BKW treibt neue Strategie voran – Weniger Gewinn im Halbjahr

Suzanne Thoma
BKW-CEO Suzanne Thoma. (Foto: BKW)

BKW-Chefin Suzanne Thoma. (Foto: BKW)

Bern – Die BKW hat im ersten Halbjahr 2014 bei einer höheren Gesamtleistung einen geringeren Gewinn erzielt. Bereinigt um positive Sonderfaktoren des Vorjahres hat sich das Ergebnis dem Energiekonzern zufolge allerdings leicht verbessert. Bei der Umsetzung der neuen Strategie sieht sich das Unternehmen auf Kurs und bestätigt den Ausblick für das Gesamtjahr.

In den ersten sechs Monaten erhöhte sich der Stromabsatz auf 10’614 Gigawattstunden (VJ 9’771 GWh). Die Gesamtleistung legte im Vergleich zum Vorjahreswert um 3,1% auf 1,43 Mrd CHF zu. Zur darin enthaltenen Steigerung des Nettoumsatzes um 6,1% auf 1,39 Mrd trugen sowohl das Energiegeschäft (+7,4%) als auch das Netz- (+1,2%) und das Dienstleistungsgeschäft (+3,5%) bei, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Das Betriebsergebnis reduzierte sich vor Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) um 22% auf 224,2 Mio CHF, und das Betriebsergebnis (EBIT) sank um 34% auf 118,8 Mio. Der negative Einfluss der tiefen Strompreise seien durch Effizienzsteigerungen kompensiert worden, so BKW. Der Betriebsaufwand ohne Energiebeschaffung verringerte sich um 10,2 Mio auf 403,8 Mio, wie es im Halbjahresbericht heisst. Das Unternehmen arbeitet derzeit an Kostensenkungs- und Effizienzmassnahmen, die bis 2015 vollständig umgesetzt sein sollen.

Installationen sollen mehr Umsatz bringen
Das Ergebnis aus Assoziierten lag im ersten Semester 2014 mit 22,4 Mio markant über dem Vorjahreswert von 7,1 Mio CHF. Insbesondere die Ergebnisse von Produktions- und Netzbeteiligungen seien hier höher ausgefallen. Zudem sei das Finanzergebnis vor allem aufgrund der Entwicklung der zu Marktwerten bilanzierten Wertschriften im Stilllegungs- und Entsorgungsfonds deutlich besser ausgefallen als im Vorjahr.

Unter dem Strich resultierte ein 11% tieferer Reingewinn von 92,1 Mio CHF – gegenüber den allerdings durch Sonderfaktoren positiv beeinflussten Vorjahreswerten. Bereinigt um diese habe sich der Gewinn trotz sinkender Strompreise leicht verbessert, hiess es.

In den kommenden Jahren soll das Dienstleistungsgeschäft weiter ausgebaut werden, bestätigte das Unternehmen derweil die neu angestossene Strategie. Das Fundament dazu habe die BKW in den vergangenen Wochen gelegt, hiess es in der Mitteilung. Durch die bereits kommunizierte Kooperation mit Entelios und der Übernahme der Baumeler Leitungsbau AG würden die Kompetenzen im Energiemanagement, bei Kabelanlagen, Tunnelinfrastrukturen, Industrieinstallationen und Wasserversorgungsanlagen verstärkt sowie die schweizweite Präsenz ausgebaut.

Ausblick bestätigt
Weiter biete der Eintritt in den dezentralen Wärmebereich neue Wachstumsmöglichkeiten und erlaube es künftig Energiekomplettangebote anzubieten. Die Übernahme von drei kleineren regionalen Unternehmen in diesem Bereich war am Vorabend bekannt geworden. Die Neukom Installationen AG aus Rafz sowie aus Wohlen die Hertig Haustechnik AG und die Cantoni Haustechnik AG sollen in die BKW ISP integriert werden, jedoch als eigenständige Firmen weitergeführt werden. Zum Preis wurden keine Angaben gemacht.

Mit Blick auf das Gesamtjahr bestätigte die BKW den im März kommunizierten Ausblick. In einem «unverändert herausfordernden Marktumfeld mit anhaltend tiefen Energiepreisen und Margendruck auf den internationalen Märkten, regulatorischen Vorgaben und einem weiterhin starken Schweizer Franken» erwarte die Gesellschaft ein operatives Betriebsergebnis und einen Reingewinn im Rahmen der bereinigten Werte des Vorjahres, hiess es am Donnerstag.

2013 hatte der Konzern einen EBIT-Verlust von 172 Mio und einen Reinverlust von 217 Mio CHF erlitten. Bereinigt um Sonderbelastungen betrug der EBIT jedoch 317 Mio und der Reingewinn 166 Mio. (awp/mc/upd/ps)

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