Denner deckt sich im Ausland mit Nescafé Gold ein

Denner

(Screenshot denner.ch)

Zürich – Der Discounter Denner greift bei weiteren Markenartikeln auf den Parallelimport zurück und senkt damit den Verkaufspreis. Unter den elf Artikeln findet sich mit Nescafé Gold auch ein Produkt des Schweizer Nahrungsmittelmultis Nestlé. Denner-Mediensprecherin Grazia Grassi bestätigte auf Anfrage einen Artikel im «SonntagsBlick».

Parallelimporte sind ein verbreitetes Mittel, um die Produkte im Laden günstiger anbieten zu können. Ungewöhnlich ist allerdings, dass Denner mit Nescafé Gold ein Produkt eines Schweizer Herstellers im Ausland bezieht. Der Discounter rechtfertigt den Bezug über den grauen Markt, indem er Nestlé vorwirft, die Kursgewinne, die durch den starken Franken anfallen, nicht an die Detailhändler weiterzugeben.

Keine Lösung mit Nestlé und Ferreo gefunden
Denner gehe nur über den Parallelimport, wenn mit den Produzenten keine Lösung gefunden werden könne. «Dies war bei Nestlé und Ferrero der Fall.» Neben dem Nestlé-Kaffee bezieht Denner neu zehn Artikel des italienischen Süsswarenherstellers auf dem grauen Markt.

Beim Parallelimport werden die Produkte zu einem tieferen Preis im Ausland eingekauft, womit der vom Hersteller autorisierte Vertriebsweg umgangen wird. In Zeitungsinseraten preist der Discounter 200 Gramm Nescafé-Gold im Glas neu für 11,90 CHF statt wie bisher für 13,95 CHF an.

Verschiedene Rezepturen
Der Nescafé-Hersteller Nestlé betonte am Dienstag in einer Stellungnahme, den Detailhändlern stehe es offen, Produkte auf dem grauen Markt zu beziehen. «Nestlé behindert keine Parallelimporte». Das Unternehmen mit Sitz in Vevey VD wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die Rezeptur von Nescafé-Gold auf den jeweiligen Geschmack des Landes abgestimmt sei und dass deshalb in Europa 15 verschiedene Versionen des Produkts existierten. Ausländische Nescafé-Produkte wichen geschmacklich vom Schweizer Produkt ab.

Während sich Nestlé kulant zeigt, können die Markenhersteller gemäss Denner-Sprecherin Grassi die Lieferanten auf dem grauen Markt durchaus daran hindern, die Detailhändler zu beliefern. So habe etwa der deutsche Hersteller der Elmex-Zahnpasta deren Parallelimport in die Schweiz unterbunden, bis die Wettbewerbskommission (Weko) dieses Vorgehen im Jahr 2009 untersagt habe. (awp/mc/pg)

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