DKSH mit 7,6% höherem Umsatz im Halbjahr

Jörg Wolle
DKSH-Präsident Jörg Wolle. (Foto: DKSH)

DKSH-CEO Jörg Wolle. (Foto: DKSH)

Zürich – Der Zürcher DKSH-Konzern hat im ersten Halbjahr 2015 den Umsatz und den Gewinn deutlich gesteigert. Unzufrieden ist das Unternehmen hingegen mit den Resultaten des eigenen Uhrenwerkes im Jura, das nun verkauft werden soll. An den Zielen hält DKSH fest.

Beim Umsatz verbesserte sich DKSH um 7,6% auf 4,97 Mrd CHF. In Lokalwährungen hätte das Plus aber nur 5,6% betragen, abzüglich des Effekts aus Akquisitionen lediglich 5,0%. DKSH sei damit in einem anspruchsvollen Umfeld weiter gewachsen, teilt das Unternehmen, das Firmen bei der Expansion nach Asien berät und unterstützt, am Montag mit.

Thailand belastet Umsatz
Anspruchsvoll war die Situation vor allem in Thailand, wo zuletzt rund ein Drittel des Umsatzes erzielt wurde. Die schwache Konsumnachfrage in Thailand habe den Umsatz der Sparte «Konsumgüter» belastet, heisst es in der Mitteilung. Zudem sei in China und Hongkong eine schwächere Nachfrage nach Luxusgütern registriert worden. Entwicklungen in anderen Märkten hätten diese Effekte aber zum Teil kompensiert, weshalb der Umsatz der Sparte «Konsumgüter» dennoch um 4,2% (+2,6% in LW) zugenommen habe.

Abgesehen von der Sparte «Konsumgüter» entwickelte sich der Bereich «Healthcare» mit einem Umsatzplus von 12% (+8,6% in LW) sehr positiv; er ist inzwischen klar zum wichtigsten Segment von DKSH aufgestiegen. Die beiden anderen Bereiche «Spezialrohstoffe» (+1,3%; +6,6% in LW) und «Technologie» (-0,7%, -0,7% in LW) konnten nicht ganz mithalten.

Starker Franken als ein Grund
Der EBIT entwickelte sich im Vergleich zum Umsatz mit einem Plus von 6,2% auf 139,5 Mio CHF leicht unterdurchschnittlich. «Healthcare» und «Technologie» erzielten ein EBIT-Wachstum, «Konsumgüter» und «Spezialrohstoffe» mussten hingegen einen Rückgang hinnehmen

Der EBIT-Rückgang bei den «Konsumgütern» veranlasst das Management um CEO Jörg Wolle zum Handeln. So will sich DKSH von der eigenen Uhrenproduktion trennen. Die Nachfrage in Asien habe sich kontinuierlich schwächer entwickelt, auch wegen des starken Schweizer Frankens, heisst es zur Begründung. Nach Jahren mit überdurchschnittlicher Profitabilität sei das Geschäft deshalb in die roten Zahlen gerutscht.

Konkret handelt es sich bei der eigenen Uhrenproduktion in erster Linie um «Maurice Lacroix», wie ein DKSH-Sprecher auf Anfrage präzisiert. DKSH hatte im Sommer 2011 bekannt gegeben, dass es die Kontrollmehrheit am jurassischen Unternehmen mit einem damaligen Jahresumsatz von 70 Mio CHF und 200 Mitarbeitern erworben habe. Gemäss Communiqué soll der Verkauf bis Ende 2015 über die Bühne gehen.

Hoher Reingewinn auch dank Hedging-Effekten
Unter dem Strich weist DKSH für das erste Semester einen 16% höheren Gewinn nach Steuern von 105,9 Mio und einen 21% höheren Reingewinn (nach Minderheiten) von 110,4 Mio CHF aus. Diese guten Werte seien auch eine Folge positiver Währungsabsicherungs-Geschäfte, so der DKSH-Sprecher.

Mit den vorgelegten Zahlen hat DKSH die Erwartungen der Analysten beim Umsatz knapp verfehlt und beim Reingewinn übertroffen. Diese hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 5,04 Mrd CHF, einem organischen Wachstum von 6,3%, einem EBIT von 144,0 Mio CHF sowie einem Reingewinn (nach Minderheiten) von 103,9 Mio CHF gerechnet.

Ziele bestätigt
Zum Ausblick für das laufende Jahr gibt sich DKSH wenig konkret. Man halte an den Zielen fest, heisst es lediglich. Bislang wurde für 2015 ein dynamisches Nettoumsatzwachstum und ein zweistelliges EBIT-Wachstum zu konstanten Wechselkursen in Aussicht gestellt. Mittelfristig peilte DKSH bislang ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 8% und für den EBIT von 10% an.

Ausserdem gibt DKSH Veränderungen in der Geschäftsleitung bekannt. Stephen Ferraby übernimmt die Leitung des Bereichs Corporate Affairs. Marcel Schmid, der die Funktion bisher ausübte, verlässt DKSH auf eigenen Wunsch. Zudem wird Geschäftsleitungsmitglied Gonpo Tsering Ende Jahr pensioniert. (awp/mc/upd/ps)

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