Cicor muss Übernahmepläne für TT Electronics begraben
Bronschhofen – Cicor muss seine Pläne zum Kauf von TT Electronics begraben. Die Aktionäre des britischen Mitbewerbers haben an einer ausserordentlichen Generalversammlung das Angebot zwar knapp angenommen, die notwendige Mehrheit wurde aber klar verfehlt.
An der heutigen Gerichts- und Generalversammlung der TT Electronics sei die für das Angebot von Cicor erforderliche Mehrheit von 75 Prozent der anwesenden und abgegebenen Stimmen nicht erreicht worden, teilten die Ostschweizer am Mittwoch mit. Lediglich knapp 52 Prozent stimmten für eine Übernahme durch Cicor.
«Wir bedauern, dass unser Angebot nicht die erforderliche Mehrheit erhalten hat und das Scheme of Arrangement damit hinfällig geworden ist», wird in der Mitteilung CEO Alexander Hagemann zitiert. Somit werde die vorgeschlagene Akquisition nicht weiterverfolgt.
Infolge des Abbruchs werden Transaktionskosten in Höhe von rund 5 Millionen Franken und weitere 2 Millionen als finanzielle Aufwendungen in der Erfolgsrechnung 2025 erfasst. Cicor muss deshalb die Prognosen für den operativen Gewinn im vergangenen Jahr nach unten anpassen.
Neu wird mit einem ausgewiesenen EBITDA von 53 bis 57 Millionen Franken gerechnet, bisher lag dieser Wert bei 58 bis 62 Millionen. Bereinigt um einmalige Effekte von insgesamt 10 Millionen erwartet das Unternehmen weiterhin einen EBITDA zwischen 63 und 67 Millionen Franken.
Widerstand des Hauptaktionärs
Cicor hatte die Absicht, TT Electronics zu übernehmen, vergangenen Oktober bekanntgegeben. Mit dem britischen Anbieter von Elektroniklösungen für missionskritische Anwendungen hätte sich der Umsatz von Cicor auf rund 1,2 Milliarden Franken verdoppelt. Die Ostschweizer wären zudem zu einer Reihe von Produktionsstätten in Grossbritannien und in den USA gekommen.
Den Aktionären von TT offerierte Cicor ursprünglich eine Barkomponente und einen Anteil von Cicor-Aktien. Insgesamt belief sich der Kaufpreis auf rund 300 Millionen Franken. Das Angebot wurde vom TT-Verwaltungsrat unterstützt, nicht aber vom grössten Einzelaktionär DBAY Advisors, der rund 24,5 Prozent an TT hält.
In der Folge hatte Cicor das Angebot überarbeitet und den TT-Aktionären eine endgültige, vollständig in bar zahlbare Offerte von 150 Pence je Aktie gemacht. Am Gesamtpreis hätte sich dadurch indes nichts geändert. Der Aktionär konnte sich aber auch für eine Kombination aus Bargeld und Aktien entscheiden.
DBAY Advisors überlegte sich zwischenzeitlich, ein eigenes Angebot für TT Electronics vorzulegen, sah dann Mitte Dezember aber von diesen Plänen ab. Gleichzeitig bekräftigte der Finanzinvestor seine Ablehnung des Cicor-Angebots. (awp/mc/pg)