Barry Callebaut mit süssestem Jahresresultat der Firmengeschichte

Antoine de Saint-Affrique
Antoine de Saint-Affrique, CEO Barry Callebaut. (Foto: BC)

Zürich – Barry Callebaut hat im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende August) das süsseste Resultat erzielt, seit es diesen Schokoladenhersteller gibt. Der Branchenprimus verkaufte so viele Kakao- und Schokoladeprodukte wie noch nie. Gleichzeitig klingelten die Kassen.

„Wir hatten ein fantastisches Jahr“, sagte Konzernchef Antoine de Saint-Affrique am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Der Absatz kletterte um gut 6 Prozent auf 2,04 Millionen Tonnen. Damit habe Barry Callebaut zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 2 Millionen Tonnen geknackt. Erneut habe man das Wachstum des weltweiten Schokolademarkts von 1,8 Prozent markant übertroffen.

„Seit vielen Jahren schlagen wir den globalen Schokoladenmarkt“, sagte Saint-Affrique. Das Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr sei breit abgestützt gewesen. Alle Produktgruppen und Regionen hätten einen starken Beitrag geleistet.

Rosarote Schoggi bringt Marge
Die Tätigkeit des Konzerns mit Sitz in Zürich reicht etwa von der Beschaffung und Verarbeitung von Kakaobohnen bis hin zur Herstellung von Schokoladen, einschliesslich Füllungen, Dekorationen und Schokoladenmischungen. Kunden sind beispielsweise Confiseure oder andere Nahrungsmittelhersteller wie Nestlé oder die Schokoladeproduzenten Cadbury und Hershey’s.

So hatte Barry Callebaut im letzten Herbst nach zehn Jahren Entwicklung die rosa beerig-fruchtige Ruby-Schokolade vorgestellt, die ein wenig ähnlich wie Yogurette schmeckt. Anfang Jahr hat dann Barry-Grosskunde Nestlé die Ruby-Kitkat eingeführt, die deutlich teurer ist als die traditionelle Kitkat.

Das Premiumprodukt Ruby-Schokolade wirft eine höhere Marge ab als herkömmliche Produkte. Neue Kreationen sind auch die vegane Magnum-Glacé oder zuckerarme Schokoriegel. Diese Beispiel zeigen, wie es Barry Callebaut schafft, den Gewinn von Jahr zu Jahr zu steigern.

Neue Rekordgewinne
Im vergangenen Geschäftsjahr erreichten die Gewinne neue Rekorde. So legte der Betriebsgewinn (EBIT) um 20,4 Prozent auf 554 Millionen Franken zu. Allerdings hat der Konzern die Vorjahreszahlen angepasst. Dadurch fielen die Vorjahreszahlen tiefer aus und das Gewinnwachstum höher. Ohne diese Veränderungen wäre der EBIT lediglich um 13,5 Prozent gestiegen.

Unter dem Strich steigerte Barry Callebaut den Reingewinn auf 357,4 Millionen Franken. Das sind 27,1 Prozent mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Ohne die Anpassung hätte es ein Plus von 18 Prozent gegeben.

Der Umsatz, der zu einem guten Teil von der Entwicklung des Kakaopreises abhängt, stieg derweil lediglich um 2,1 Prozent auf 6,95 Milliarden Franken. Die schwächere Zunahme als bei der Verkaufsmenge sei auf die tieferen Rohwarenpreise für Kakaobohnen oder Zucker zurückzuführen, die Barry für einen grossen Teil des Geschäfts an die Kunden weitergebe, hiess es. „Wir fokussieren uns auf die Volumen und die Profitabilität, nicht auf den Umsatz“, sagte Saint-Affrique.

Erwartungen übertroffen
Damit hat Barry Callebaut die Erwartungen der Finanzgemeinde grösstenteils übertroffen, die mit weniger Wachstum, Umsatz und Betriebsgewinn gerechnet hatte. Analysten lobten die Zahlen als sehr stark. An dem um 0,6% gestiegenen Gesamtmarkt (SPI) kletterte die Aktie bis Handelsschluss ebenfalls um 0,6 Prozent.

Und die Rekordjagd geht weiter: „Wir sind sehr zuversichtlich, die mittelfristigen Ziele zu erreichen“, sagte Konzernchef Saint-Affrique. Diese sind ein jährliches Verkaufsmengenwachstum von 4 bis 6 Prozent sowie eine noch stärkere Steigerung des Betriebsgewinns. (awp/mc/ps)

Barry Callebaut

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