Dätwyler 2012: Umsatz und Gewinn gesteigert

Paul J. Hälg
Paul J. Hälg, CEO Dätwyler Gruppe.

Paul J. Hälg, CEO Dätwyler Gruppe.

Altdorf – Die Dätwyler Gruppe hat 2012 den Nettoumsatz um insgesamt 9.6% auf CHF 1‘414.2 Mio. gesteigert. Organisch resultierte ein Umsatzwachstum von 0.2%. Die operative Ertragskraft konnte im selbstgesetz­ten Zielband gehalten werden. Das Nettoergebnis erhöhte sich um 32.5% auf CHF 127.5 Mio. In diesem Betrag sind einmalige Gewinne von CHF 35.8 Mio. und einmalige Kosten von CHF 18.5 Mio. enthalten. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine erhöhte Dividende von CHF 2.60 pro Inha­beraktie (Ausschüttungsquote von 31.8%). Trotz weiterhin anspruchsvollem Umfeld bestätigt Dätwyler für 2013 das Zielband für den Betriebsgewinn vor allfälligen Einmalkosten von 10% bis 13%, bei einem geplanten Umsatz von rund CHF 1‘400 Mio.

Die Dätwyler Gruppe, ein fokussierter Industriezulieferer, hat 2012 den Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9.6% auf CHF 1‘414.2 Mio. (Vorjahr CHF 1‘290.5 Mio.) gesteigert. Dabei trugen die neu akquirierten Unter­nehmen CHF 129.9 Mio. oder 10.0% zum Umsatzwachstum bei. Anders als in der jüngsten Vergangenheit be­einflusste der negative Wechselkurseinfluss aus der Konsolidierung in Schweizer Franken mit CHF 8.3 Mio. oder -0.6% die Umsatzentwicklung nicht mehr so stark. Bereinigt um die Akquisitions- und Wechselkurseffekte resultierte 2012 für die bisherige Dätwyler Gruppe ein organisches Wachstum von 0.2%. Berücksichtigt man nur die weitergeführten Konzernbereiche Technical Components und Sealing Solutions, so erhöht sich das organi­sche Wachstum auf 1.6%.

„Die Dätwyler Gruppe hat 2012 mit den Portfolioveränderungen und den bedeutenden Akquisitionen wichtige strategische W eichen für die Beschleunigung des zukünftigen, profitablen Wachstums gestellt. Operativ erreich­ten wir trotz anspruchsv ollem Umfeld unsere Ertragsziele“, fasst CEO Paul Hälg das Geschäftsjahr 2012 zu­sammen.

Operative Ertragskraft im selbstgesetzten Zielband
Der Gewinnausweis 2012 der Dätwyler Gruppe ist durch positive und negative Sondereffekte geprägt. Insge­samt stieg der ausgewiesene Betriebsgewinn (EBIT) um 21.6% auf CHF 151.0 Mio. (Vorjahr CHF 124.2 Mio.). Das Nettoergebnis erhöhte sich um 32.5% auf CHF 127.5 Mio. (Vorjahr 96.2 Mio.). In diesen Zahlen ist ein ein­maliger Gewinn von total CHF 35.8 Mio. aus dem Verkauf eines Immobilienpakets in Uri (CHF 30.2 Mio.) und aus dem Verkauf des Konzernbereichs Cabling Solutions (CHF 5.6 Mio.) enthalten. Diesen positiven Einflüssen steht eine Reihe von negativen Sondereffekten gegenüber, welche den Gewinn einmalig belastet haben. Im Konzernbereich Technical Components sind dies die einmaligen Kosten für die Vorbereitung einer einheitlichen Infrastruktur (Logistik und IT) für Distrelec und Elfa sowie für die Integration von Display Elektronika und von Nedis. Der Konzernbereich Sealing Solutions verzeichnete im Wesentlichen einmalige Kosten für die Kon­zentration der Extrusionsfertigung in Deutschland sowie für das Hochfahren des neuen Werks in Indien. Dazu kamen letzte Restrukturierungskosten im Konzernbereich Cabling Solutions. Insgesamt beliefen sich die einma­ligen Kosten auf CHF 18.5 Mio. für die bisherige Gruppe und auf CHF 16.5 Mio. für die zukünftige Gruppe.

Vor Berücksichtigung der positiven und negativen Sondereffekte resultierte 2012 ein bereinigter EBIT von CHF 133.7 Mio. für die bisherige Gruppe und von CHF 125.6 Mio. für die zukünftige Gruppe. Die bereinigte EBIT-Marge für die bisherige Dätwyler Gruppe belief sich so auf 9.5% und für die zukünftige Gruppe auf 10.6%. So­mit hat Dätwyler als bisherige und als zukünftige Gruppe ihre eigenen Zielvorgaben für die EBIT-Marge von 9% respektiv e 10% trotz anspruchsvollem Umfeld im Distributionsgeschäft erreicht. Angesichts der vielverspre­chenden Zukunftsaussichten sowie der soliden Ertragskraft beantragt der Verwaltungsrat der Generalversamm­lung eine erhöhte Dividende von CHF 2.60 (Vorjahr CHF 2.20) pro Inhaberaktie und CHF 0.52 (Vorjahr  CHF 0.44) pro Namenaktie. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 31.8% (Vorjahr 35.3%).

Fokus auf wachstums- und margenstarke Bereiche
Die übergeordnete Dätwyler Strategie des nachhaltig profitablen Wachstums beruht auf der Kombination von organischem Wachstum ergänzt durch Akquisitionen. Im Berichtsjahr ist es gelungen, mit den Portfolioverände­rungen die Basis für beschleunigtes organisches Wachstum zu legen und gleichzeitig durch Akquisitionen die geografische Expansion in beiden Konzernbereichen weiter voranzutreiben. Durch den Verkauf des Konzernbe­reichs Cabling Solutions fokussiert Dätwyler ihre Wachstumsstrategie in Zukunft auf wachstums- und margen­starke Bereiche. Cabling Solutions erreichte im Geschäftsjahr 2012 zwar einen Nettoumsatz von CHF 229.4 Mio. und einen bereinigten EBIT von CHF 8.1 Mio. (3.5% EBIT Marge). Aus heutiger Sicht hat der Bereich innerhalb der Dätwyler Gruppe aber nur limitiertes Wertsteigerungspotenzial. Käuferin ist die Pema Holding AG, Hauptaktionärin der Dätwyler Holding AG. Durch die Transaktion sind CHF 95 Mio. aus früheren Dividenden wieder in den operativen Kreislauf der börsenkotierten Dätwyler Gruppe zurückgeflossen.

Steigerung der Innovationskraft und der Wettbewerbsfähigkeit
Zusätzlich zum Verkauf v on Cabling Solutions hat Dätwyler die beiden bisherigen Konzernbereiche Pharma Packaging und Sealing Technologies zum neuen Bereich Sealing Solutions zusammengeführt. Damit verein­facht die Gruppe die Konzernstruktur, steigert die Innovationskraft und nutzt die bestehenden Kompetenzen für beschleunigtes profitables W achstum. Die industrielle Logik lag vor allem in der Bündelung des Werkstoff- und Engineering-Know-hows sowie der Produktions- und Prozesskompetenzen. In einer ersten Phase will Dätwyler ihre führenden Wettbewerbspositionen in den bestehenden Marktsegmenten Pharma, Automotive und Civil Engineering weiter ausbauen. In einer zweiten Phase sollen durch organisches W achstum und durch Akquisi­tionen neue Märkte erschlossen werden.

Geografische Expansion dank Akquisitionen  
Neben den Portfolioveränderungen stand das Jahr 2012 in beiden Konzernbereichen auch im Zeichen von be­deutenden Akquisitionen. So ist Dätwyler im Konzernbereich Sealing Solutions durch die Übernahme der Phoe­nix Profilsparte mit einem Jahresumsatz von Euro 43 Mio. und rund 170 Mitarbeitenden per Anfang 2012 zu einem der weltweit führenden Anbieter für Spezial- und Tunnelprofile aufgestiegen. Und mit den beiden asiati­schen Unternehmen Zhongding Sealtech und Hankook Sealtech hat Dätwyler im Oktober ihre führende globale Position im Markt für hochpräzise Dichtungslösungen für die Automobilindustrie wesentlich ausgebaut. Die bei­den asiatischen Unternehmen beschäftigen zusammen rund 2‘000 Mitarbeitende und erwirtschaften einen Jah­resumsatz v on knapp CHF 100 Mio. Auch im Konzernbereich Technical Components konnte Dätwyler die geo­grafische Präsenz durch eine Akquisition deutlich verbreitern. Seit Anfang September gehört die holländische Nedis mit Vertriebsgesellschaften in zwölf europäischen Ländern zur Dätwyler Gruppe. Nedis beschäftigt rund 370 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund CHF 140 Mio.

Neu mit zwei starken Konzernbereichen
Durch die Portfolioveränderungen und die Akquisitionen im Berichtsjahr besteht die Dätwyler Gruppe neu aus den zwei starken Konzernbereichen Technical Components und Sealing Solutions. Während Sealing Solutions im Berichtsjahr in allen globalen Marktsegmenten eine rege Nachfrage verzeichnete, war Technical Compo­nents mit einer starken Abkühlung der Elektronik- und Industriekonjunktur in Europa konfrontiert. Dank den Ak­quisitionen konnte Technical Components 2012 den Nettoumsatz um 2.2% auf CHF 640.4 Mio. (Vorjahr CHF 626.4 Mio.) steigern. Organisch musste der Konzernbereich im Vergleich zum starken Vorjahr aber einen Um­satzrückgang v on 4.3% hinnehmen. Bei der bereinigten EBIT-Marge (vor einmaligen Kosten) führte das fehlen­de Umsatzv olumen zu einem Rückgang auf 9.0% (Vorjahr 11.5%). Sealing Solutions erarbeitete eine Nettoum­satzsteigerung v on 28.4% auf CHF 548.4 Mio. (Vorjahr CHF 427.1 Mio.). Das organische W achstum belief sich auf 10.2%. Dank der hohen Kapazitätsauslastung sowie der kontinuierlichen Verbesserungsmassnahmen zur Kostensenkung und zur Verminderung der W ährungsabhängigkeit konnte Sealing Solutions die bereinigte  EBIT-Marge (vor Sondereffekten) auf 12.4% (Vorjahr 11.0%) verbessern.

Aussichten: Gestärkte Finanzkraft und neue EBIT-Ziele  
Mit der neuen Gruppenstruktur will Dätwyler in Zukunft die attraktiven Wachstumschancen in den europäischen Distributionsmärkten und den globalen Dichtungsmärkten noch stärker nutzen. Zur Finanzierung des organi­schen Wachstums als auch v on weiteren Akquisitionen stehen genügend Mittel zur Verfügung. Per Ende 2012 beliefen sich die flüssigen Mittel auf CHF 248.5 Mio. und der Liquiditätsüberschuss nach Abzug der kurzfristigen Bankschulden betrug CHF 135.8 Mio. Durch die Konzentration auf margenstarke Bereiche kann Dätwyler ihre bisherigen EBIT-Ziele erhöhen. Für 2013 bestätigt die Gruppe das operative Zielband v or allfälligen Einmalkos­ten v on 10% bis 13%, bei einem geplanten Umsatz von rund CHF 1‘400 Mio. Dabei wird das Marktumfeld des auf Europa konzentrierten Konzernbereichs Technical Components äusserst anspruchsv oll bleiben. Der in glo­balen Marktsegmenten positionierte Konzernbereich Sealing Solutions sollte hingegen von der Wachstumsdy­namik in den Schwellenländern profitieren können. Bis 2017 strebt die Dätwyler Gruppe basierend auf ihren starken Marktpositionen einen Umsatz von CHF 2 Mrd. mit einer EBIT-Marge von 12% bis 15% an.  (Dätwyler/mc/ps)

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