Credit Suisse ZEW Indikator im Januar kaum verändert

Konjunktur Schweiz

Zürich – Die Erwartungshaltung von Ökonomen und Analysten bezüglich des Verlaufs der Schweizer Konjunktur in den kommenden sechs Monaten hat sich im Januar 2014 wenig verändert und bleibt entsprechend hoch. Der von der Credit Suisse (CS) und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnete ZEW-Indikator sinkt allerdings erstmals seit Mai 2013 leicht, und zwar um 3,0 auf +36,4 Punkte. Er liegt damit aber weiterhin sehr hoch, und zwar – abgesehen vom Dezember-Wert – auf dem höchsten Stand seit Mai 2010.

Der Anteil der Analysten, die auf 6-Monats-Sicht mit einer Verbesserung der Wirtschaftsbedingungen rechnen, ist im Berichtsmonat um 0,9 auf 43,2 Punkte gesunken. Eine Verschlechterung der Konjunktur in der Schweiz erwarten neu 6,8% der Befragen (+2,1). Der Anteil der Analysten, die im nächsten halben Jahr mit keiner Veränderung der wirtschaftlichen Situation rechnen, liegt derweil mit 50,0% weiter sehr hoch (-1,2). Der ZEW-Indikator ergibt sich aus dem Saldo der Antworten „Verbessern“ und „Verschlechtern“ (43,2 minus 6,8 = 36,4).

Die Konjunkturlage in der Eurozone wird derweil weiterhin als „schlecht“ eingeschätzt, wohingegen der Ausblick, den die befragten Analysten zeichnen, mit 60,4 Punkten (66,7) vielversprechend bleibt. Der erwartete Konjunkturaufschwung dürfte mittel- bis längerfristig auch der konjunkturellen Lage der Schweiz zugute kommen, wie es in der Begründung der CS-Ökonomen heisst.

Langfristige Zinserwartungen wieder gesunken
Die Zahl der Umfrageteilnehmer, die in den nächsten sechs Monaten steigende langfristige Zinssätze in der Schweiz erwarten, ist im Januar nach einem kleinen Hoch im Vormonat wieder gesunken. Grund für den höheren Wert im Dezember dürfte die Unruhe vor der Ankündigung der US-Notenbank gewesen sein, so die CS. Nachdem das Ausmass der ersten Drosselung der Anleihenkäufe nun aber feststehe und bekannt sei, dass von einer restriktiven Geldpolitik auch weiterhin nicht die Rede sein könne, seien die Erwartungen der Umfrageteilnehmer sowohl für die Schweiz wie auch für die USA wieder gesunken.

Insgesamt sind auch die Inflationserwartungen gegenüber dem Vormonat gesunken. Fast zwei Drittel der Befragten rechnen jedoch in den nächsten sechs Monaten mit einer gleichbleibenden Teuerung in der Schweiz. Die Einschätzung des EUR/CHF-Wechselkurses veränderte sich gegenüber dem Vormonat nur geringfügig. 11% der Befragten gehen neu von einer Frankenaufwertung aus, während 64% weiterhin eine stabile Entwicklung erwarten.

Langfristprognosen
Zu Jahresbeginn wurden die Analysten zudem nach ihren mittelfristigen Wachstums- und Inflationsprognosen gefragt. Im Durchschnitt rechneten die Befragten mit 2% Wirtschaftswachstum im Jahr 2014. Damit sind die Erwartungen gegenüber der Oktoberumfrage um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Dies unterstreiche die generell positiven Wachstumserwartungen für 2014 und entspreche dem generellen Konsens der Prognoseinstitute, heisst es. Bezüglich Inflationsrate erwarten die Experten für 2014 einen Anstieg auf 0,5% (2013: -0,2%), was geringfügig unter der Oktober-Prognose von 0,6% liegt. Ausserdem erachten die Analysten einen Zeitraum von weiteren ein bis zwei Jahren für am wahrscheinlichsten, bevor die Schweizerische Nationalbank (SNB) sich von der Wechselkursuntergrenze EUR/CHF verabschiedet.

Die Umfrage wurde vom 7. bis 20. Januar durchgeführt, wobei sich 44 Analysten daran beteiligten. (awp/mc/ps)

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