überdurchschnittlich steigern.

Hohe Investitionen
BC investiert dafür viel Geld. Im letzten Geschäftsjahr etwa wurden rund 280 Millionen in neue Fabriken und Produkte überall auf der Welt gesteckt, im laufenden Geschäftsjahr soll es wieder ähnlich viel sein. „Wir sind eine Wachstums-Gesellschaft und damit das so bleibt, investieren wir in neue Produkte und Märkte“, sagte Finanzchef Remco Steenbergen.

Man sei auch sehr nahe am Markt, was die neuesten Entwicklungen der Branche betreffe, meinte der Konzernchef. So habe man den Trend zu veganen Produkten schon lange antizipiert. Erfolg hat das Unternehmen auch mit seinen Ruby-Produkten, also Produkten aus dem vierten Schokoladentypus (nach schwarzer, weisser und Milchschokolade). Die Produkte seien bereits in über 50 Ländern und in über 75 Marken erhältlich, hiess es.

Zukäufe braucht der Konzern laut dem Firmenchef nicht, um das Wachstumstempo zu halten. Grössere Akquisitionen seien jedenfalls nicht zu erwarten, eher kleinere Ergänzungszukäufe in Bereichen oder Regionen, wo das Geschäft ausgebaut werden soll, sagte der Firmenchef.

Barry Callebaut entstand in den 90er Jahren aus der Fusion des belgischen Schokolade-Herstellers Callebaut mit der französischen Cacao Barry und hat seither seinen Hauptsitz in Zürich. Das Unternehmen wurde 1998 von Klaus Jacobs, der unter anderem auch als Gründer des Zeitarbeitskonzerns Adecco bekannt ist, an die Schweizer Börse gebracht. (awp/mc/pg)

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