Dätwyler konzentriert sich auf Dichtungsgeschäft

Dätwyler konzentriert sich auf Dichtungsgeschäft
Dätwyler-CEO Dirk Lambrecht. (Foto: Dätwyler)

Altdorf – Der Innerschweizer Mischkonzern Dätwyler fokussiert sich auf das margenstarke Dichtungsgeschäft. Die Distributionsbereiche für elektronische Komponenten werden daher verkauft. Daraus entsteht der Gruppe ein hoher, allerdings nicht-liquiditätswirksamer Verlust.

In Zukunft will die Dätwyler Gruppe nur noch das wachstums- und margenstarke Sealing-Geschäft betreiben, wie sie am Montagabend mitteilte. Die beiden Distributionsunternehmen Distrelec und Nedis würden daher an die deutsche Investmentgruppe Aurelius verkauft. Als Distributoren von elektronischen Komponenten haben Distrelec und Nedis 2018 zusammen mit rund 850 Mitarbeitenden einen Umsatz von rund 300 Millionen Franken erwirtschaftet.

Stillschweigen zu Bedingungen
Der Vollzug des Vertrags ist – vorbehältlich der Erfüllung der üblichen Vollzugsbedingungen – im ersten Quartal 2020 vorgesehen. Über Einzelheiten der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart, wie es heisst. Für den Verkauf des Onlinedistributors Reichelt will sich Dätwyler derweil Zeit nehmen, zur Wertoptimierung „weitere Optionen zu prüfen“.

Aurelius verfüge über langjährige Investitions- und Managementerfahrung und sei Eigentümer mehrerer Distributionsunternehmen, heisst es in der Mitteilung. Als „aktiver Investor mit langfristigem Investmenthorizont“ sei das Unternehmen auf Abspaltungen aus internationalen Konzerne spezialisiert.

Aurelius will die beiden Einheiten laut einer eigenen Mitteilung finanziell und operativ unterstützen, um einen nahtlosen Übergang der Geschäftstätigkeit zu ermöglichen. Ziel sei es, die übernommenen Einheiten zu „erfolgreichen eigenständigen Unternehmen zu entwickeln und auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zu bringen“.

Hoher Goodwill-Abschreiber
Bei der Dätwyler Gruppe ergibt sich durch diese Transaktion ein nicht-liquiditätswirksamer Verlust von rund 670 Millionen Franken. Dieser Betrag setzt sich den Angaben zufolge hauptsächlich aus Goodwill und aus der Realisierung der kumulierten Währungsumrechnungsdifferenzen der veräusserten ausländischen Gesellschaften zusammen.

Die Eigenkapitalquote werde nach dem Abschluss der Transaktion mit über 50 Prozent aber „weiterhin sehr solide“ sein. Somit sei man „bestens mit finanziellen Mittel ausgestattet, um die definierte Wachstumsstrategie umzusetzen“, schreibt Dätwyler.

Nicht überraschend
Der Verkauf kommt nicht ganz überraschend. Im vergangenen August hatte Dätwyler verlauten lassen, dass strategische Optionen, inklusive eines Verkaufs, geprüft würden. „Unsere Erwartungen waren höher“, sagte CEO Dirk Lambrecht damals an einem Call.

Dätwyler hat im vergangenen Geschäftsjahr 2018 mit 8100 Beschäftigten einen Umsatz von 1,36 Milliarden Franken (EBIT-Marge 12,5%) erzielt, im ersten Halbjahr 2019 waren es 706 Millionen. (awp/mc/pg)

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