Bobst: Ergebnis besser als erwartet

Jean-Pascal Bosbst

Bobst-CEO Jean-Pascal Bosbst.

Prilly – Die Bobst Group hat im Geschäftsjahr 2011 ein besseres Ergebnis erzielt, als noch Mitte Februar angekündigt. Die ausgewiesenen Zahlen liegen auch klar über den Analystenschätzungen. Für das laufende Jahr verzichtet die Gruppe auf eine konkrete Prognose, setzt sich aber neue mittel- bis langfristige Ziele.

Für 2011 weist Bobst noch einen konsolidierten Reingewinn von 2,5 Mio CHF aus, nach 49,3 Mio CHF im Vorjahr. Allerdings liegt die Gruppe damit klar über der im Februar gemachten Prognose, wonach der Reingewinn nahe am Break Even ausfallen werde. Der EBIT betrug 27,5 Mio nach 61,3 Mio im Vorjahr. Die Kosten seien insgesamt um über 52 Mio vermindert worden, wie der Verpackungsmaschinen-Hersteller am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt.

Erfolgreiche Umsetzung des Turnarounds
Unter Ausklammerung von Sondereffekten und Restrukturierungskosten resultierte ein Betriebsergebnis von 35,8 Mio nach -4,3 Mio. Unter dem Strich blieb ein Nettoergebnis von 8,9 (VJ -1,8) Mio. Dies bestätige die erfolgreiche Umsetzung des Turnarounds, so Bobst.

Erneuter Dividendenverzicht
Der Umsatz sank im Berichtsjahr geringfügig auf 1,27 Mrd CHF, wie bereits Mitte Februar mitgeteilt wurde. In lokalen Währungen nahmen die Verkäufe um 8,5% zu. Der Auftragseingang habe sich 2011 als Folge der Schuldenkrise in Europa und der Wechselkursvolatilität abgeschwächt. Zum Jahresende lag der Auftragsbestand um 5% unter dem Vorjahreswert.

Auf eine Dividendenauszahlung wird erneut verzichtet, dies angesichts des nach wie vor herausfordernden Marktumfeldes und der Investitionskosten im Zusammenhang mit der Transformation. Letztmals hatte Bobst für 2007 eine Dividende von 3,50 CHF ausbezahlt.

Ziele des laufenden Programms bestätigt
Der eingeleitete Transformationsprozess zeige positive Wirkungen. Die Gruppe bekräftigt denn auch die Ziele des laufenden Programms. So sollen die Massnahmen der Gruppe bis Ende 2012 wiederkehrende Einsparungen in der Höhe von 85 Mio CHF bringen, während die im November 2011 lancierten zusätzlichen Massnahmen die Rentabilität bis Ende 2013 um weitere 60 Mio erhöhen dürften.

Mit einer Eigenkapitalquote von 34% und liquiden Mitteln in der Höhe von 288,5 Mio präsentiere sich die Bilanz ’solide›, so die Mitteilung.

Verzicht auf Umsatzguidance für 2012
Für das laufende Jahr gibt sich Bobst vorsichtig und wenig konkret: Die wirtschaftliche Lage in den Industrieländern bleibe in absehbarer Zukunft ungewiss. Während die aufstrebenden Märkte weiterhin wachsen würden, blieben die Exporte durch den starken Schweizer Franken nach wie vor unter Druck.

Konzentration auf wichtige Wachstumstreiber in Asien
Vor diesem Hintergrund konzentriere sich Bobst künftig vermehrt auf die wichtigsten Wachstumstreiber in Asien, namentlich China und Indien, ohne jedoch die traditionellen Märkte zu vernachlässigen. Die positiven Trends in diesen wachsenden Märkten dürften in wenigen Jahren den Volumenrückgang in den Industrieländern ausgleichen, so die Erwartung von Bobst. Das Service-Geschäft werde sich weiterentwickeln und weiterhin wachsen. Für das laufende Jahr werden in der Mitteilung keine konkreten Umsatzzielbandbreiten mehr genannt. Die noch im Februar genannte Umsatzguidance für 2012 von 1,13 bis 1,23 Mrd kommt in der heutigen Mitteilung nicht mehr vor.

Dagegen nennt Bobst neue finanzielle Ziele. So strebt die Gruppe mittel- bis langfristig zu konstanten Wechselkursen dank organischem Wachstum ein Umsatzvolumen von 1,3 bis 1,4 Mrd CHF an. Der ROCE (Return on Capital Employed) soll 9 bis 12% und die Umsatzrendite mindestens 7% betragen. Die Eigenkapitalquote sieht das Management bei ungefähr 35% und die Ausschüttungsquote zwischen 30 und 50% des Jahresüberschusses.

Der bevorstehenden Generalversammlung werden die Verwaltungsräte Michael W.O. Garrett, Alain Guttmann und Hans Rudolf Widmer zur Wiederwahl vorgeschlagen. (awp/mc/pg)

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