Barry Callebaut und Unilever spannen zusammen

Jürgen Steinemann

Jürgen Steinemann, CEO Barry Callebaut.

Zürich – Der weltgrösste Schokoladeproduzent Barry Callebaut (BC) und der Konsumgüterhersteller Unilever haben eine langfristige globale Partnerschaftsvereinbarung abgeschlossen. BC wird demnach in Zukunft rund 70% des weltweiten Bedarfs von Unilever an Kakao- und Schokolade liefern, teilten die beiden Unternehmen am Montag mit. Die derzeitige Verkaufsmenge von BC an Unilever werde sich dadurch verdoppeln.

Die neue Liefervereinbarung baue auf der bestehenden langjährigen Zusammenarbeit auf, heisst es. Weiter sei ein «weitereichender Plan» zur gemeinsamen Geschäftsentwicklung ausgearbeitet worden, welcher eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Innovation, nachhaltige Beschaffung, Kapazitätserweiterung und Wertsteigerung vorsehe. BC wird dazu rund 22 Mio CHF in den Ausbau des weltweiten Fabrikationsnetzes investieren, um die für die Partnerschaft notwendigen Kapazitäten sicherzustellen. Die Produktion der zusätzlichen Volumina werde umgehend aufgenommen und über die kommenden zwölf Monate schrittweise erhöht. Zu weiteren finanziellen Einzelheiten des Vertrages wurde Stillschweigen vereinbart.

Analysten erfreut
Die Kommentare zum neuen Abkommen sind – wenig überraschend – sehr positiv. Die Erweiterung der Partnerschaft mit einem der weltweit führenden Nahrungsmittelkonzerne dürfte den Investoren auf der Zunge zergehen, heisst es etwa bei Wegelin. Einmal mehr werde damit die hohe Kompetenz und Zuverlässigkeit von BC als Kakaozulieferer und beschaffer bestätigt. Die Bank Vontobel rechnet mit einem Volumen von rund 30’000 Tonnen pro Jahr, die BC neu an Unilever liefern wird, die ersten Lieferungen aus dem neuen Vertrag dürften ab 2013 erfolgen. Die ZKB schätzt den Auftrag auf mindestens 30’000 Tonnen, im Vergleich zur geschätzten Jahresproduktion von BC im Jahr 2012 von 1,38 Mio Tonnen.

BC-Aktie legt deutlich zu
Die Vereinbarung dürfte auch helfen, die mittelfristigen Wachstumsziele des Schokoladenherstellers (Verkaufsmenge +6-8% p.a.) zu erreichen, meint man bei Wegelin. Die Bank Vontobel geht davon aus, dass BC im Geschäftsjahr 2013/14 ein Volumenwachstum am oberen Ende der Bandbreite liefern wird, die Auswirkung auf den Gewinn pro Aktie aber marginal sein werden. Die Aktie legt klar zu und notiert um 09.10 Uhr in einem leicht tieferen Gesamtmarkt 2,3% höher bei 901 CHF zu. (awp/mc/upd/ps)

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