Corona-Pandemie ist auf dem Rückzug – Abnahme der Impf-Lust

Coronaimpfung
(Foto: Pixabay)

Bern/Grenchen – Die Corona-Pandemie ist in der Schweiz auf dem Rückzug. Darin sind sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Covid-19-Task-Force des Bundes einig. Beigetragen hat dazu demnach die kontinuierliche Lieferung und Verabreichung von Impfstoffen, so dass bis Dienstag über zwei Millionen Menschen vollständig geimpft waren.

Allein in der laufenden Woche treffen 600’000 Covid-19-Impfdosen ein, wie Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle im BAG, am Dienstag vor den Medien in Bern sagte. Und mit den am Dienstag gemeldeten 429 Fällen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus liege dieser Wert seit Freitag unter 500. Auch die Zahl der Todesfälle sei tief.

Die Fallzahlen seien in allen Altersgruppen rückläufig. Und auch in den Nachbarländern zeige sich der Trend ähnlich. Grossbritannien hingegen sehe sich mit einem Anstieg konfrontiert.

Um die Auswirkungen der Lockerungen zu beurteilen, sei es noch zu früh, sagte Masserey weiter. 40 Prozent der Bevölkerung hätten indessen bereits die erste Impfdosis erhalten, bei den Erwachsenen sogar 50 Prozent. Vollständig geimpft, also zwei Mal, sind demnach 24 Prozent der Bevölkerung.

Impfung kein Freipass für Reisen
Es sei wichtig, dass die Impfbereitschaft konstant und die Impfgeschwindigkeit hoch blieben, um einen starken Schutz auch gegen die Varianten des Virus zu erreichen, sagte Masserey. Sie warnte, das Covid-19-Zertifikat sei kein Freipass für Reisen. Es gelte nach wie vor, sich über die Regelungen im Zielland zu informieren.

Der Rückgang der Pandemie liess sich am Dienstag deutlich an den Zahlen ablesen: Neben den 429 neuen Coronavirus-Ansteckungen wurden dem Bundesamt für Gesundheit am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 31 Spitaleinweisungen und vier neue Todesfälle gemeldet.

Auf 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet waren das in den vergangenen zwei Wochen 96,99 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 28. Mai bei 0,75.

Zwei Millionen vollständig geimpft
Insgesamt wurden bis Mittwochabend 5’884’950 Impfdosen an die Kantone und das Fürstentum Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 5’491’240 Dosen verabreicht. 2’066’994 Personen sind vollständig, also zwei Mal, geimpft.

Unterdessen beobachtet die Berner Kantonsärztin ein Nachlassen der Impfbereitschaft. Es sei eine gewisse «Sättigung» eingetreten, das zeige sich daran, dass Impftermine längere Zeit offenbleiben, sagte Linda Nartey, ausserdem Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (VKS), vor den Medien in Bern. Diese «Sättigung» sei besonders zu beobachten bei der Impfgruppe der 16- und 17-Jährigen.

Laut Hartley wurden bis Dienstagvormittag 249 Zertifikate für geimpfte, 14 für genesene und 2 für Coronavirus-negativ getestete Personen ausgestellt. Für die Kantone sei die Ausstellung der Zertifikate eine Herausforderung und der Fahrplan ambitioniert. Aber es sei klar, dass die Zertifikate Ende Juni bereit gestellt sein müssten. Bern ist Pilot-Kanton des Bundes für Impfzertifikate.

Berset lobt Impf-Drive-in in Solothurn
Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset besuchte am Dienstag mit Solothurn einen der letzten Kantone auf seiner Tour durch die Schweiz. Das Impfen müsse so einfach wie möglich sein, betonte er dort. Eine sehr innovative Möglichkeit seien die Impf-Drive-ins, die der Kanton seit Anfang Juni als schweizweite Premiere betreibt.

Wer sich in einem der Drive-ins in Grenchen, Zuchwil oder Lostorf impfen lassen will, muss dafür sein Auto nicht verlassen: Sowohl die Formalitäten und die Befragung als auch die Impfung selbst werden durch das Fenster des Fahrzeugs vorgenommen.

Weiter bekräftigte Berset in Solothurn den Plan des Gesamtbundesrates, diesen Freitag die Konsultation für einen weiteren Öffnungsschritt zu starten. Dieser soll dann spätestens Anfang Juli in Kraft treten. «Wir sind auf einem guten Weg», sagte Berset vor den Medien in Solothurn. Man müsse aber aufpassen, warnte er und sagte: «Wir sind noch nicht am Ende.» (awp/mc/pg)

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