BKW 2011: Reinverlust von 150 Mio CHF erwartet

Kurt Rohrbach
VSE-Präsident Kurt Rohrbach.

BKW-CEO Kurt Rohrbach.

Bern -Der Energiekonzern BKW erwartet für das Geschäftsjahr 2011 neu einen deutlichen Reinverlust. Grund dafür sind das Umfeld und die Rahmenbedingungen auf dem Energiemarkt, die sich tiefgreifend und nachhaltig verändert haben. Diese haben die gegenwärtige und zukünftige Ertragslage beeinflusst. Aufgrund dessen nimmt der Energiekonzern Wertberichtigungen und Rückstellungen bei den Beteiligungen an fossil-thermischen Kraftwerk vor, welche ohne staatliche Förderungen auskommen müssen.

Von der Neubewertung ausgenommen sind die übrigen Kraftwerksbeteiligungen inklusive dem Kernkraftwerk Mühleberg. Die Wertberichtigungen und Rückstellungen für Investitionen in fossil-thermische Kraftwerke belaufen sich auf rund 300 Mio CHF. Nach Berücksichtigung der Steuereffekte verringere sich dadurch der bisher erwartete Reingewinn von über 100 Mio um rund 250 Mio auf einen erwarteten Reinverlust von rund 150 Mio CHF, teilte die BKW am Dienstag mit.

Wertberichtigungen bei fossil-thermische Kraftwerken
Die fossil-thermischen Kraftwerke müssten sich ohne staatliche Förderung am Markt behaupten, heisst es dazu weiter. Die BKW ist an zwei Gaskombikraftwerken in Italien (25% am Kraftwerk in Livorno Ferraris und 48% am Kraftwerk in Tamarete) und an einem Kohlekraftwerk in Deutschland (33% am Kraftwerk in Wilhelmshaven) als Minderheitspartner beteiligt. Die Realisierung des Kraftwerkes in Wilhelmshaven erfolge zeitlich verzögert und werde höhere Baukosten aufweisen als bisher angenommen, so die Mitteilung weiter. Der produzierte Strom aus diesen Kraftwerken werde zu Gestehungskosten übernommen. Das BKW-Management gehe davon aus, dass die Gestehungskosten künftig über den erzielbaren Marktpreisen liegen werden, heisst es weiter.

Mühleberg: Werthaltigkeit der Buchwerte «aus heutiger Sicht» gegeben
Die Werthaltigkeit der Buchwerte für das Kernkraftwerk Mühleberg, die übrigen Kernkraftwerksbeteiligungen, die Wasser- und Windkraftwerke sowie die übrigen Anlagen im erneuerbaren Bereich in der Schweiz seien indessen aus heutiger Sicht gegeben, heisst es weiter.

Analysten zeigen sich unberührt
Anleger zeigen sich wenig erfreut von den Wertberichtigungen, die Aktien werden denn auch am Berichtstag deutlich verkauft. Die Papiere der BKW verlieren derweil um 11.25 Uhr 3,0% auf 36,85 CHF. Der SPI notiert derweil gut 0,6% tiefer.. Analysten zeigen sich von der Nachricht derweil wenig überrascht. So schreibt Vontobel-Analyst Andreas Escher in einem Kommentar, dass die Nachrichten nach den von Alpiq bereits im November angekündigten massiven Restrukturierungsmassnahmen nicht unerwartet kämen. Trotzdem werde er seine Gewinnschätzungen überarbeiten. Ins selbe Horn stösst auch ZKB-Experte Sven Bucher. Er erwartet zudem, dass auch Alpiq umfangreiche Wertberichtigungen auf ihren fossil-thermischen Kraftwerken bekannt geben wird. Dies, weil der Bau respektive die Inbetriebsnahme dieser Anlagen unter ganz anderen Voraussetzungen bezüglich der Strompreise und Spreads erfolgt sei.

Weitere Informationen zum Geschäftsjahr 2011 von BKW, unter anderem zur Dividende, sollen im Rahmen der Vorausinformation zum Jahresergebnis am 23. Februar 2012 bzw. im Rahmen der Veröffentlichung des Jahresergebnisses am 20. März 2012 bekannt gegeben werden. (awp/mc/upd/ps)

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