Dorma+Kaba erzielt im Halbjahr Umsatzsteigerung

Riet Cadonau

Riet Cadonau, CEO Dorma+Kaba Holding AG. (Foto: Kaba)

Rümlang / Zürich – Das Sicherheitstechnologie-Unternehmen Dorma+Kaba hat im ersten Halbjahr nach der Fusion der beiden Firmen den Umsatz gesteigert. Der Gewinn wurde jedoch durch Integrationskosten belastet. Im Ausblick wird mit weiterem Wachstum bei gehaltener Profitabilität gerechnet, auch wenn das Marktumfeld in einigen Regionen «sehr anspruchsvoll» bleibe. Die Aktie gibt spürbar nach.

Das Management zeigte sich mit dem Start in das erste gemeinsame Geschäftsjahr zufrieden. «Trotz der laufenden Integration haben wir den Fokus weiter auf den Kundenbeziehungen halten können», sagte CEO Riet Cadonau an der Medienkonferenz am Montag.

Der konsolidierte Umsatz stieg um 2,6% auf 1,14 Mrd CHF und organisch betrug das Plus 1,8%. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA verbesserte sich um 9,4% auf 165,4 Mio CHF, womit die entsprechende Marge 14,3% betrug, nach 13,7% im Vorjahr. Auf Stufe EBIT resultierten 137,8 Mio nach 126,6 Mio.

Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn nach Integrationskosten von 67,1 Mio, verglichen zu 94,8 Mio im Vergleichszeitraum. Die Integrationskosten werden auf 34,8 Mio CHF beziffert. Im Gesamtjahr dürften diese am oberen Ende der ursprünglich genannten Spanne von 60 bis 70 Mio CHF ausfallen – «oder etwas darüber», so Cadonau.

Dorma für vier Monate konsolidiert
Die Fortschritte bei der Post-Merger-Integration seien beachtlich. «Wir haben alles, was wir als Meilensteine definiert haben, bis auf den Tag genau eingehalten», so der Unternehmenschef. Der Abschluss der Integration wird für Juni 2018 angestrebt. Das erwartete Synergiepotenzial bis dahin wird weiter mit 60 bis 70 Mio CHF angegeben.

Bei dem vorgelegten Zahlen handelt es sich um ein Pro-forma-Ergebnis, da Dorma und Kaba die Fusion erst per 1. September vollzogen haben. Darüber hinaus weist das Unternehmen die Werte aus, bei denen Dorma nur für vier Monate konsolidiert ist. Hier beläuft sich der Umsatz auf 947,6 Mio CHF, der EBIT auf 121,2 Mio und der Reingewinn auf 57,4 Mio.

Access Solutions mit guter Entwicklung in Amerika
Bei den insgesamt sechs Geschäftsbereichen des Unternehmens zeigt sich ein differenziertes Bild. Während bei Access Solutions AMER (Nord- und Südamerika) mit einem Pro-forma-Umsatz von 255,6 Mio CHF sehr gut in das Geschäftsjahr gestartet sei, habe sich das Marktumfeld in der Region APAC (Asien-Pazifik, Umsatz 186,4 Mio) weiterhin «sehr anspruchsvoll» gezeigt, heisst es.

Der Bereich AS DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz: Umsatz 386,1 Mio) sowie EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika,: Umsatz 357,8 Mio) hätten innerhalb ihrer Regionen jeweils unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen gesehen. Die Ergebnisse werden als «im Rahmen der Erwartungen» bezeichnet. Die EBITDA-Margen dieser vier Bereiche reichen von 20,3% bei AS AMER bis 7,9% bei AS EMEA.

Das Segment Key Systems entwickelte sich laut Dorma+Kaba im Berichtszeitraum ebenfalls entsprechend der Erwartungen und der konsolidierte Umsatz betrug 99,3 Mio CHF (EBITDA-Marge 16,1%). Das neu geschaffene Segment Movable Walls erreichte mit seinen Raumtrennsystemen einen Umsatz von 56,9 Mio (EBITDA-Marge 11,5%).

Das Unternehmen hat die Geschäftsfelder nach der Fusion neu strukturiert. Die vier regionalen AS-Segmente sind wiederum in einer Matrixstruktur unterteilt. Dabei übernehmen die Segmente jeweils die Verantwortung für bestimmte Produkt-Gruppen. So Ist beispielsweise AS AMER für Hotel-Systeme und Schlösser für Safes zuständig, AS DACH für Tür- und Schloss-Beschläge, Glassysteme im Innenbereich oder Zugangssysteme.

Organisches Wachstum erwartet – Profitabilität auf aktuellem Niveau
Für das Gesamtjahr 2015/16 gibt das Management eine erste Guidance ab. Auf einer vergleichbaren Pro-forma-Basis zu konstanten Wechselkursen wird organisches Wachstum erwartet. Die Profitabilität auf Stufe EBITDA-Marge soll auf dem Niveau des aktuellen Halbjahresergebnisses liegen, plus/minus 0,5 Prozentpunkte.

Das globale makroökonomische und geopolitische Umfeld wird weiterhin als herausfordernd und volatil eingeschätzt. Für Nordamerika wird eine gute, für Westeuropa eine weitgehend moderate wirtschaftliche Entwicklung erwartet. Sehr anspruchsvoll bleibe es jedoch in Asien-Pazifik, Osteuropa und auch Lateinamerika, so der Konzern weiter.

Die Analysten werteten das organische Wachstum von +1,8% als vergleichsweise niedrig. Die Aktien von Dorma+Kaba verloren in einem freundlichen Gesamtmarkt 1,2%. (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.