Bauhauptgewerbe setzt Erholung im 2. Quartal fort

Bau
(Photo by EJ Yao on Unsplash)

Zürich – Allein im zweiten Quartal 2020 hatte die Corona-Krise das Bauhauptgewerbe eine halbe Milliarde Franken Umsatz gekostet. Dieses Jahr wird wieder reger gebaut, mit 5.7 Milliarden Franken im Zweitquartal nähert sich der Umsatz allmählich dem Vorkrisenniveau an. Dies zeigt die Quartalserhebung des Schweizerischen Baumeisterverbands. Die Beschäftigungszahlen haben sich bislang nicht vollständig erholt. Als Nachholeffekt aus 2020 werden im laufenden Jahr mehr Aufträge vergeben. Der Arbeitsvorrat sowie die Bauvorhaben entsprechen dem Vorkrisenniveau, so dass der Bauindex die Umsatzprognose für 2021 von 1.5% zu Beginn des Jahres auf 4.5% erhöht.

Der Umsatz des zweiten Quartals 2021 ist um 5.2% gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Mit 5.7 Mrd Franken liegt er aber weiterhin unter dem Vorkrisenniveau. Der öffentliche Tiefbau zeigt sich gewohnt stabil (+1%) auf einem hohen Niveau von 2 Mrd Franken. Der Wirtschaftsbau hat das Tempo aus dem Anfangsquartal nochmals gesteigert (+11%).

Störrisches Zugpferd Wohnungsbau
Der Wohnungsbau ist eine gewichtige, indes volatile Kraft (+20%). Die Sparte trug im zweiten Quartal 1.9 Mrd Franken zum Umsatz bei. Obwohl der SBV dieses Jahr mit einer Erholung gegenüber 2020 rechnet, ist mittelfristig Vorsicht angebracht. Laut Daten des Bauinformationsdienstleisters Documedia ist die Anzahl der Baugesuche in der Wohnsparte im ersten Semester 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21% gestiegen, das Frankenvolumen um 6%. Viele Menschen möchten gerne ihre Wohnungen und Häuser umbauen bzw. ausbauen. Es könnte sich bei diesem Anstieg aber um ein vorübergehendes Phänomen handeln.

Konjunkturbedingte Zurückhaltung bei Neuanstellungen
Der Umsatz des Bauhauptgewerbes bewegt sich weiterhin unter dem Niveau von 2019, er könnte gemäss der neuen Prognose des Bauindex im laufenden Jahr insgesamt die Schwelle von 20 Mrd Franken wieder etwas übertreffen. Der Bauindex ist das Prognoseinstrument der Credit Suisse und des SBV.

Engpässe in der Verfügbarkeit verschiedener Baumaterialien führen bei Bauprojekten teilweise zu Verzögerungen und Preisaufschlägen. Corona hemmt weiterhin die Produktivität und über den Konjunkturaussichten hängt ein Damoklesschwert. Dementsprechend zeigen sich manche Firmen zurückhaltend bei Neuanstellungen, was eine tiefere Beschäftigung im Bauhauptgewerbe zur Folge hat. Im Juli 2021 hatte es laut Seco ein Viertel mehr Arbeitslose im Hochbau und Tiefbau als noch im Juli 2019. Der Fokus muss daher kurz- und mittelfristig darauf liegen, die Bautätigkeit wieder auf das gewohnte Niveau zu heben, um Arbeitsplätze zu bewahren. (awp/mc/pg)

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