comparis.ch geht von Anstieg der Krankenkassenprämien um 5 % aus

Krankenkasse
(Foto: 18percentgrey - Fotolia.com)

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Zürich – Der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch hat für das nächste Jahr einen durchschnittlichen Anstieg der Krankenkassenprämien um 4,9 Prozent berechnet. Die Hochrechnung basiert auf provisorischen Prämien von Krankenkassen, bei denen über zwei Drittel der Versicherten die Grundversicherung abgeschlossen haben.

«Bei den 4,9 Prozent handelt es sich um einen Durchschnittswert. Einige Versicherte müssen sich auf spürbar höhere Aufschläge einstellen, wenn sie bei ihrer derzeitigen Kasse, im derzeitigen Versicherungsmodell und bei der derzeitigen Franchise bleiben», erklärt Andreas Lüber, Krankenkassen-Experte von comparis.ch. «Für manchen Versicherten wird es wohl auch in diesem Jahr eine Erhöhung im zweistelligen Prozentbereich geben.»

Bei den Prämienaufschlägen 2016 zeigt sich gemäss der Hochrechnung:

  • Wie in früheren Jahren steigen die Prämien für alternative Versicherungsmodelle überdurchschnittlich. Wer im Hausarztmodell versichert ist, wird demnach 5,2 Prozent mehr bezahlen müssen. Für Versicherte im Telmed-Modell fallen 5,5 Prozent mehr Prämie an, für Versicherte im HMO-Modell sogar 6,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Standardmodell liegt das Prämienplus im Schnitt bei 4,1 Prozent.
  • Die Hochrechnung zeigt ausserdem zwischen den Kantonen eine ungleiche Entwicklung. Die höchsten Prämienanstiege sind demnach im Appenzell Ausserrhoden (plus 8,5 Prozent), in St. Gallen (plus 6,2 Prozent) und Neuenburg (plus 6,0 Prozent) zu erwarten. Am unteren Ende des kantonalen Rankings finden sich Waadt und Wallis (je plus 3,8 Prozent) und Uri (plus 3,0 Prozent). Tendenziell sind die überdurchschnittlichen Erhöhungen vor allem auf dem Land festzustellen, während die städtisch geprägten Kantone unter dem Schnitt liegen: Bern (plus 4,0 Prozent), Zürich (plus 4,5 Prozent), Basel-Stadt (plus 4,6 Prozent) und Genf (plus 4,7 Prozent).
  • Bei den Altersgruppen fällt auf: Auf die jungen Versicherten kommt ein überdurchschnittliches Plus von 5,2 Prozent zu. Bei der Franchise gilt tendenziell: Je höher die Franchise, desto höher der Aufschlag. Die Prämien von Erwachsenen mit einer 300er-Franchise steigen im Schnitt um 4,4 Prozent. Wer hingegen mit einer Franchise von 2000 Franken mehr Eigenverantwortung übernimmt, wird im nächsten Jahr 6,7 Prozent mehr Prämie zahlen. Bei der 2500er-Franchise fallen 6,2 Prozent mehr an. Für junge Erwachsene mit einer 2000er-Franchise sagt die Hochrechnung sogar ein Plus von 7,2 Prozent voraus und für die auch in dieser Altersgruppe beliebte Franchise von 2500 Franken ein Plus von 6,4 Prozent.

Prämientreiber Gesundheitskosten
Experte Lüber nennt als Hauptgrund für die steigenden Krankenkassen-Prämien die wachsenden Gesundheitskosten. «Die Prämien sind immer ein Abbild der Gesundheitskosten», sagt er. Zurückzuführen sei der Anstieg auf den Kostenschub in Spitälern und Arztpraxen, auf die steigenden Ausgaben für Medikamente in der Grundversicherung sowie auf Bagatell-Konsultationen von Notfallärzten in Spitälern. «Bei den steigenden Kosten im Gesundheitssystem spielen die zunehmende Anspruchshaltung in der Bevölkerung und der medizinische Fortschritt eine ganz wichtige Rolle», so der Experte. (comparis.ch/mc/pg)

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