Cicor erleidet 2020 Einbruch von Umsatz und Gewinn und senkt Dividende

Alexander Hagemann
Cicor-CEO Alexander Hagemann. (Foto: Cicor)

Boudry – Die Industriegruppe Cicor hat im Geschäftsjahr 2020 einen markanten Umsatzeinbruch erlitten. Die Einbussen aus der ersten Jahreshälfte konnten nur beschränkt aufgeholt werden. Das Reinergebnis hat sich halbiert, entsprechend wird auch die Dividende gekürzt. Für die Zukunft zeigt sich das Unternehmen aber einigermassen zuversichtlich.

Das in den Bereichen Leiterplatten, Mikroelektronik und EMS (Electronic Manufacturing Services) tätige Unternehmen verzeichnete 2020 einen Umsatzrückgang von gut 15 Prozent auf 214,9 Millionen Franken, wie es am Donnerstag mitteilte. Das Minus lag damit am besseren Ende der Prognose vom vergangenen August.

Von den beiden Geschäftsbereichen hat die kleinere der beiden Divisionen, Advanced Microelectronics and Substrates (AMS), mit einem Minus von gut 14 Prozent auf 52,5 Millionen Franken etwas geringere Einbussen erlitten, als die grössere Division Electronic Solutions (ES) mit einem Minus von über 15 Prozent auf 163,1 Millionen.

Der Fokus auf die strategischen Anwendungen der Medizintechnik, Industrieelektronik sowie Aerospace & Defence hätten sich als vorteilhaft erwiesen, heisst es zum Geschäftsverlauf, denn der Umsatzrückgang sei in diesen Märkten deutlich weniger stark gewesen. So ging der Umsatz in den Sektoren Automotive & Transport, Watches & Consumer, Communications sowie sonstigen Anwendungen um beinahe einen Viertel zurück, während die strategischen Sektoren mit einem Rückgang von knapp 13 Prozent besser abschnitten. Insbesondere die Nachfrage aus der Medizintechnik sei trotz eines pandemiebedingten Einbruchs der Verkäufe an Hörgerätekunden stabil geblieben.

Reingewinn halbiert
Der Umsatzeinbruch wirkte sich auch auf der Ergebnisseite aus. Der EBIT fiel um gut 40 Prozent auf 8,9 Millionen und die EBIT-Marge auf 4,1 Prozent von 5,9 Prozent im Vorjahr. Der Reingewinn halbierte sich gleichzeitig auf 4,2 Millionen. Dieses Ergebnis sei durch die Aufwertung des Frankens, insbesondere gegenüber dem US-Dollar, belastet worden. Die Dividende soll denn auch um 50 Rappen auf 1,00 Franken gesenkt werden.

Mit Blick auf das laufende Jahr zeigt sich das Unternehmen «vorsichtig optimistisch», dies aufgrund der positiven Entwicklung der Auftragseingänge sowie der gut gefüllten Pipeline an Neuprojekten. Nebst der Corona-Pandemie wird eine mögliche erneute Verknappung bestimmter Vormaterialien und Komponenten als Risiko bezeichnet. Insgesamt dürfte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr ansteigen und die Ergebnisse der operativen Verbesserungen würden sich in einer höheren operativen Marge niederschlagen.

Bestätigt wurde zudem das Mittelfristziel einer EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent. Cicor will spätestens 2022 an die positive Entwicklung der Vorjahre anknüpfen können.

Mutationen im VR
Weiter gibt das Unternehmen Mutationen im Verwaltungsrat bekannt. So wird sich Robert Demuth an der kommenden GV nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Er hatte nach dem Tod von Heinrich Essing vor wenigen Monaten interimistisch das Präsidium des Gremiums übernommen.

Der Verwaltungsrat wird an der Generalversammlung vom 15. April 2021, gemäss Antrag der Hauptaktionärin HEB Swiss Investment AG Zürich, Daniel Frutig als Verwaltungsrat und dessen Präsidenten sowie Rüdiger Merz als Verwaltungsrat zur Wahl vorschlagen. Die beiden bisherigen Verwaltungsräte Andreas Dill und Erich Haefeli stellen sich zur Wiederwahl. (awp/mc/ps)

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