Barry Callebaut Q1: Verkaufsmenge steigt um 2,6%

Schokolade

Zürich – Der weltgrösste Schokoladeproduzent Barry Callebaut (BC) ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2011/12 (per 30.11.) unter seinen Langfristzielen gewachsen, hat aber den Schokoladenmarkt klar übertroffen. Entsprechend hat er seine Ziele für das Gesamtjahr dennoch bestätigt, ausserdem hat er einen neuen langfristigen Outsourcing-Vertrag mit der mexikanischen Grupo Bimbo vermeldet.

Die Verkaufsmenge konnte in der Berichtsperiode um 2,6% auf 362’637 Tonnen gesteigert werden. Der Gruppen-Umsatz betrug derweil 1,27 Mrd CHF (VJ 1,33 Mrd), was einem Minus von 4,1% in CHF bzw. einem Plus von 5,0% in Lokalwährungen entspricht. Barry Callebaut habe damit trotz schwierigen Umfeldes den globalen Markt übertroffen, teilte der Schokoladenhersteller am Dienstag mit. Dieser ist laut Zahlen von Nielsen in der Berichtsperiode um 0,7% geschrumpft. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) knapp getroffen.

Wachstum im Industrie- und im Gourmet-Segment
«Nach einem erwartungsgemäss schwächeren Start in den ersten beiden Monaten des neuen Geschäftsjahres zog das Verkaufsmengenwachstum sowohl im Industrie- als auch im Gourmet-Segment wieder an», wird CEO Jürgen Steinemann in der Mitteilung zitiert.

Starkes Wachstum in Nord- und Südamerika
Die Region Nord- und Südamerika verzeichnete laut Mitteilung ein zweistelliges Wachstum (+18%), während die Region Asien-Pazifik langsamer wuchs (+2,7%) und die Region Europa leichte Einbussen (-0,8%) verzeichnete. Die Produktgruppen Industrielle Produkte sowie Gourmet & Spezialitätenprodukte verbuchten ein Verkaufsmengenwachstum von 4,5% bzw. 3,4%.

Schuldenkrise lastet auf Volumen
In Europa habe die Schuldenkrise das Konsumentenvertrauen getrübt, insbesondere in Südeuropa. In Osteuropa habe sich das kräftige Verkaufsmengenwachstum dagegen fortgesetzt, angetrieben durch das Geschäft in Polen, Russland und den baltischen Staaten. In Nord- und Südamerika sei man in allen regionalen Märkten und in allen Segmenten breit gewachsen, heisst es.

Die Steigerung in Asien-Pazifik ist den Angaben zufolge vor allem den «hervorragenden Ergebnissen» in Indien, Indonesien und Malaysia zu verdanken. Das Wachstum in der Produktgruppe Industrielle Produkte sei dagegen durch die verfügbaren Kapazitäten eingeschränkt gewesen.

Im Geschäftsbereich Globale Beschaffung & Kakao ging die Verkaufsmenge um 4,5% zurück. Sowohl die höhere interne Nachfrage nach Kakaopulver als auch die laufenden Massnahmen zur Kapazitätserhöhung in bestehenden Fabriken, die laut Mitteilung teilweise zu Produktionseinschränkungen führten, hätten bewirkt, dass die Verkäufe an Drittkunden zurückgegangen seien.

Ziele bestätigt
Für den weiteren Ausblick zeigt sich das Unternehmen weiter zuversichtlich und bestätigt entsprechend die mittelfristigen Finanzziele. Demnach will Barry Callebaut jährlich (bis 2012/13) ein Wachstum der Verkaufsmenge von 6–8% und ein mindestens gleich hohes durchschnittliches EBIT-Wachstum in Lokalwährungen erreichen. «Wir haben jüngst einen Anstieg des Wachstums in unseren wichtigsten Märkten beobachtet. Basierend auf unserem laufenden Geschäft und der Umsetzung strategischer Projekte sind wir zuversichtlich, dass wir unsere Finanzziele erreichen werden», so Steinemann in der Mitteilung.

Weiterer Outsourcing-Vertrag
Der Konzern habe in den letzten Monaten verschiedene Projekte abgeschlossen und damit seine strategischen Ziele weiter umgesetzt, heisst es weiter. So wurde etwa ein Joint Venture mit der indonesischen P.T. Comextra Majora abgeschlossen, der Verkauf des europäischen Verbrauchergeschäftes an die Baronie-Gruppe über die Bühne gebracht oder jüngst der spanische Nussproduzent La Morella Nuts gekauft.

Mit den Q1-Zahlen hat BC nun einen weiteren grösseren Outsourcing-Vertrag vermelden können. Er wird die mexikanische Grupo Bimbo jährlich mit bis zu 32’000 Tonnen Schokoladenprodukten für den Binnenmarkt beliefern. Im Zuge dieser Vereinbarung wird BC rund 15 Mio CHF investieren. (awp/mc/pg)

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