Bucher bekommt Folgen der Pandemie im Quartal stark zu spüren

Bucher bekommt Folgen der Pandemie im Quartal stark zu spüren
Jacques Sanche, CEO Bucher Industries. (Foto: Bucher)

Niederweningen – Die Industriegruppe Bucher hat die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie im ersten Quartal stark zu spüren bekommen. Der Auftragseingang und der Umsatz entwickelten sich deutlich rückläufig. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Gewinnrückgang.

Sah Bucher zu Beginn des ersten Quartals noch eine „insgesamt solide“ Nachfrage nach seinen Produkten und Dienstleistungen, so führten die weltweiten Massnahmen wegen der Coronapandemie in der Folge zu Verzögerungen und Unterbrüchen in der Lieferkette, teilte Bucher am Dienstag mit. Zudem kam es Ausfällen von Mitarbeitenden sowie einer reduzierten Kundenaktivität. In der Folge fuhr Bucher die Produktion an mehreren Standorten zurück.

Insgesamt verringerte sich der Auftragseingang der Gruppe im Vergleich zum Vorquartal um 10,3 Prozent (währungsbereinigt -5,7 Prozent) auf 668 Millionen Franken. Der Umsatz ging mit einem Minus von 14,9 Prozent (währungsbereinigt -10,8 Prozent) auf 702 Millionen Franken noch deutlicher zurück.

Die Analysten hatten einen Rückgang des Auftragseingangs von Bucher etwa in der Grössenordnung geschätzt. Der AWP-Konsens lag bei 669 Millionen Franken. Der Umsatz lag allerdings eher am tieferen Ende der Schätzungen, im Schnitt erwarteten die Experten die Verkäufe bei 716 Millionen Franken.

Massnahmen initiiert
Die Gruppe habe allerdings zur Sicherstellung der Liquidität und der Rentabilität Massnahmen initiiert, heisst es weiter. So baute der Konzern seine Kreditlinien um 140 Millionen auf 300 Millionen Franken aus. Zudem habe er „diverse Kostensparprogramme“ implementiert und die Kapazitäten an die tieferen Produktionsvolumen angepasst.

Der Personalbestand belief sich auf 13’163 Vollzeitstellen (Vorjahr 13’522), allerdings waren davon per Ende März 887 in Kurzarbeit. Der Auftragsbestand der Gruppe lag per Ende des Quartals noch bei 955 Millionen Franken (-8,3 Prozent).

Frankreich-Produktion zurückgefahren
Die grösste Division, die im Markt für Landtechnik tätige Kuhn-Gruppe, trug mit 300 Millionen Franken zum Konzernumsatz bei, ein Rückgang von 14,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Währungsbereinigt lag das Minus bei 9,5 Prozent. Die Division musste ihre Produktion in Frankreich Mitte März herunterfahren. Der Auftragseingang ging um 4,4 Prozent auf 237 Millionen zurück, währungsbereinigt stieg er aber um 1,5 Prozent.

In der zweitgrössten Division Hydraulics sank der Umsatz mit einem Minus von 16,3 Prozent (währungsbereinigt -13,3 Prozent) auf 150 Millionen nur leicht. Das Minus war auf den tieferen Auftragsbestand zurückzuführen. Der Auftragseingang hielt sich mit einem Minus von 2 Prozent (währungsbereinigt +1,6 Prozent) auf 158 Millionen Franken.

In der Division Bucher Municipal, welche Kommunalfahrzeuge für die Reinigung von Strassen, Kanälen oder für den Winterdienst herstellt, lag der Umsatz bei 114 Millionen (-15,3 Prozent, währungsbereinigt -10,9 Prozent). Der Auftragseingang sank leicht auf 132 Millionen (-0,7 Prozent, währungsbereinigt +4,9 Prozent).

In der Division Emhart Glass – die Maschinen für die Herstellung von Glasbehältern produziert – sackten Umsatz und Auftragseingang nach einem guten Vorjahr ebenfalls ab. Bei Bucher Specials, wo unter anderem Fruchtpressen zur Herstellung von Wein oder Fruchtsäften hergestellt werden konnte der Umsatz bei stark nachlassender Nachfrage knapp gehalten werden.

Deutlicher Umsatzrückgang im Gesamtjahr
Im Geschäftsjahr 2020 hätten sich die Unsicherheiten deutlich erhöht, stellt Bucher fest. Insgesamt rechnet der Konzern derzeit mit einem deutlichen Umsatzrückgang.

Die flexibler Kostenstruktur solle zu einer Betriebsgewinnmarge im tiefen bis mittleren einstelligen Bereich sowie einem weiterhin positiven Konzernergebnis führen, auch wenn dieses „markant tiefer als im Vorjahr ausfallen dürfte“, heisst es.

Mit dem Bestand an liquiden Mitteln von 350 Millionen Franken per Ende März sowie dem Ausbau der Kreditlinien sei der Konzern für die Krise finanziell gut gerüstet, betont er. (awp/mc/ps)

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