Barry Callebaut mit 4,2% höherem Volumen nach neun Monaten

Antoine de Saint-Affrique
Antoine de Saint-Affrique, CEO Barry Callebaut. (Foto: BC)

Antoine de Saint-Affrique, CEO Barry Callebaut. (Foto: BC)

Zürich – Der Schokolade-Hersteller Barry Callebaut hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 (per Ende Mai) in einem rückläufigen Markt die verkauften Volumen gesteigert. Der Umsatz nahm noch stärker zu. Die Mittelfristziele werden vom Management bestätigt.

Die Verkaufsmenge stieg von September bis Mai um 4,2% auf 1,38 Mio Tonnen, wie der weltgrösste Schokoladenhersteller am Donnerstag mitteilt. Der globale Schokoladenmarkt nahm in dieser Periode gemäss Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen hingegen um 2,0% ab.

Das starke Wachstum habe sich im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres fortgesetzt, lässt sich Barry-Callebaut-CEO Antoine de Saint-Affrique zitieren. Besonders gut habe das eigentliche Schokoladengeschäft abgeschnitten. Gleichzeitig habe Barry Callebaut im Kakaogeschäft (Pulver und Butter) weiterhin weniger profitable Verträge auslaufen lassen.

Das spiegelt sich in den Zahlen: Sie nahmen die Volumina in den Bereichen «Gourmet&Spezialitätenprodukte» (+11%) und «Industrielle Produkte» (+8,3%) markant zu, während sie im Segment «Kakaoprodukte» (-7,8%) deutlich abnahmen.

Verlangsamung in Amerika
Aufgeschlüsselt nach Regionen entwickelte sich das Schokoladengeschäft in allen Märkten positiv. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika), der mit Abstand wichtigsten Absatzregion, erhöhten sich die Volumina um 7,7%, während der Markt um 1,2% schrumpfte. Vor allem das Gourmetgeschäft habe angezogen, heisst es dazu in der Mitteilung.

In Amerika (+9,9%) und Asien-Pazifik (+13%) wurde der Markt (-3,3% rsp. -2,1%) ebenfalls deutlich geschlagen. In Amerika habe sich im dritten Quartal das Wachstum verglichen mit der starken Vergleichsperiode und wegen der Abkühlung in Südamerika allerdings verlangsamt, schreibt der Konzern weiter.

Umsatz mit höherem Plus
Der Umsatz stieg mit 7,8% auf 5,01 Mrd CHF deutlich stärker als das Volumen. Das Unternehmen erklärt dies mit einem vorteilhaften Produkt- und Kundenmix sowie höheren Zutatenpreise. Barry Callebaut kann Rohstoffpreisveränderungen grösstenteils an die Kunden weitergeben. In der Berichtsperiode erhöhten sich laut der Mitteilung die Preise für Kakaobohnen um rund 5%. Auch der Zuckerpreis zog an, während jener für Milch zurückging.

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten bei den Volumina erfüllt und beim Umsatz leicht übertroffen. Die Experten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) ein Volumenwachstum von 4,1% auf 1,38 Mio Tonnen und einen Umsatz von 4,93 Mrd CHF erwartet. Gewinnzahlen gibt das Unternehmen nach neun Monaten keine bekannt.

Herausforderndes Umfeld
Im Ausblick rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem kurzfristig herausfordernden Marktumfeld. Gleichzeitig bekräftigt das Management die mittelfristigen Ziele. Vorbehältlich negativer Währungsumrechnungseffekte soll ein durchschnittlicher jährlicher Anstieg der Verkaufsmenge von 4-6% und eine EBIT-Steigerung über dem Volumenwachstum erreicht werden.

Laut CEO Antoine de Saint-Affrique soll der Verkauf von Kakaoprodukten an Dritte zudem weiter reduziert werden, indem weniger profitable Verträge nicht erneuert würden. Insgesamt und im Hinblick auf das nächste Geschäftsjahr verfüge das Unternehmen über ein «gesundes Portfolio», meint er weiter.

Für Analysten waren die vorgelegten Zahlen keine Überraschung. Barry Callebaut bleibe eine «grundsolide Geschichte», meinte ein Experte stellvertretend.

Eine offene Frage ist, ob das mittelfristige Volumen-Wachstumsziel im laufenden Geschäftsjahr erreicht wird. Dabei verwiesen Skeptiker auf die Quartalszahlen. So sei im dritten Quartal nur ein Wachstum von 3,7% erreicht worden nach 2,3% im Vorquartal. Zum Teil wird auch der Ausblick so interpretiert, dass das Management die Investoren auf ein gedämpftes Wachstum im Schlussquartal vorbereiten wolle.

Gut kommt an, dass die sogenannte Combined Cocoa Ratio (Verhältnis zwischen Verkaufspreisen von Kakaobutter und -pulver zu den Einkaufspreisen der Kakaobohnen) auf einen Wert von 3,12 angestiegen ist. Dies deute auf ein starkes Profitabilitätsmomentum hin, lautet der Tenor.

An der Börse haben die Optimisten Oberwasser: Bis um 14 Uhr legen die Barry-Callebaut-Papiere um 2,4% zu, während der Gesamtmarkt (SPI) nur um 0,6% ansteigt. (awp/mc/upd/ps)

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