Comet steigert Umsatz und Gewinn 2017 deutlich

René Lenggenhager
René Lenggenhager, CEO Comet. (Foto: Comet)

Flamatt – Comet hat im Geschäftsjahr 2017 dank eines florierenden Halbleitergeschäfts deutlich mehr umgesetzt und verdient. Alle Segmente und Regionen trugen zum Umsatzwachstum bei, insbesondere das US-Halbleitergeschäft. In Analystenkreisen kommen die Neuigkeiten aber verhalten an, weil die Erwartungen etwas enttäuscht wurden.

Konkret stieg der Umsatz der auf Röntgen- und Hochfrequenz-Technologie spezialisierten Gruppe um 32% auf 438,4 Mio CHF, wie diese am Montag in einer Vorabmeldung mitteilte. Der operative Gewinn (EBITDA) verbesserte sich um 40% auf 50,9 Mio CHF, was mit 14,5% (VJ 14,3%) ein leicht höhere Marge ergibt. Unter dem Strich legte der Reingewinn um 30% auf 35,5 Mio CHF zu. Bei einer Verzinsung des eingesetzten Kapitals von 16,2% (ROCE) habe die Gruppe ausserdem Mehrwert geschaffen, heisst es. Die genauen Konzern-Zahlen werden am 15. März veröffentlicht.

Wie Comet ausserdem mitteilte, kommt es mittelfristig zu einem Wechsel auf dem Posten des Verwaltungsratspräsidenten. Hans Hess, seit 2005 Mitglied und seit 2007 Präsident des Gremiums, wird an der Generalversammlung vom April 2019 nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Hess, der der Öffentlichkeit etwa als Präsident des Wirtschaftsverbandes Swissmem bekannt ist, möchte das «Präsidium in jüngere Hände legen und beruflich schrittweise etwas kürzertreten», heisst es. Der Comet-Verwaltungsrat will die Nachfolge laut Mitteilung «offen gestalten» und hat den Such-Prozess gestartet.

Analysten etwas enttäuscht
Bei Analysten sorgen die Geschäftszahlen von Comet für etwas Enttäuschung. So schreibt die ZKB in einem Kommentar, dass sich die erzielte EBITDA-Marge im unteren Bereich der in Aussicht gestellten Zielgrössen bewege. Man sei von einem klar besseren Wert ausgegangen, wobei Comet über die Gründe für die Enttäuschung keine Angaben gemacht habe. Die ZKB spekuliert daher, dass einerseits Verzögerungen bei den Kundenauslieferungen aufgetreten seien, andererseits der Rollout des Ebeam-Geschäfts nur schleppend vorangekommen sei. Das Rating belässt die ZKB bei «Marktgewichten».

Auch die Bank Vontobel betont, dass man für die tiefer als erwartete Rentabilität weitere Erklärungen benötige, die Comet jedoch erst Mitte März bereitstellen werde. Der zuständige Analyst schreibt: «Es muss geklärt werden, ob die höheren Kosten auf Investitionen in zukünftiges Wachstum oder auf potenzielle Bruttomargenauswirkungen zurückzuführen sind.» Dabei hätte er im zweiten Halbjahr 2017 angesichts des sequenziellen Umsatzwachstums von 10 Mio CHF etwas mehr Leverage erwartet. Mittelfristig bleibt Vontobel angesichts des günstigen Ausblicks für alle Geschäftssegmente aber optimistisch. «Buy»-Rating und Kursziel von 182 CHF werden bestätigt.

Schliesslich äussern sich auch Baader Helvea. Sie betonen – ähnlich wie schon die ZKB – dass sich wohl anhaltend hohe Investitionen in den Ausbau neuer Ebeam-Anwendungen negativ auf den Gewinn ausgewirkt hätten. Ausserdem vermutet die Bank, dass wohl Volumenrabatte im boomenden Halbleitergeschäft sowie ungünstige Wechselkurseffekte eine negative Wirkung gehabt haben dürften. Folglich könnten eine niedrigere Gewinnbasis und eine tiefere Leverage zu einem gewissen Revisionspotenzial führen. Die Bank bestätigt vorerst ihr «Hold»-Rating und ihr Kursziel von 160 CHF.

Aktie im Plus
Die Anteilsscheine von Comet reagierten am Montag leicht positiv auf die Neuigkeiten, während sich der Gesamtmarkt deutlich erholte. Bis Börsenschluss gewannen Comet lediglich 0,1% auf 144,20 CHF gegenüber einem Plus im SPI von 1,6%.

Die Comet-Gruppe stellt High-Tech-Komponenten und Systeme im Bereich Röntgen und Hochfrequenz her. Diese Produkte kommen unter anderem bei der Material- und Sicherheitsprüfung, der Beschichtung und Behandlung von Oberflächen sowie der kontaktfreien Sterilisierung zum Einsatz. Weltweit arbeiten über 1’400 Personen für das Unternehmen. (awp/mc/ps)

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