Barry Callebaut lässt Corona hinter sich

Barry Callebaut lässt Corona hinter sich
Peter Boone, CEO bei Barry Callebaut. (Foto: Barry Callebaut)

Zürich – Der weltgrösste Schokoladenhersteller Barry Callebaut (BC) hat im per Ende August zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2020/21 die Coronakrise hinter sich gelassen und wieder den Wachstumspfad beschritten. Zwar sind Logistikengpässe und steigende Rohmaterialpreise eine Herausforderung, wie Firmenchef Peter Boone sagte. Doch BC ist überzeugt, auch im aktuellen Jahr weiter zu wachsen.

«Unsere Logistiker haben aktuell einen schweren Job», sagte Boone in einem Gespräch mit Journalisten am Mittwoch. Doch sie seien kreativ und fänden immer einen Weg, um die Ware rechtzeitig auszuliefern, betonte der Chef. Deshalb sei das Weihnachtsgeschäft trotz der aktuellen Lieferkettenproblematik nicht gefährdet.

Auch die wieder steigenden Fallzahlen machen dem Firmenchef keine Angst: «Wir sind in der Pandemie sogar stärker geworden, unter anderem haben wir 3000 neue Kunden gewonnen.» Zwar hoffe man, dass die Pandemie bald vorbei sei. Falls sich die Situation aber wieder verschärfe «wissen wir jetzt, wie wir damit umzugehen haben», so Boone.

Mehr verkauft als im Vorkrisenjahr
BC setzte von September 2020 bis August 2021 total 2,192 Millionen Tonnen Schokolade ab, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus um 4,6 Prozent entspricht. Sogar gegenüber dem Vorkrisenjahr 2018/19 (2,14 Mio Tonnen) ergab sich damit ein Plus von 2,4 Prozent. Der Umsatz stieg damit um 4,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Franken. Das Wachstum habe die zugrunde liegenden Märkte übertroffen und alle Regionen und wichtigsten Wachstumstreiber hätten zu den guten Ergebnissen beigetragen, so Boone.

Vor allem auch das Gourmet- und Spezialitätensegment war im Geschäftsjahr 2020/21 wieder deutlich besser unterwegs und wuchs um 18,3 Prozent. Dieses Geschäft war am stärksten von der Coronakrise getroffen worden.

Auf der Gewinnseite wuchs der EBIT von BC im Vorjahresvergleich um 17,3 Prozent auf 566,7 Millionen. Unter dem Strich resultierte ein um 23,4 Prozent höherer Reingewinn von 384,5 Millionen Franken. Bei diesen beiden Kennzahlen lässt das Vorkrisenniveau allerdings noch etwas auf sich warten.

Steigende Preise abgewälzt
Das hat auch mit höheren Kosten zu tun. «Als global tätiges Unternehmen spüren wir natürlich die steigenden Preise», sagte Boone. Das Gute sei aber, dass man durch das sogenannte «Cost-Plus-Modell» zumindest die Rohmaterialpreise an die Kunden weitergeben könne. «Das macht uns zwar nicht immun gegen Preissteigerungen, schützt uns aber.»

Während die Zuckerpreise sowie die Preise für Milchprodukte im Berichtsjahr stark gestiegen sind, sanken sie bei den Kakaobohnen deutlich. Einerseits war die Nachfrage gedämpft, andererseits gab in den wichtigsten Anbauländern sehr gute Ernten, sodass sich ein beträchtliches Überangebot ergab.

«Wir gehen aber davon aus, dass sich das nun langsam wieder normalisieren dürfte», erklärte Boone. Denn die Nachfrage steige weiter.

Mittelfristiger Ausblick bestätigt
Das Unternehmen bestätigt seinen mittelfristigen Ausblick. Es erwartet ein durchschnittliches jährliches Volumenwachstum zwischen 5 und 7 Prozent bis zum Ende des Geschäftsjahres 2022/23. Der EBIT soll stärker wachsen als das Volumen in Lokalwährungen.

BC schlägt seinen Aktionären eine Dividende in Höhe von 28,00 Franken vor, was laut der Mitteilung einer Ausschüttungsquote von 40 Prozent des Nettogewinns entspricht. Im vergangenen Jahr war die Dividende aufgrund der Auswirkungen der Coronapandemie kurzzeitig auf 22,00 Franken gesunken. (awp/mc/pg)

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