Clariant kommt zu Jahresbeginn noch nicht vom Fleck

Ernesto Occhiello
Clariant-CEO Ernesto Occhiello. (Foto: Clariant)

Muttenz – Der Chemiekonzern Clariant ist im ersten Quartal 2019 noch nicht richtig vom Fleck gekommen. Das bereits eher schwache Schlussquartal des vergangenen Geschäftsjahres kann damit noch nicht vergessen gemacht werden.

Wegen des Gegenwinds an der Währungsfront und trotz höherer Preise konnte der Umsatz im Startquartal lediglich knapp gehalten werden. Die verkauften Volumina gingen dagegen zurück. Mit Blick auf die verstärkte Zusammenarbeit mit dem saudischen Grossaktionär Sabic und dem damit verbundenen Umbau zeigt sich das Unternehmen aber dennoch einigermassen zuversichtlich, nicht zuletzt auch wegen positiver Zeichen aus verschiedenen Märkten.

„Die Zusammenarbeit mit Sabic verläuft sehr gut“, sagte Finanzchef Patrick Jany in einem Telefoninterview mit AWP. „Wir werden 2019 verschiedene Schritte finalisieren und qualitativ einen wesentlichen Schritt nach vorne machen“, zeigt er sich zuversichtlich. Bekanntlich will Clariant verschiedene weniger gut rentierende Teilbereiche wie das Geschäft für die Pharma-Verpackungsindustrie, das Pigmente-Geschäft und Teile von Masterbatches (Farbgranulate) devestieren.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, diese Bereiche bis Ende 2020 veräussert zu haben“, so Jany. Allenfalls werde bereits im laufenden Jahr ein entsprechender Verkaufsvertrag abgeschlossen, zuerst müssten diese Geschäfte aber sauber abgetrennt werden.

Volumina im Q1 gesunken
Durch die Zusammenlegung von Geschäften mit dem neuen Ankeraktionär Sabic soll das Portfolio Clariants eine neue Qualität erhalten und die Profitabilität deutlich steigen. So sollen etwa die Geschäftsbereiche mit Additiven und hochwertigen Masterbatches mit Teilen von Sabic zusammengeführt werden und künftig den Geschäftsbereich High Performance Materials (HPM) bilden. Dazu braucht es noch das Placet der Wettbewerbshüter, danach sollte die Sparte gemäss Jany ab 2020 operativ aktiv sein.

Hinsichtlich des Geschäftsverlaufs im ersten Quartal räumte Jany ein, dass die verkauften Volumen der Gruppe gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent zurückgegangen sind.

Konkret sank der Umsatz um 0,4 Prozent auf 1’715 Millionen Franken, womit sich die Situation gegenüber dem vierten Quartal 2018 zumindest in Franken gemessen etwas verbessert hat. Damals resultierte noch ein Minus von 3 Prozent. Das Wachstum in Lokalwährungen lag im Schlussquartal bei 3 Prozent, im neuen Jahr erreichte es nun noch 2 Prozent.

Plastic & Coatings als Bremsklotz
Zum in Lokalwährung höheren Umsatz trugen drei Sparten bei: Nämlich Care Chemicals (+2%), die unter anderem Zusatzstoffe für Waschmittel oder Kosmetika herstellt, Catalysis (Katalysatoren für chemische Prozesse; +4%) und Natural Resources (+10%), die Chemikalien für die Öl- und Bergbauindustrie produziert. Einzig die Plastik- und Beschichtungssparte (Plastic & Coatings; ) setzte 2 Prozent weniger um als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Alle Sparten erzielten dabei eine operative Gewinnmarge (EBITDA) im zweistelligen Bereich.

Auf Konzernstufe bildete sich diese Marge allerdings um gut einen Prozentpunkt auf 13,8 Prozent zurück, absolut gesehen lag der EBITDA mit 236 Millionen um 8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang war den Sparten Plastic & Coatings und Natural Resources geschuldet. Erstere litt insbesondere unter der schwächeren Nachfrage in Asien und letztere unter dem Preisdruck im Bereich Oil Services.

Nach vorne schauend zeigte sich Jany aber keineswegs pessimistisch. Zuletzt hätten vor allem die Zielmärkte Elektronik und Automobil sowie geografisch gesehen China geschwächelt. Nun gebe es aber in verschiedenen Bereichen Anzeichen für eine Verbesserung im Jahresverlauf und auf einen Abbau der Lagerbestände. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr 2019 wollte Jany gleichwohl nicht abgeben.

An der Börse büssten die Aktien am Dienstag aufgrund der Margenschwäche 2,8 Prozent ein. (awp/mc/ps)

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