CPH verharrt 2011 in den roten Zahlen

Peter Schildknecht

Peter Schildknecht, CEO CPH Chemie + Papier Holding.

Perlen – Die Chemie + Papier Holding (CPH) hat ein weiteres schwieriges Jahr hinter sich. Zwar vermochte sich die Gruppe auf Stufe Umsatz zu verbessern. Operativ klafft aber nach wie vor ein Loch in der Erfolgsrechnung. Vor allem der starke Schweizer Franken hat die Ergebnisse in Mitleidenschaft gezogen. Die Aktionäre des Chemie- und Papierherstellers sollen trotz den roten Zahlen mit einer Dividende belohnt werden.

Der EBITDA hat sich zwar um 62% auf 46,8 Mio CHF erhöht und die entsprechende Marge wurde auf 9,0% von 6,9% ausgebaut. Der Betriebsergebnis auf Stufe EBIT erreichte indes mit -20,0 Mio CHF nicht die Gewinnzone. Im Vorjahr betrug das Minus noch 30,7 Mio. Die grosse Differenz zwischen EBITDA und EBIT ist in erster Linie mit Abschreibungen auf Sachanlagen von 64,8 Mio CHF zu begründen. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 17,9 Mio CHF (VJ -20,0 Mio). Trotz Verlust soll den Aktionären eine Dividende von 13 CHF pro Titel aus den Kapitalreserven ausgeschüttet werden. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch auf eine Ausschüttung verzichtet.

Über 80% Umsatz im Ausland
Wie CPH am Freitag mitteilt, hat die Gruppe im Berichtsjahr den starken Franken zu spüren bekommen. CPH erwirtschaftet über 80% des Umsatzes im Ausland, rund 70% der Kosten fallen aber in der Heimwährung an. Die verschlechterten Währungsverhältnisse belasteten das Betriebsergebnis mit 24,2 Mio CHF, heisst es weiter. Gleichzeitig hätten die Rohstoffkosten sehr stark angezogen, insbesondere bei Altpapier. Bereits Ende Januar hatte das Unternehmen für 2011 den Nettoumsatz angegeben. Die Erlöse stiegen um 25% auf 520,9 Mio CHF. Im Bereich Chemie verbesserte sich der Umsatz um 3,3% auf 100,6 Mio und im Bereich Papier um 44% auf 314,6 Mio CHF. Die Verkäufe im Verpackungssegment kletterten um 3,9% auf 105,7 Mio CHF.

21 Stellen geschaffen

Der Papierhersteller schuf im vergangenen Jahr 21 Stellen, primär im Verpackungsbereich. Wegen dem Verkauf der Feinchemie ging der Personalbestand trotzdem von 941 auf 853 Mitarbeiter zurück. Ferner gibt die Gruppe bekannt, dass Verwaltungsratsmitglied Richard Kind auf die Generalversammlung hin aus dem Gremium zurücktreten wird. Auf eine Nachfolgenominierung verzichtet der Verwaltungsrat vorerst.

Ausblick verhalten optimistisch
Die Gruppe zeigt sich für 2012 verhalten optimistisch. Die Marktaussichten im Bereich Verpackung seien weiterhin gut, auch wenn sich das Wachstum wegen der wirtschaftlichen Entwicklung etwas verlangsamen dürfte. Die Silikatchemie geht insgesamt von einer stagnierenden Lage aus. Mit der Konzentration auf erfolgversprechende Märkte und einer weiteren Verlagerung hin zu margenträchtigeren Produkten sollten die beiden Bereiche ihre Profitabilität weiter steigern. Der Markt für Zeitungsdruck- und Magazinpapiere werde auch in Zukunft leicht rückläufig sein, so die CPH. Die voranschreitende Konsolidierung in der Papierindustrie und die damit einhergehende Reduktion von Kapazitäten sollten aber einen Ausbau des Absatzes erlauben. Gemäss CPH zeichnet sich eine gewisse Entspannung bei den Rohstoffpreisen ab – insbesondere beim Altpapier.

2012: Währungsenmtwicklung im Zentrum
Zentral sei aber nach wie vor das Währungsgefüge. Bei einem unveränderten Euro-Franken-Kurs sei eine Stabilisierung auf der Ertragsseite möglich. Insgesamt dürfte die CPH-Gruppe 2012 operativ weitere Fortschritte erzielen, kommt der Papierhersteller zum Schluss. (awp/mc/ps)

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