Barry Callebaut wächst deutlich über Markt

Jürgen Steinemann

Barry Callebaut-CEO Jürgen Steinemann.

Zürich – Der weltgrösste Kakao- und Schokoladenproduzent Barry Callebaut (BC) hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2010/11 – per 31.5. – mehr als doppelt so stark zugelegt wie der Gesamtmarkt. Besonders stark wuchs der Konzern in den aufstrebenden Märkten und im Geschäft mit Grosskunden.

Für die nächste Zeit geht der das Unternehmen weiter von volatilen Preisen bei den Rohstoffen aus, gibt sich aber insgesamt zuversichtlich und bestätigt die Mittelfrist-Ziele. Die Verkaufsmenge konnte in der Berichtsperiode insgesamt um 7,3% auf 1,05 Mio Tonnen gesteigert werden, während der globale Schokoladenmarkt in der entsprechenden Periode lediglich um 3,2% wuchs. Beim Gruppen-Umsatz wirkte sich der starke Franken aus. Er legte entsprechend lediglich um 1,6% auf 3,99 Mrd CHF zu, in Lokalwährungen waren es allerdings +12,5%.

Analystenschätzungen genau getroffen
Besonders kräftige Wachstumsbeiträge hätten die Schwellenmärkte und die Kakaoprodukte für strategische Partner geleistet, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Produktbereiche Verbraucherprodukte sowie Gourmet & Spezialitäten hätten das Wachstum zu gleichen Teilen unterstützt. Die Umsatzerhöhung in Lokalwährungen ist unter anderem auf die gestiegenen Rohstoffpreise zurückzuführen. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) fast punktgenau getroffen. Diese hatten beim Verkaufsvolumen ein Plus von 7,3% sowie einen Umsatz von 3,99 Mrd CHF prognostiziert.

Osteuropa wächst bei Gourmet
«In einem anspruchsvollen Marktumfeld ist es uns gelungen, die Wachstumsdynamik aufrechtzuerhalten. Vor dem Hintergrund der langandauernden politischen Schwierigkeiten in der Elfenbeinküste, wo nun wieder Normalität einkehrt, sind wir auf diese Leistung besonders stolz», wird CEO Jürgen Steinemann in der Mitteilung zitiert. Er erwähnt ausserdem die Erweiterung der Partnerschaft mit Hershey, den neuen Outsourcing-Vertrag mit Chocolates Turin und die Höherstufung des Kreditratings durch Moody’s als Geschäftserfolge im vergangenen Quartal. Die Region Europa hat den Angaben zufolge eine starke Wachstumsdynamik in Osteuropa und bei Gourmet gezeigt. Insgesamt steigerte Barry Callebaut seine Verkaufsmenge um 2,1% und übertraf damit den Gesamtmarkt leicht.

Verkaufsplus von 10% in Amerika
In Westeuropa entwickelte sich der Schokoladenmarkt insgesamt rückläufig, wobei hier eine stabile Verkaufsmenge mit einem positiven Wachstum des Gourmet- & Spezialitätengeschäfts erzielt worden sei. Die Region Nord- und Südamerika erzielte einen anhaltend kräftigen Anstieg der Verkaufsmenge um 10,0%, während der Schokoladenmarkt insgesamt um 6,2% wuchs. Insbesondere das Geschäft mit Grosskunden habe sich weiterhin stark entwickelt, heisst es. Im asiatisch-pazifischen Raums wuchs BC um 10,2%. Die Region habe insgesamt wiederum ein kräftiges Wachstum erzielt, wobei China und Indien Zuwächse in zweistelliger Höhe aufgewiesen hätten. Das Segment Globale Beschaffung & Kakao erhöhte die Verkaufsmenge um 22,1%, wozu die Kakaopulververkäufe und die Verkäufe von Kakaoprodukten an strategische Partner massgeblich beigetragen hätten.

Finanzziele bis 2013 bestätigt
Für die weitere Zukunft gibt sich der Konzern zuversichtlich. Er rechnet zwar neben einem Wachstum des globalen Marktes von über 2% mit anhaltend volatilen und hohen Preisen für Rohstoffe wie insbesondere Kakao, Zucker und Milchpulver. Weil BC allerdings mit einem sogenannten Cost-Plus-Modell operiert, können Rohstoffpreisschwankungen zumeist an die Kunden weitergeben werden. Die Combined Cocoa Ratio (kombinierter Verkaufspreis von Kakaobutter und -pulver im Verhältnis zu Bohnenpreis) sollte zudem günstig bleiben, was die negativen Währungsumrechnungseffekte teilweise kompensieren werde. BC bestätigt entsprechend die Finanzziele bis 2012/2013. Demnach will das Unternehmen jährlich ein Wachstum der Verkaufsmenge von 6–8% und ein mindestens gleich hohes durchschnittliches EBIT-Wachstum in Lokalwährungen erreichen. (awp/mc/upd/ss)

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