BFS: Zahl der Erwerbstätigen im Q3 um 1,6 Prozent gestiegen

Industrie-Konjunktur

Neuenburg – Gemäss den Erhebungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) ist die Zahl der Erwerbstätigen in der Schweiz zwischen dem 3. Quartal 2012 und der entsprechenden Vorjahresperiode um 1,6 Prozent gestiegen. In der Europäischen Union (EU) ist sie leicht zurückgegangen (-0,2%). Bei der Erwerbslosenquote gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) war in der Schweiz im gleichen Zeitraum eine leichte Zunahme von 4,2 auf 4,3 Prozent zu verzeichnen. In der EU ist die Erwerbslosenquote gemäss ILO von 9,4 auf 10,3 Prozent deutlich angestiegen.

Die Schweiz zählte im 3. Quartal 2012 4,810 Millionen Erwerbstätige, d.h. 1,6 Prozent mehr als im  3. Quartal 2011. Die Zahl der erwerbstätigen Männer stieg um 0,9 Prozent, während bei den Frauen eine Zunahme um 2,5 Prozent verzeichnet wurde. In der Europäischen Union (EU27) und in der Eurozone (EZ17) ging die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr zurück (je -0,2%).

Schweizerische und ausländische Arbeitskräfte
Zwischen dem 3. Quartal 2011 und dem 3. Quartal 2012 stieg die Anzahl ausländischer Arbeitskräfte stärker an als jene der schweizerischen Arbeitskräfte (+3,6% auf 1,390 Millionen, bzw. +0,8% auf 3,419 Millionen). Dieser Zuwachs wurde in den wichtigsten Aufenthaltskategorien beobachtet (Niederlassungsbewilligung mit C-Ausweis: +3,0%; Aufenthaltsbewilligung mit B-Ausweis bzw. mit  L-Ausweis seit mindestens 12 Monaten in der Schweiz: +3,1%; Grenzgängerinnen und Grenzgänger mit G-Ausweis: +6,2%). Die Kurzaufenthalterinnen und -aufenthalter mit L-Ausweis, die seit weniger als 12 Monaten in der Schweiz sind, verzeichneten hingegen einen leichten Rückgang von  0,2 Prozent.

Erwerbslosigkeit gemäss ILO
Im 3. Quartal 2012 waren in der Schweiz gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) 200’000 Personen erwerbslos. Dies sind 10’000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil der Erwerbslosen gemäss ILO lag bei 4,3 Prozent der Erwerbsbevölkerung, verglichen mit 4,2 Prozent im 3. Quartal 2011. Sowohl in der Europäischen Union als auch in der Eurozone nahm die Erwerbslosenquote gemäss ILO hingegen deutlich zu (EU27: von 9,4% auf 10,3%; EZ17: von 9,9% auf 11,2%).

Erwerbslosigkeit gemäss ILO nach verschiedenen Merkmalen
Im 3. Quartal 2012 nahm die Erwerbslosenquote gemäss ILO bei den Männern gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode zu (von 3,5% auf 4,1%) während sie bei den Frauen zurückging (von 4,9% auf 4,6%). Sowohl bei den Schweizerinnen und Schweizern als auch bei den Ausländerinnen und Ausländern stieg diese Quote an (von 3,3% auf 3,5% bzw. von 6,8% auf 7,0%). Während die Erwerbslosenquote gemäss ILO bei Personen aus der EU27/EFTA  anstieg (von 4,3% auf 4,9%), reduzierte sie sich bei jenen aus einem Drittstaat (von 11,6% auf 11,2%).

Bei den 15- bis 24-Jährigen verzeichnete die Quote innert Jahresfrist eine Zunahme (von 9,0% im  3. Quartal 2011 auf 10,1% im 3. Quartal 2012). Demgegenüber blieb sie bei den 25- bis 49-Jährigen (von 3,9% auf 4,0%) und  bei den 50- bis 64-Jährigen (von 2,6% auf 2,5%) praktisch stabil.

Dauer der Erwerbslosigkeit gemäss ILO
Im selben Zeitraum verringerte sich der Anteil der Langzeiterwerbslosen gemäss ILO von 36,3 auf 34,7 Prozent (von den insgesamt 200’000 Erwerbslosen im 3. Quartal 2012 waren 70’000 seit mindestens einem Jahr erwerbslos). Die Mediandauer der Erwerbslosigkeit ist von 219 auf 201 Tage gesunken.

Teilzeitarbeit und Unterbeschäftigung
Die Zahl der Teilzeiterwerbstätigen belief sich im 3. Quartal 2012 auf 1,493 Millionen (+64’000 im Vergleich zum 3. Quartal 2011). Darunter befanden sich 282’000 Unterbeschäftigte, d.h. Personen, die mehr arbeiten möchten und kurzfristig verfügbar sind. Im 3. Quartal 2012 betrug die Unterbeschäftigungsquote 6,1 Prozent und lag damit höher als im 3. Quartal 2011 (5,8%).

Die in dieser Medienmitteilung vorgestellten Indikatoren zur Erwerbslosigkeit beruhen auf der vom Internationalen Arbeitsamt (ILO) empfohlenen Definition. Als Erwerbslose gemäss ILO gelten alle nicht erwerbstätigen Personen, die in den vergangenen vier Wochen aktiv nach einer Arbeit gesucht haben und für die Aufnahme einer Tätigkeit verfügbar sind. Diese Indikatoren ermöglichen internationale Vergleiche und sind von Revisionen der Arbeitslosenversicherungsgesetzgebung nicht direkt betroffen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) veröffentlicht auch Indikatoren zur Arbeitslosigkeit. Diese erfassen die bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren registrierten Arbeitslosen und bieten den Vorteil, dass die Ergebnisse rasch und in detaillierter Form – insbesondere nach Kantonen – zur Verfügung stehen. (BFS/mc/ps)

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