Burckhardt Comp. H1: Umsatzplus, markant mehr Aufträge

Marcel Pawlicek
Marcel Pawlicek, CEO Burckhardt Compression. (Foto: Burckhardt Compression © SCANDERBEG SAUER PHOTOGRAPHY)

Marcel Pawlicek, CEO Burckhardt Compression. (Foto: BC)

Winterthur – Der Kolbenkompressoren-Hersteller Burckhardt Compression (BC) hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2013/14 (per 30.09.) Umsatz und Auftragseingang zweistellig erhöht. Dabei zog vor allem das Geschäft mit Neumaschinen klar an, wogegen das Service-Geschäft rückläufig war. Ebenfalls tiefer als im Vorjahr liegen die Gewinnziffern und die Margen. Dies vor allem wegen Problemen bei zwei grösseren Kompressoren-Projekten, was im vergangenen September bereits zu einer moderaten Gewinnwarnung geführt hatte.

Der Umsatz stieg um knapp 11% auf 178,2 Mio CHF und der Auftragseingang legte um gut 23% auf 236,8 Mio zu. Hierbei zogen die Aufträge im Bereich Compressor Systems (CS) um gut 60% auf 169,9 Mio an, wogegen der Bereich Components, Services & Support (CSS) mit 66,9 Mio das «sehr hohe» Vorjahresniveau nicht halten konnte, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Gegenüber dem zweiten Semester 2012 habe sich indes lediglich ein Rückgang von 2,3% ergeben.

Der Anstieg des Umsatzes ist ebenfalls dem Geschäft mit Kompressorsystemen (CS) zu verdanken. Die Verkäufe im Bereich CSS gingen dagegen um gut 12% zurück, was sich mit der zeitlich ungleichen Verteilung grösserer Umbau- und Engineeringprojekte erkläre.

Rückstellungen für zwei wichtige Projekte
Der EBIT verminderte sich um gut 14% auf 25,2 Mio und der Reingewinn nahm um gut 12% auf 19,2 Mio ab. Die EBIT-Marge reduzierte sich entsprechend auf 14,1 von 18,3% im Vorjahr. Für den Gewinnrückgang verantwortlich sind – wie anlässlich einer Gewinnwarnung im September bereits mitgeteilt – vor allem zwei grössere Kompressorsystem-Projekte, welche «voraussichtlich» mit negativen Bruttomargen abschliessen würden und für die entsprechende Rückstellungen vorgenommen worden seien. Wegen des weiteren Ausbaus der Vertriebs- und Logistikstrukturen sind zudem die Vertriebs- und Verwaltungskosten gestiegen. Die Bruttomargen im Service-Bereich CSS lagen im ersten Semester «leicht» unter dem Vorjahresniveau.

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat BC die Erwartungen der Analysten lediglich mit dem Auftragseingang etwas übertroffen, mit den übrigen Kennzahlen dagegen verfehlt.

Neue Tochtergesellschaften in Singapur, Südafrika und Saudi-Arabien
Im Berichtsquartal sei entschieden worden, neue Tochtergesellschaften mit Service-Zentren in Singapur, Südafrika und Saudi-Arabien zu eröffnen. Die Präsenz vor Ort sei einer der Schlüsselfaktoren für den weiteren Ausbau der Geschäftsaktivitäten, so die Begründung. Überdies berichtet das Unternehmen von «weiteren Markterfolgen in neuen Anwendungsgebieten»: Es seien «bedeutende Bestellungen» eingegangen im Dual-Fuel-Bereich mit weiteren Brenngas-Kompressorsystemen des Typs «Laby-GI» für den Einsatz auf Flüssiggas-Tankern sowie im neuen Anwendungsgebiet Öl- und Gasproduktion (Upstream). Auch der Erfolg mit der erweiterten Produktlinie der Prozessgas-Kompressoren im oberen Leistungsbereich sei mit zusätzlichen Aufträgen fortgesetzt worden.

Reduzierter Ausblick vom September bestätigt
Der Ausblick vom vergangenen September, als BC die Guidance für die Marge leicht zurückgenommen hatte, wird bestätigt. Das Unternehmen rechnet demnach für das laufende Geschäftsjahr mit einem knapp 20% höheren Umsatz als im Vorjahr und einem Bestellungseingang über dem erwarteten Umsatz. Der Reingewinn werde voraussichtlich auf Höhe des Vorjahres liegen. Dies bedeute für das zweite Semester einen Reingewinn «deutlich» über demjenigen des ersten Halbjahres.

Die EBIT-Marge soll das untere Drittel des langfristigen Zielkorridors von 15-20% erreichen, und nicht wie Anfang Juni noch prognostiziert, das mittlere Drittel. Konkret dürfte die EBIT-Marge also im Bereich von 15 bis 16% liegen, statt bei 17 bis 18%.

Insgesamt entwickelten sich die Märkte «erwartungsgemäss weiterhin positiv», heisst es weiter in der heutigen Mitteilung. Die Zielausschüttungsquote von 50 bis 70% für die Dividende bleibt unverändert. (awp/mc/pg)

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