Clariant im ersten Quartal wieder mit Gewinn

Hariolf Kottmann
Clariant-VRP Hariolf Kottmann. (Foto: Clariant)

Clariant-CEO Hariolf Kottmann. (Foto: Clariant)

Muttenz – Der Chemiekonzern Clariant hat im ersten Quartal 2015 wieder einen Gewinn geschrieben und erstmals seit Langen im ersten Jahresviertel einen positiven Cashflow generiert. Während das Unternehmen ein starkes Volumenwachstum verzeichnete, drückte die Frankenstärke auf die Verkäufe.

Der Umsatz sank in der Folge um 2% auf 1,47 Mrd CHF. In Lokalwährungen erhöhte er sich jedoch um 4%, wie Clariant am Mittwoch mitteilte. Den negativen Währungseffekten von 6% stand ein Volumenwachstum von 5% gegenüber. Die durchschnittlichen Verkaufspreise sanken nicht zuletzt wegen des billigeren Rohöls um 1%.

Vor Einmaleffekten sank der EBITDA um 2% auf 206 Mio CHF, während der EBIT um 1% auf 142 Mio anzog. Die EBITDA-Marge vor Sondereffekten lag mit 14,1% auf dem Vorjahreswert. Unter dem Strich weist Clariant einen Reingewinn von 87 Mio aus. Im Vorjahr hatte noch ein Verlust von 48 Mio resultiert.

Die Rückkehr in die Gewinnzone ist auf geringere Restrukturierungskosten und den Wegfall eines Abschreibers im Vorjahr zurückzuführen. An Einmaleffekten wurden so insgesamt 13 Mio CHF verbucht, das sind 86 Mio weniger als im Jahr zuvor.

Mit diesen Zahlen wurden die Analysten-Prognosen (AWP-Konsens) erfüllt bis übertroffen.

Deutlich mehr Cashflow
Clariant hat zudem einen positiven Cashflow von 14 Mio CHF generiert, nach einem Abfluss von 51 Mio im Jahr zuvor. «Ein positiver Cashflow bereits zum Jahresstart ist sehr unüblich für uns» erklärte Finanzchef Patrick Jany im Gespräch mit AWP und verwies auf die Saisonalität des Geschäfts. Normalerweise generiere Clariant seinen Cashflow in der zweiten Jahreshälfte, während im ersten Halbjahr ein Lageraufbau stattfinde.

Der gute Start ins Jahr macht Jany daher zuversichtlich, dass Clariant endlich den Beweis erbringen kann, dass das Unternehmen den höheren EBITDA auch in einen verbesserten Geldfluss ummünzen kann. Der Cashflow werde sich in diesem Jahr gegenüber 2014 um «einige hundert Millionen» verbessern, sagte Jany. «Kurzfristig sind sicher 500 bis 600 Millionen möglich», präzisierte er.

Abschreiber auf Lager
Die Bruttomarge lag mit 30,8% um 1,9 Prozentpunkte über der Vorjahresperiode. Clariant profitierte dabei von den höheren Volumen und nicht zuletzt von geringeren Rohmaterialkosten. Denn Einsparungen auf der Beschaffungsseite müssen nicht unmittelbar an die Kunden weitergegeben werden.

Weil sich aber viele chemische Rohstoffe, die schon lange in den Regalen liegen, in den letzten Monaten verbilligt haben, musste Clariant einen Abschreiber auf den Lagerbestand vornehmen. Laut Jany handelt es sich um einen «hohen einstelligen Millionenbetrag».

Regionen und Bereiche
Nach Regionen betrachtet verzeichnete Lateinamerika ein markantes Wachstum in Lokalwährungen von 23%. Zum Umsatzplus von 8% in Asien/Pazifik hätten Indien und China nicht beigetragen, so Clariant. Es sei vielmehr auf die kleineren Ländergesellschaften zurückzuführen. In der Region Naher Osten und Afrika sanken die Verkäufe um 6%; Clariant verweist auf ein «sehr starkes» Ergebnis im Vorjahr.

Eine starke Nachfrage bei Catalysis sowie ein anhaltendes Wachstum in Oil & Mining Services habe in Nordamerika zu einem Wachstum von 3% geführt, während Europa einen Rückgang um 2% verzeichnet habe.

Nach Bereichen betrachtet stagnierte Care Chemicals in Lokalwährungen, was auf die Eliminierung von tiefmargigen Produkten zurückzuführen sei. Auf vergleichbarer Basis hätte ein Wachstum von 4% resultiert. Der Umsatz in Catalysis & Energy stieg um 26% mit einem starken Wachstum in sämtlichen Geschäften.

Die Verkäufe bei den Natural Resources erhöhten sich um 8%, laut Clariant dank Oil & Mining Services. Im Bereich Plastics & Coatings schliesslich wuchs der Umsatz um 1%. Hier habe ein starker März den schwachen Jahresstart kompensiert.

Ziele bestätigt
Clariant bekräftigt den zuletzt im Februar gegebenen Ausblick. Demnach rechnet das Unternehmen im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich und einer verbesserten EBITDA-Marge vor Sondereffekten. (awp/mc/upd/ps)

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