Bobst rechnet mit tieferem Umsatz durch Covid-19-Pandemie

Jean-Pascal Bobst
Bobst-CEO Jean-Pascal Bobst. (Foto: Bobst)

Mex – Der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst rechnet mit einem negativen Einfluss aus der Covid-19-Pandemie auf Umsatz und Marge. Die langfristigen finanziellen Ziele werden derweil bestätigt.

Der Umsatz 2020 wird bei rund 1,3 Milliarden Franken erwartet, wie es in einer Mitteilung anlässlich eines Investorentages vom Donnerstag heisst. Gegenüber dem Vorjahreswert von 1,64 Milliarden wäre das ein Minus von rund 22 Prozent.

Beim Betriebsergebnis (EBIT) wird mit einem positiven Wert gerechnet. Darin sei der Verkaufserlöses in Höhe von etwa 20 Millionen aus dem Verkauf einer Immobilie in den USA, der im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossen werden soll, nicht mit eingerechnet. Im Jahr 2019 hatte Bobst einen EBIT von 81,0 Millionen Franken erzielt.

Die Möglichkeit, Maschinen zu installieren und die damit verbundenen Umsätze zu verbuchen seien durch die Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen beeinflusst worden, heisst es in der Mitteilung. Die derzeitige Annahme beruhe darauf, dass die Grenzen offen blieben und der Flugverkehr nicht weiter eingeschränkt werde.

Das laufende Jahr habe bereits mit einem geringeren Auftragsbestand begonnen als 2019, ist der Präsentation zum Investorentag zu entnehmen. Die Auftragseingänge hätten bis Ende Oktober rund 10 Prozent unter dem Vorjahr gelegen. Per Ende Jahr wird ein vergleichbarer Auftragsbestand erwartet wie im Vorjahr, was einem Produktionsvolumen von durchschnittlich 5 Monaten entsprechen würde.

Wochenlange Ausfälle im Frühjahr
Die Coronabeschränkungen hätten in der Produktion zum Ausfall von rund 140’000 Arbeitsstunden geführt und im Service von 215’000 Stunden. Die Zahl der verkauften Maschinen sei um 15 Prozent gesunken. Zudem hätten die Währungsbewegungen von Dollar und Euro einen Einfluss von rund 50 Millionen Franken gehabt.

Bei den Produktionsstandorten sei es in China im Februar zu einer vierwöchigen Schliessung gekommen. Im April fielen Brasilien und Grossbritannien für zwei Wochen aus und Indien, Frankreich, Deutschland, Italien und die Schweiz im Zeitraum März bis April für 3 bis 4 Wochen.

Als Reaktion auf die Pandemiebeschränkungen habe man im Vertrieb und Service etwa auf Online-Events und Produktdemonstrationen per Streaming gesetzt.

Langfristziele bestätigt
Die langfristigen finanziellen Ziele der Gruppe werden bestätigt. Bobst will beim Betriebsergebnis (EBIT) eine Marge von mindestens 8 Prozent erreichen und eine Kapitalrendite (ROCE) von mindestens 20 Prozent.

Dabei wird ein Umsatzlevel von 1,7 bis 1,8 Milliarden Franken angepeilt. Zudem wird bei der Ausschüttungsquote eine Spanne von 30 bis 40 Prozent genannt und bei der Eigenkapitalquote eine Zielgrösse von 40 bis 45 Prozent. (awp/mc/ps)

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