Clariant-CEO: Akquisitionen oder Desinvestitionen stehen weiter zur Debatte

Hariolf Kottmann
Clariant-VRP Hariolf Kottmann. (Foto: Clariant)

Zürich – Beim Spezialchemiekonzern Clariant sind Akquisitionen auch nach der gescheiterten Fusion mit Huntsman ein Thema. Dies erklärte Konzernchef Hariolf Kottmann im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin „ECO“ von SRF, das am Montagabend ausgestrahlt wurde.

Auf die Frage, ob er ein anderes Übernahmeziel anstrebe, sagte Kottmann: „Ich würde das heute Abend offen lassen. Wir versuchen, profitabler und innovativer zu werden, um schneller zu wachsen. Dazu gehören natürlich auch Portfolio-Massnahmen wie Akquisitionen oder Desinvestitionen.“

Einem Verkauf der grössten Division Plastics&Coatings, wie sie vom oppositionellen Aktionär White Tale angeregt wird, erteilte Kottmann indes erneut eine Absage: „Das ist unsere Akquisitionswährung.“ Gleichzeitig spielte der Clariant-Lenker die Wahrscheinlichkeit herunter, das Unternehmen könnte auf der Suche nach einem weissen Ritter sein. Man habe sich als unabhängiges Unternehmen gut entwickelt und besitze Optionen zur Wertschöpfung.

Zweifel an Erklärungen White Tales
Vertreter von White Tale hatten vor zwei Monaten in Zeitungsinterviews erklärt, man sehe sich als langfristig orientierte Aktionäre. Kottmann mag diesen Aussagen nicht so recht Glauben schenken. „Ich denke, der aktivistische Aktionär sucht einen Ausstieg, und er muss diesen Ausgang selbst finden, oder wir bieten einen für ihn“, sagte er.

Dieser Ausgang könnte etwa die Gestalt einer weiter steigenden Clariant-Aktie haben. „Wir haben über die Jahre eine Strategie umgesetzt, die zur Wertsteigerung geführt hat. Und diese Strategie muss in den nächsten Wochen und Monaten geschärft und fokussiert werden“, erklärte Kottmann hierzu.

White Tale wollte sich nach Angaben des Wirtschaftsmagazins nicht vor der Kamera äussern. (awp/mc/ps)

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