Coltene erzielt wegen Sondereffekten weniger Gewinn

Martin Schaufelberger
Coltene-CEO Martin Schaufelberger. (Foto: Coltene)

Altstätten – Der Dentalbedarfs-Hersteller Coltene hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 wegen Sondereffekten aufgrund seiner Zukäufe weniger verdient. Ohne diese Effekte wäre der Gewinn jedoch gestiegen. Die Dividende soll gleich hoch wie im Vorjahr ausfallen.

Konkret erwirtschaftete Coltene einen Betriebsgewinn (EBIT) von 23,7 Millionen Franken, 7 Prozent weniger als im Vorjahr. Er sei allerdings von nicht operativen, einmaligen Sonderkosten aus der Erstkonsolidierung der Akquisitionen beeinflusst worden, teilte der Hersteller von zahnmedizinischen Verbrauchsgütern und Kleingeräten für Zahnarztpraxen am Donnerstag mit. Diese beliefen sich auf 7 Millionen Franken.

Die Profitabilität kam infolgedessen doch deutlich unter Druck. Die entsprechende Marge lag noch bei 11,6 Prozent nach 15,2 Prozent im Vorjahr. Ohne die Sonderkosten wäre der EBIT um einen Fünftel auf 30,7 Millionen Franken gestiegen. Unter dem Strich resultierte ein um 22 Prozent tieferer Reingewinn von 14,9 Millionen. Ohne Sonderkosten hätte sich der Reingewinn auf 21,3 Millionen Franken belaufen.

Höherer Umsatz dank Übernahmen
Bereits bekannt war, dass Coltene den Umsatz um 21,4 Prozent auf 204 Millionen Franken gesteigert hat. Dies ist ebenfalls den genannten Akquisitionen der Firmen Kenda, Scican und Micro-Mega zu verdanken, die 30,4 Millionen Franken Umsatz erzielten und damit 18,1 Prozent zum Wachstum beitrugen.

Das währungsbereinigte Wachstum aus eigener Kraft der angestammten Aktivitäten der Coltene-Gruppe lag mit 2,7 Prozent am oberen Ende des geschätzten Marktwachstum von 2 bis 3 Prozent. Mit Ausnahme von Lateinamerika wuchs Coltene überall zweistellig, wie das Unternehmen im Februar mitgeteilt hatte. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 3,00 Franken vor – gleich viel wie im Vorjahr.

Weitere Steigerung der EBIT-Marge
Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2019 peilt die Gruppe nun wieder eine Steigerung der EBIT-Marge trotz weiteren Integrationskosten für die übernommenen Firmen an. Zudem sollen die Zukäufe sowie auch eine „erfreuliche Entwicklung im angestammten Geschäft“ zu einem fortgesetzten kräftigen Wachstum führen.

Basis dazu bildeten die neuen Wachstumschancen aus dem Zusammenschluss mit Scican und Micro-Mega, Synergiepotenziale und Skaleneffekte sowie der fortgesetzte, gezielte Ausbau und die Stärkung der Verkaufsteams vornehmlich in den Schlüsselmärkten Europa, Asien und China.

Baldiger Wechsel zu Swiss GAAP FER
Der vorgelegte Zahlenkranz ist der letzte, bei dem die Bilanzierung noch nach dem Standard IFRS erfolgte. Wie Coltene bereits früher mitgeteilt hatte, wird die Rechnungslegung 2019 auf den Schweizer Standard Swiss GAAP FER umgestellt. Dieser wird erstmals beim Halbjahresergebnis angewandt.

Swiss GAAP FER sei weniger komplex und koste weniger, hiess es. Mit dem Wechsel von IFRS zu Swiss GAAP FER wird Coltene den gesamten bilanzierten Goodwill mit dem Eigenkapital verrechnen. Damit kommt es zu einer Verkürzung der Bilanz und zu einer Reduktion der Eigenkapitalquote.

Zudem werde die Bilanz im Wesentlichen um die Vorsorgeverpflichtungen gemäss IAS 19 entlastet und auch die dafür nötigen aktuarischen Bewertungen würden in Zukunft wegfallen, hiess es. Auf den Reingewinn werde sich dies im Normalfall leicht positiv auswirken. (awp/mc/pg)

Coltene

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