Barry Callebaut steigert in Q1 die Verkaufsmenge um 8,3%

Jürgen Steinemann

Barry Callebaut-CEO Jürgen Steinemann.

Zürich – Barry Callebaut hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2012/13 (per 30.11.) die Verkaufsvolumen deutlich gesteigert und ist damit klar über dem Marktdurchschnitt gewachsen. Vor allem in Nord- und Südamerika sowie in den aufstrebenden Märkten in Asien wurden grössere Mengen umgesetzt, während der noch immer grösste Markt Europa aufgrund der Wirtschaftskrise etwas zurückblieb.

Die Verkaufsmenge wurde in der Berichtsperiode bzw. von September bis November 2012 um 8,3% auf 388’160 Tonnen gesteigert. Der Gruppen-Umsatz erreichte derweil 1,25 Mrd CHF, was einem Minus von 0,6% in CHF bzw. einem solchen von 1,4% in Lokalwährungen entspricht. Barry hat damit den globalen Schokoladenmarkt, der laut den Zahlen von Nielsen im Berichtszeitraum um 1,1% stieg, deutlich übertroffen, wie der weltgrösste Schokoladeproduzent am Mittwoch mitteilte. Der Umsatzrückgang wird damit begründet, dass die vergleichbaren Verkaufspreise für Kakaozutaten zum Zeitpunkt der Vertragsabschlüsse niedriger waren.

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) aber nicht ganz getroffen. Diese hatten beim Verkaufsvolumen ein Plus von 9,1% (Bandbreite 6,6 bis 12,0%) sowie einen Umsatz von 1,40 Mrd CHF (Bandbreite 1,36 – 1,43) prognostiziert.

Europa klar hinter anderen Kontinenten zurück
Zum Wachstum trugen laut Mitteilung alle Regionen bei. In der Region Europa setzte Barry Callebaut 6,3% mehr ab, wobei die Lust auf Süsses im krisengeschüttelten Südeuropa weiterhin gedämpft war. In Westeuropa trieb die Sparte industrielle Produkte das Wachstum an. Im Gourmetgeschäft wuchsen alle Länder ausser Italien. Ausserhalb Westeuropas lief das Industrie-Geschäft den Angaben zufolge vor allem in Russland, dem Nahen Osten und der Türkei gut.

Zweistelliges Wachstum in Amerika
Auf dem amerikanischen Kontinent erzielte Barry Callebaut ein mengenmässiges Plus von 14,7%, wobei sowohl das Industrie- wie auch das Gourmetgeschäft zweistellig wuchsen. In der für Barry Callebaut noch immer relativ kleinen Region Asien-Pazifik legte das Unternehmen mengenmässig gar um 17,5% zu. Besonders stark wuchsen China, Australien, Malaysia und Südkorea.

Hohe Nachfrage nach Kakaopulver
Das Segment globale Beschaffung und Kakao steigerte die Verkaufsmenge um 2,9%. Das Wachstum sei durch den weiteren Ausbau einiger Fabriken sowie durch die hohe interne Nachfrage nach Kakaopulver beeinflusst worden, was die Verkäufe an Dritte eingeschränkt habe. Der Umsatz ging denn auch um rund 13% zurück. Nach Produktgruppe ergab sich bei den Industriellen Produkten ein Plus von 10,0%, während die Verkaufsmenge bei Gourmet & Spezialitätenprodukten um 5,9% wuchs.

«Wir schnitten trotz des derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfelds in einigen Ländern erneut deutlich besser ab als der Markt», wird CEO Jürgen Steinemann in der Mitteilung zitiert. Die geplante Akquisition der Cocoa Ingredients Division von Petra Foods werde das Wachstum im Bereich Schokolade weiter unterstützen und die Präsenz auf den schnell wachsenden Schwellenmärkten stärken.

Nach Closing gelten die neuen Ziele
Für den weiteren Ausblick ist das Unternehmen denn auch optimistisch. Man werde die verschiedenen angekündigten Projekte, die das Umsatz- und Gewinnwachstum unterstützen, weiter umsetzen, heisst es. CEO Steinemann gibt sich zuversichtlich, dass die mittelfristigen Finanzziele erreicht werden. Wie ein Sprecher gegenüber AWP erklärte, gelten bis zum Abschluss der Petra-Transaktion, die im Sommer erwartet wird, die alten Ziele. Demnach sollen die Volumen bis 2014/15 um durchschnittlich 6-8% pro Jahr zulegen und der EBIT in Lokalwährungen soll mindestens gleich stark wachsen. Die neuen Ziele lauten dann: Durchschnittlicher Anstieg der Verkaufsmenge um 6-8% bis 2015/16 und bis dahin Rückkehr des EBIT pro Tonne auf das Niveau vor der Akquisition. (awp/mc/pg)

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