Barry Callebaut verkauft im ersten Halbjahr mehr Schokolade

Barry Callebaut
(Foto: Barry Callebaut)

Zürich – Der weltgrösste Schokoladekonzern Barry Callebaut (BC) hat im per Ende Februar zu Ende gegangenen ersten Semester deutlich mehr verkauft als im Jahr davor. Umsatz und auch Betriebsgewinn stiegen kräftig. Entsprechend bestätigt das Unternehmen seine Mittelfristziele.

Das Verkaufsvolumen stieg in der Periode von September 2021 bis Februar 2022 um 8,7 Prozent auf 1,165 Millionen Tonnen, wie BC am Mittwoch mitteilte. Damit wurde nicht nur der coronabedingt schwache Vorjahreswert deutlich übertroffen, sondern auch das Vorkrisenniveau.

Und gegenüber dem sehr starken ersten Quartal (+8,9%) verlangsamte sich das Wachstum im zweiten Quartal nur minimal. Die Übernahme der belgischen Firma Europe Chocolate Company (ECC) zu Beginn des Halbjahres herausgerechnet betrug das organische Volumenwachstum im Berichtszeitraum 7,9 Prozent.

Schokoladengeschäft als Treiber
In erster Linie war das Schokoladengeschäft mit einem Wachstum von 9,9 Treiber des starken Resultates. Dieses habe auch den zugrunde liegenden globalen Schokoladenmarkt (+2,2%) um ein Mehrfaches übertroffen, heisst es.

Dabei sei das starke Wachstum von allen Regionen und zentralen Wachstumstreibern gestützt worden. Der Bereich Outsourcing wuchs um 7,3 und der Bereich Schwellenländer um 8,7 Prozent. Am allerstärksten aber legte das Gastronomiegeschäft Gourmet & Spezialitäten mit einem Plus von knapp 30 Prozent zu. Hier zeigten sich weiter starke Erholungseffekte, nachdem die Gastronomiebetriebe in den meisten Regionen wieder öffnen durften.

Die Verkaufsmenge der Kakaosparte Global Cocoa wuchs um 4,0 Prozent auf 227,951 Tonnen. Diese hatte unter den Auswirkungen der Pandemie gelitten, die zu einem unausgewogenen Kakaomarkt geführt hatte. Die Auswirkungen dieser Ungleichgewichte hätten nun aber die Talsohle erreicht, schreibt BC. Zwar dürfte im laufenden Jahr die Nachfrage die Produktion übersteigen, doch helfe dabei der grosse Überschuss des Vorjahres.

Millionen-Steuergutschrift
Beim Umsatz legte BC um 16,5 Prozent auf rund 4,0 Milliarden Franken zu. In Lokalwährungen ergab sich noch ein Plus von 15,8 Prozent. Der Zuwachs ist vor allem den Preissteigerungen geschuldet, die BC jeweils den Kunden weiterreicht.

EBIT und Reingewinn nahmen ebenfalls deutlich zu. Der EBIT erhöhte sich in Lokalwährung um 12,3 Prozent auf 330,9 Millionen und unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 224,8 Millionen (+9,7%). Dabei kam Barry Callebaut eine Entscheidung des obersten brasilianischen Gerichts zugute, die für alle Steuerzahler gilt: Diese bescherte dem Unternehmen eine einmalige Gutschrift für indirekte Steuern früherer Jahre, die den Reingewinn um 12,7 Millionen Franken erhöhte.

Zuversichtlicher Ausblick
Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Schätzungen von Analysten gemäss AWP-Konsens beim Wachstum und EBIT übertroffen. Erwartet worden war ein Plus von 8,1 Prozent beim Volumen und ein Umsatz von 3,918 Milliarden Franken.

Das Unternehmen sieht sich in Bezug auf seine Mittelfristziele weiterhin auf Kurs. Für die Dreijahresperiode bis und mit dem Geschäftsjahr 2022/23 will BC eine Steigerung der Verkaufsmenge von jährlich 5 bis 7 Prozent erreichen. Der Betriebsgewinn (EBIT) soll zudem stärker zulegen als das Volumenwachstum in Lokalwährungen. (awp/mc/ps)

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