BKW mit Reinverlust von 66 Millionen Franken

Kurt Rohrbach
VSE-Präsident Kurt Rohrbach.

BKW-CEO Kurt Rohrbach.

Bern – Die BKW Gruppe hat im Geschäftsjahr 2011 aufgrund eines anspruchsvollen wirtschaftlichen und regulatorischen Umfelds eine tiefere Gesamtleistung erwirtschaftet. Auf operativer Ebene musste der Stromkonzern aufgrund der tiefen Marktpreise, des starken Schweizer Frankens sowie vor allem aufgrund von Wertberichtigungen und Rückstellungen auf fossil-thermische Kraftwerke in Italien und Deutschland gar deutliche Rückschläge verzeichnen. Zum Ausblick machte das Unternehmen keine Angaben.

Die Gesamtleistung verringerte sich 2011 um 5,6% auf 2’6 Mrd CHF. Das operative Ergebnis auf Stufe EBITDA reduzierte sich gar um 71% auf 138 Mio CHF. Bereinigt um die Sonderbelastungen beträgt das EBITDA 418 Mio CHF, was einem Rückgang von 12% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust 66 Mio CHF, nach einem Gewinn von 224 Mio CHF im Vorjahr. Der bereinigte Reingewinn verminderte sich um 45% auf 123 Mio, wie der Energiekonzern am Freitagabend nachbörslich mitteilte. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 1,00 (2,50) CHF je Aktie vor.

Hohe Wertberichtigungen und Rückstellungen
Neben den tiefen Marktpreisen und dem starken Schweizer Franken hätten vor allem Wertberichtigungen und Rückstellungen für neue fossil-thermische Kraftwerke zu den Sonderbelastungen geführt, schreibt die Gruppe weiter. Die im Rahmen der Abschlussarbeiten durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen belasteten das Ergebnis mit insgesamt 318 Mio CHF. Betroffen von den Wertberichtigungen seien vor allem die neuen Produktionsanlagen in Wilhelmshaven, Livorno Ferraris und Tamarete. An diesen Kraftwerken ist die BKW-Gruppe als Minderheitspartnerin beteiligt, wobei sie den produzierten Strom zu Gestehungskosten bezieht.

Aufgrund der Einschätzung der zukünftigen Marktentwicklung erwartet die BKW, dass die Gestehungskosten künftig über den erzielbaren Marktpreisen liegen werden, heisst es weiter. Aus diesem Grund wurde der überwiegende Teil des Wertberichtigungsbedarfs als Rückstellung für belastende Energiebeschaffungsverträge und damit als operativer Aufwand erfasst. Zudem sei der aus den Sonderwertberichtigungen und -rückstellungen resultierende Steuerertrag mit 129 Mio CHF deutlich höher als erwartet ausgefallen. Netto resultiere daraus ein Sondereffekt, welcher das Jahresergebnis mit 189 Mio CHF belastet.

Tiefe Stromproduktion – Kein Ausblick

Im vergangenen Jahr produzierte die BKW 6,5% weniger Strom, nämlich 9’865 GWh. Der Rückgang hänge der BKW mit der tieferen Stromerzeugung der Wasserkraftwerke sowie den Arbeiten am Notstandsystem SUSAN des Atomkraftwerks Mühleberg zusammen. Deutlich mehr Strom als im Vorjahr produzierten derweil Anlagen für neue erneuerbare Energien. Die Windkraftwerke im Berner Jura profitierten etwa von den Herbststürmen. Mit einer Gesamtproduktion von 383 GWh ist der Anteil an der Gesamtproduktion dennoch weiterhin verschwindend klein.

Zum Ausblick wurden keine Angaben gemacht. Die Bilanzmedienkonferenz findet am 20. März statt. (awp/mc/ps)

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