Bobst verdient 2019 bei gut gehaltenem Umsatz leicht mehr

Jean-Pascal Bobst
Bobst-CEO Jean-Pascal Bobst. (Foto: Bobst)

Mex – Der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2019 zurück. Der Umsatz wurde zwar mit 1,64 Milliarden Franken wie Mitte Januar angekündigt knapp gehalten, der Gewinn ging aber zurück. Und 2020 dürfte nicht einfacher werden.

Der operative Gewinn (EBIT) ging um 6,4 Prozent auf 81,0 Millionen Franken zurück und die entsprechende Marge um 30 Basispunkte auf 5,0 Prozent, wie das Unternehmen am Montag mittteilte. Die Marge lag damit etwas über der vom Unternehmen im Januar in Aussicht gestellten Richtgrösse. Im Vergleich zum AWP-Konsens lag der Betriebsgewinn denn auch leicht über den Erwartungen.

Das in der zweiten Jahreshälfte erzielte Betriebsergebnis habe auf einem guten Niveau gelegen. Die negativen Auswirkungen des ungünstigen Produktemixes, der geringeren Produktionsauslastung und des erhöhten Drucks auf die Margen im ersten Halbjahr hätten aber nicht kompensiert werden können. Alle drei Geschäftsbereiche seien zudem von den höheren Kosten im Zusammenhang mit dem Anlauf der digitalen Aktivitäten der Gruppe betroffen gewesen.

Der Reingewinn erhöhte sich dagegen um 4,4 Prozent auf 52,6 Millionen Franken. Das niedrigere Betriebsergebnis wurde durch einen geringeren Finanzaufwand sowie tiefere Steuern mehr als ausgeglichen. Die Dividende soll wie im Vorjahr bei 1,50 Franken je Aktie liegen.

Umsatzplus in Amerika und Afrika
Bereits bekannt war der Umsatz: Er legte um 0,1 Prozent auf 1,64 Milliarden minim zu, bereinigt um die negativen Währungseffekte ergab sich dabei ein organisches Plus von 2,0 Prozent. Geografisch gesehen setzte das Unternehmen in den Regionen Amerika und Afrika je rund 10 Prozent mehr um, wogegen die Verkäufe in Europa und Asien zurückgingen.

Mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 810 Millionen Franken wuchs der grösste Bereich („Sheet-fed-Produkte“) leicht. Die Nachfrage nach Produkten für die Wellpappenindustrie sei dabei etwas stärker gewesen als diejenige aus der Faltschachtelindustrie. Die Geschäftseinheit „Web-fed“ setzte dagegen mit 338 Millionen 1,6 Prozent weniger um als im Vorjahr, vor allem wegen einer geringeren Nachfrage nach Beschichtungsmaschinen. Der mit Service-Dienstleistungen und Ersatzteilen erzielte Umsatz stieg um 0,4 Prozent auf 488 Millionen Franken.

Für das Geschäftsjahr 2020 rechnet die Gruppe mit einem Umsatzrückgang von 6 Prozent und einer erneut tieferen operativen Gewinnmarge (EBIT). Denn 2020 finde mit der „Drupa“ die wichtigste Messe der Druck- und Verpackungsbranche statt; das werde die Marketing-Kosten in die Höhe treiben. Es wäre das dritte Jahr in Folge mit einer sinkenden Marge. Die Prognosen vom Januar werden damit bestätigt.

Coronavirus nimmt Einfluss
Angesichts des Brexits, der politischen Krisen in vielen Ländern, des längerfristigen Trends zur Parität zwischen dem Euro und dem Franken, des Handelskrieges zwischen den USA und China sowie der Abschwächung der Dynamik im Auftragseingang seit Mitte 2018 müsse man sich auf die wichtigsten Prioritäten konzentrieren, heisst es im Ausblick weiter. Sollte es zu einem Abschwung kommen, werde man kurzfristig auf schwächere Aktivitäten vorbereitet sein, dies werde allerdings eine Anpassung der Strategie erfordern.

Das Coronavirus werde sich zudem in gewissem Umfang auf die Geschäftstätigkeit von Bobst auswirken, abhängig von der Dauer des Ausbruchs.

Gleichzeitig werden die bisherigen Mittel- und Langfristziele für den Gewinn bestätigt: Demnach wird eine EBIT-Marge von mindestens 8 Prozent sowie eine Kapitalrendite (ROCE) von mindestens 20 Prozent angestrebt. Das Umsatzziel wurde vor einem Jahr auf 1,7 bis 1,8 Milliarden Franken festgelegt. (awp/mc/ps)

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