Comet: Umsatz steigt um 20 Prozent

Hans Hess

Hans Hess, VRP Comet AG.

Flamatt – Die Comet-Gruppe hat trotz Frankenstärke Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. In der zweiten Jahreshälfte rechnet der Hersteller von Röntgenmodulen und Vakuumkondensatoren allerdings mit einer Verschärfung des Wettbewerbs und hat daher die Prognosen für das Gesamtjahr nach unten revidiert. Mit der Übernahme der deutschen Stolberg HF-Technik verstärkt Comet ausserdem die Marktposition im RF Power Supply-Geschäft.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um einen Fünftel auf 116,8 Mio CHF, in Lokalwährungen wuchs er gar um 36%. Der Betriebsgewinn EBITDA erhöhte sich um 26% auf 15,5 Mio und der EBIT um 50% auf 9,4 Mio CHF. Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 5,4 Mio CHF nach 2,1 Mio im Vorjahr. Entsprechend nahm der Gewinn pro Aktie auf 7,09 CHF von 2,78 CHF zu.

Auswirkungen der Frankenstärke gedämpft
Die negativen Effekte des starken Schweizer Frankens hätten mit den hohen Umsätzen und restriktivem Kostenmanagement gedämpft werden können, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Der Free-Cash-Flow stieg auf 7,2 Mio CHF nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Minus von 2,2 Mio resultiert hatte. Die Bilanz ist mit einer Eigenkapitalquote von 53,8% weiterhin «solide». Die eingeschlagene Wachstumsstrategie habe Früchte getragen, heisst es. Das Wachstum stamme zu konstanten Währungen aus allen Geschäftsbereichen und Regionen. Am stärksten sei die Division Systems gewachsen, die von einer starken Nachfrage aus der chinesischen Automobilindustrie profitiert habe. Die geographische Umsatzverteilung verschob sich so weiter zugunsten Asiens. Dort werden 40% (VJ 37%) des Umsatzes erwirtschaftet. In Europa liegt der Anteil bei 28% (24%) und in Nordamerika sank er auch aufgrund des schwachen Dollar auf 30% (37%).

Starke Nachfrage in Division Systems
In der Division Systems wuchs der Umsatz um 36% auf 59,6 Mio CHF, in lokalen Währungen waren es gar 54%. Nebst der starken Nachfrage in den Märkten Automobil, Energie und Luftfahrt habe die Division von der erfolgreichen Vermarktung kundenspezifischer Software- und Produktfeatures sowie der Steigerung des Service-Geschäfts profitiert. Der EBITDA fiel mit 3,9 Mio positiv aus, nach einem Verlust von 0,4 Mio im Vorjahr. Die Division Modules & Components bekam den starken Franken deutlich zu spüren. Der Umsatz erhöhte sich in Franken nur moderat auf 66,3 Mio, während er währungsbereinigt um knapp 18% wuchs. Der EBITDA fiel aufgrund der Dollarschwäche auf 12,3 Mio nach 14,8 Mio zurück. Im Bereich Industrial X-Ray konnte Comet den Umsatz des Vorjahres nicht halten. Er sank auf 26,5 Mio von zuvor 28,2 Mio, währungsbereinigt wäre er allerdings um rund 5% gewachsen. Bei den Vacuum Capacitors stiegen die Verkäufe dagegen um 12% auf 39,8 Mio.

Gesamtjahr: EBITDA- und Umsatzprognose gesenkt
In der zweiten Jahreshälfte erwartet Comet einen weiterhin starken Schweizer Franken und damit eine Verschärfung des Wettbewerbs vor allem mit Konkurrenten aus dem Dollarraum. Zudem dürfte sich die Nachfrage in der Halbleiterindustrie abkühlen. Damit dürften Umsatz und Profitabilität im zweiten Halbjahr unter den Ergebnissen des starken ersten Semester liegen, so Comet. Im Gesamtjahr 2011 rechnet die Gruppe mit einem EBITDA und einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Bislang wurden ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich und Margen-Verbesserungen erwartet.

Massnahmen gegen Fremdwährungsrisiken
Aufgrund des ausgeglichenen Verhältnisses von Umsatz und Kosten im Euro-Raum sei das Fremdwährungsrisiko gegenüber dem Euro weitestgehend abgesichert, heisst es weiter. Das Fremdwährungsrisiko beim US-Dollar werde derweil mit kurz- und mittelfristigen Massnahmen wie Devisentermingeschäften oder vermehrten Einkäufen in Fremdwährungen minimiert. Zudem seien gezielte Massnahmen zur Kostenoptimierung in Umsetzung. Weitergehende, strukturelle Massnahmen würden bei anhaltender Aufwertung des Schweizer Frankens geprüft.

Comet übernimmt Stolberg HF-Technik
Gleichzeitig mit den Zahlen wurde auch noch eine kleiner Akquisition bekannt gegeben, und zwar wurde die deutsche Stolberg HF-Technik für einen Preis von 5,3 Mio EUR übernommen. Stolberg entwickelt und produziert den Angaben zufolge vor allem RF- und VHF-Generatoren. Damit verfüge Comet über alle Voraussetzungen, um ganze RF Power Supply Systeme aus einer Hand mit aufeinander abgestimmten Komponenten zu entwickeln und diesen neuen Markt rasch erschliessen zu können, heisst es. (awp/mc/ps)

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