Barry Callebaut setzt auf Wachstumsmärkte und Premiumprodukte

Barry Callebaut setzt auf Wachstumsmärkte und Premiumprodukte
Hein Schumacher, CEO-Barry Callebaut. (Foto: BC)

Zürich – Der mit einer Absatzflaute kämpfende Schokoladehersteller Barry Callebaut will mit einer neuen Strategie wieder zu stärkerem Wachstum zurückfinden. Mit dem Aktionsplan «Focus for Growth» richtet der Konzern seine Aktivitäten auf zehn besonders wichtige Märkte und fünf strategische Wachstumsfelder aus. Gleichzeitig sollen die operativen Abläufe verbessert und die Kundenbetreuung gestärkt werden.

Im Zentrum der Strategie des seit Januar amtierenden Konzernchefs Hein Schumacher stehen globale Grosskunden, regionale Lebensmittelhersteller, das Gourmetgeschäft, ausgewählte Spezialitätenprodukte sowie Kakaopulver mit höherer Wertschöpfung. Barry Callebaut will verstärkt auf Premiumsegmente setzen und das Angebot an differenzierten Schokoladen- und Kakaolösungen ausbauen. Besonders in attraktiven Schwellenländern wie Brasilien oder Indonesien sieht das Unternehmen Wachstumspotenzial, wie es am Dienstag mitteilte.

Für die zehn prioritären Märkte kündigt der Konzern gezielte Investitionen in Produktionskapazitäten und Kundenservice an. Ein Schwerpunkt liegt auf Nordamerika. Dort sollen mehrere Standorte ausgebaut werden. Zudem will Barry Callebaut Prozesse vereinfachen, die digitale Steuerung verbessern und die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärken.

Schumacher sprach von einer Neuausrichtung nach einer Phase aussergewöhnlicher Marktverwerfungen. Zunächst gehe es darum, die Grundlagen des Geschäfts zu stabilisieren und die Servicequalität zu verbessern. Danach solle das Wachstum mit margenstärkeren und stärker differenzierten Produkten beschleunigt werden.

Neue Mittelfristziele
Mittelfristig strebt Barry Callebaut ein jährliches Absatzwachstum von 2 bis 4 Prozent, ein Wachstum des wiederkehrenden Betriebsgewinns (EBIT) im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich sowie ein Anstieg des wiederkehrenden Vorsteuergewinns im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an. Zudem peilt der Konzern einen freien Cashflow von 300 bis 400 Millionen Franken und eine Kapitalrendite von 11 bis 13 Prozent an.

Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 hält Barry Callebaut an seinem bisherigen Ausblick fest. Der Absatz soll um 1 bis 3 Prozent sinken, allerdings mit einer Rückkehr zu positivem Wachstum in der zweiten Jahreshälfte. Beim wiederkehrenden EBIT wird weiterhin ein Rückgang im mittleren Zehnprozentbereich erwartet.

Barry Callebaut leidet seit mehreren Quartalen unter den rekordhohen Kakaopreisen, welche die Nachfrage der Kunden bremsen. Gleichzeitig kämpfte der Konzern zuletzt mit Lieferengpässen und operativen Schwierigkeiten. Ex-Unilever-CEO Schumacher steht seit Januar 2026 an der Spitze des Unternehmens und soll nach mehreren schwachen Jahren die Trendwende schaffen. (awp/mc/ps)

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