Bossard Gruppe steigt in den Markt des 3D-Drucks ein

David Dean
David Dean, CEO Bossard Gruppe. (Foto: Bossard)

Zug – Das Zuger Verbindungstechnik- und Logistikunternehmen Bossard steigt in den Markt mit 3D-Druckern ein. Dazu kooperiert das Unternehmen mit drei deutschen Partnerfirmen. Über die Auswirkungen des Entscheids auf das Geschäft sind sich Analysten indes uneinig.

Im Rahmen der Zusammenarbeit tritt Bossard künftig als Verkäufer von industriellen 3D-Druckern und den entsprechenden Verbrauchsmaterialien wie Metallpulver und Filamente am Markt auf, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Bossard biete zudem auch Beratungsdienste an und unterstütze Kunden bis hin zur Konzeption von Bauteilen.

Bossard zeigt sich überzeugt, dass der 3D-Druck in gewissen Bereichen die industrielle Fertigung verändern wird und setzt den Angaben nach zunächst auf drei verschiedene Technologien. Kooperationspartner für den Schweizer Markt sind die drei deutschen Industrieunternehmen Trumpf, German RepRap und Henkel.

Finanzanalysten uneins
Neben der Bossard Gruppe selbst, betrachten auch Finanzanalysten den 3D-Druck als eine zukunftsweisende Technologie. Bossard beweise einmal mehr unternehmerischen Geist und damit die positive Sicht auf das Unternehmen, heisst es in einem Kommentar von Baader Helvea. Mit der Ankündigung zeige Bossard, dass sich das Unternehmen weiterhin an der Spitze der grossen Branchentrends bewegen wolle. Daher bleibe die Bossard-Aktie aufgrund der Kombination von Wachstum und hoher Profitabilität attraktiv.

Etwas weniger optimistisch klingt es bei der ZKB. Zwar bestehe betreffend Engineering-Knowhow für die additive Fertigung im 3D-Druck-Markt «zweifellos eine Marktlücke», wie die Bank schreibt. Die spezifischen Fertigkeiten müsse sich das Unternehmen aber erst noch aneignen. Zudem stelle der Eintritt in die additive Fertigung eine Investition dar, die in absehbarer Zeit lediglich zu geringen Umsätzen führen dürfte. Auch Baader Helvea erwartet noch keine signifikanten Umsätze in den kommenden drei Jahren, langfristig werde sich dieses Engagement aber bezahlt machen.

An der Börse lösen die Neuigkeiten wenig Resonanz aus. Die Bossard-Titel gewinnen gegen 9.45 Uhr 1% auf 221,40 CHF und liegen damit im Rahmen des positiven Gesamtmarktes, der gemessen am SPI 0,69% im Plus steht.

Die Bossard-Gruppe beschäftigte im letzten Jahr mehr als 2’300 Mitarbeiter. Sie ist weltweit an über 80 Standorten aktiv. Das Unternehmen steigerte im letzten Jahr den Umsatz um 13,1% auf rund 786 Mio CHF. Den detaillierten Abschluss legt die Firma am Mittwoch vor. (awp/mc/ps)

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