DKSH verbreitet nach mässigem 2017 Zuversicht

Stefan P. Butz
Stefan P. Butz, CEO DKSH. (Foto: DKSH)

Zürich – DKSH hat im letzten Geschäftsjahr den Umsatz moderat und den Gewinn minimal gesteigert. Für das laufende Jahr strebt das Management höhere Wachstumsraten an. Zuversicht schöpft es nicht zuletzt aus aufgehellten Perspektiven im wichtigen Markt Thailand. Mittelfristig sollen sich zudem die Investitionen in Indonesien auszahlen.

Thailands Volkswirtschaft nimmt wieder Fahrt auf, nachdem die politischen Wirren der letzten Jahre auch ökonomisch geschadet hatten. „Das Geschäft hat Ende 2017 angezogen“, sagte DKSH-CEO Stefan Butz am Montag. Für den Konzern, der andere Firmen bei ihrer Expansion nach Asien unterstützt, ist Thailand mit einem Umsatzanteil von knapp einem Drittel ein Schlüsselmarkt.

Positiv sei vor allem, dass nun die thailändischen Konsumenten wieder optimistisch gestimmt seien, fügte CFO Bernhard Schmitt an. In der Nacht auf Montag wurde bekannt, dass das Konsumentenvertrauen im Land im Januar auf ein Mehrjahreshoch geklettert ist. Das ist für ein Unternehmen, das unter anderem Produkte europäischer und amerikanischer Konsumgüterhersteller vertreibt, eine gute Nachricht.

Konsumgütersparte rückläufig
Im letzten Jahr waren die Thailand-Umsätze von DKSH jedoch insgesamt noch rückläufig. Und dies bremste die Entwicklung des Gesamtkonzerns. So nahm der Umsatz nur um 4,8% auf 11,01 Mrd CHF (organisch: +3,7%) zu, obwohl in verschiedenen Ländern zweistellige Wachstumsraten verzeichnet wurden.

Vor allem die Konsumgütersparte, die ein Drittel zum Umsatz beisteuert, kam nicht auf Touren. Ihre Verkäufe gingen um 3,3% zurück. Wachstumslokomotive im DKSH-Verbund war hingegen einmal mehr die mit Abstand grösste Sparte Healthcare (Umsatzanteil: 55%), die den Umsatz um knapp 11% steigerte. Aber auch die beiden kleineren Sparten Technologie und Spezialrohstoffe setzten mehr um (+4,9%, +2,7%).

Höhere Dividende
Noch etwas verhaltener als beim Umsatz waren die Fortschritte bei den Gewinnkennzahlen. So nahm der EBIT um 1,4% auf 297,0 Mio CHF und der Reingewinn um 0,1% auf 213,3 Mio CHF zu. Betont wurde, dass das Luxusgütersegment nun nur noch knapp rote Zahlen schreibe.

Den Aktionären soll jetzt eine höhere ordentliche Dividende von 1,65 CHF je Papier (VJ 1,50) zufliessen. Im Vorjahr war allerdings zusätzlich zur ordentlichen Dividende eine Sonderdividende von 3,00 CHF je Aktie ausbezahlt worden. Diese fällt nun weg.

Erfolg nicht über Nacht
Für das laufende Geschäftsjahr 2018 peilt das Management nun ein erhöhtes Umsatz- und Gewinnwachstum an. Begründet wurde diese Zuversicht neben den Fortschritten Thailands mit dem „robusten Geschäftsmodell“ und einer „erfolgsversprechenden Produktpipeline“.

Mittelfristig erhofft sich das Management zudem viel vom Indonesien-Geschäft, das 2017 mit dem Kauf der dort ansässigen Gesellschaft PT Wicaksana gestärkt wurde. Der indonesische Markt sei gross, habe eine stark wachsende Mittelschicht und sei somit ein interessanter Absatzmarkt, so Butz. Der Erfolg werde sich jedoch „nicht über Nacht“ einstellen, räumte er ein.

Unverändert ist laut Butz die Situation zu Zuellig. Das Unternehmen sei einer der Hauptkonkurrenten im Healthcare-Segment. „Wenn die Gesellschaft auf den Markt kommt, werden wir das mit Interesse prüfen“, so der CEO. Derzeit sei sie aber seines Wissens nicht auf dem Markt, sondern nur ein 20%-Anteil vom Staatsfonds Singapurs. „Ein blosser 20%-Anteil ist für uns natürlich uninteressant.“

Frey tritt aus VR zurück
Im Verwaltungsrat kommt es im Übrigen zu einem prominenten Abgang. Rainer-Marc Frey steht nach zehn Jahren für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Das Gremium soll dafür mit Wirtschaftsprofessorin Annette Köhler und Beraterin Eunice Zehnder-Lai ergänzt werden.

Laut den Analysten erfüllte DKSH die Erwartungen. An der Börse notieren die Papiere zu Börsenschluss gleichwohl mit -1,9% im Minus. (awp/mc/pg)

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