Doron Preis geht an Luftfahrt-Pionier Bertrand Piccard

Bertrand Piccard

Bertrand Piccard. (Foto: Solar Impulse | Revillard | Rezo.ch)

Zürich – Die Schweizerische Stiftung für den Doron Preis würdigt am 17. Februar 2015 drei Preisträger für ihr gesellschaftliches, wissenschaftliches und kulturelles Engagement. Prof. em. Dr. Ruedi Lüthy wird für seinen unermüdlichen Kampf für ein besseres Leben der HIV-Infizierten und Aids-Kranken in Simbabwe geehrt. Dr. Bertrand Piccard, Forscher und Luftfahrt-Pionier, erhält den Doron Preis für seinen persönlichen Einsatz für die nachhaltige Entwicklung und sein Projekt «Solar Impulse». Das «Musikdorf Ernen» erhält die Auszeichnung für das jährliche Festival, mit dem es seine Liebe zur Musik zelebriert. Die Doron Preise sind mit je 100’000 Schweizer Franken dotiert.

Prof. em. Dr. Ruedi Lüthy: Unermüdlicher Einsatz für Aids-Kranke in Simbabwe
Professor Ruedi Lüthy leitete während mehr als zwanzig Jahren die Abteilung für Infektionskrankheiten am Universitätsspital Zürich. Er ist einer der ersten und bedeutendsten Schweizer Aids-Spezialisten und war in den 80er-Jahren Mitbegründer des Sterbehospizes «Lighthouse» in Zürich.

Konfrontiert mit dem Leiden von HIV-Infizierten im südlichen Afrika, entschloss er sich, den Kampf gegen Aids vor Ort aufzunehmen. Er gründete 2003 die Organisation «Swiss Aids Care International». Die Stiftung betreibt seit 2004 eine ambulante Klinik für HIV-Infizierte und Aids-Kranke in Simbabwes Hauptstadt Harare. Heute behandeln Professor Lüthy und sein einheimisches Team in der Newlands Clinic rund 5‘500 Patienten, darunter vor allem Frauen und Kinder. Im klinikeigenen Ausbildungszentrum geben die Spezialisten ihr medizinisches Wissen weiter. Jährlich werden über 500 Pflegepersonen und Ärzte ausgebildet. «Swiss Aids Care International» unterstützt die Patienten auch über die HIV-Therapie hinaus mit ergänzenden Angeboten wie der Vorsorge von Gebärmutterhalskrebs oder der Nahrungsmittelabgabe.

Lüthy wurde 2003 zum Ehrendoktor der Universität Bern ernannt und 2005 mit dem Swiss Award in der Sparte Gesellschaft geehrt. «Mit seinem unermüdlichen Einsatz hat er das Leben vieler HIV-infizierter und aids-kranker Menschen nachhaltig verbessert und wesentlich zu einer erfolgreichen Bekämpfung der Krankheit in Simbabwe beigetragen», begründet der Stiftungsrat die Wahl des Preisträgers. Die Laudatio für den Preisträger hält alt Bundesrätin Ruth Dreifuss.

Bertrand Piccard: Visionär und Pionier des Solarflugs
Dr. Bertrand Piccard ist Psychiater, Forscher und Pionier in dritter Generation. Zusammen mit seinem Co-Piloten, Brian Jones, gelang ihm 1999 die erste Nonstop-Umrundung der Erde im Ballon. Er sieht sich nicht primär als Abenteurer, sondern als Erforscher des menschlichen Geistes. In seinen Büchern und Vorträgen setzt er sich beharrlich für eine nachhaltige Entwicklung, den Kampf gegen die Armut und die Förderung umweltfreundlicher Technologien ein.

Als Initiator des Projekts «Solar Impulse» verwirklicht Bertrand Piccard zusammen mit André Borschberg seinen Lebenstraum: Entwicklung, Bau und Pilotieren eines Solar-Flugzeugs, das ohne Treibstoff und ohne Schadstoffausstoss um die Erde fliegen kann. Das Projekt «Solar Impulse» demonstriert eindrücklich, wie umweltfreundliche Technologien zum Erhalt unserer natürlichen Ressourcen beitragen können. Ziel dieses Projekts ist es, das Bewusstsein in der Gesellschaft für mehr Energieeffizienz und für den Einsatz erneuerbarer Energien zu erhöhen, um die natürlichen Ressourcen unserer Erde zu schonen und für zukünftige Generationen zu erhalten. Nach 12 Jahren Forschung und Entwicklung soll die erste Weltumrundung in einem Solarflugzeug 2015 stattfinden.
Der Stiftungsrat betont: «Mit seinem einzigartigen Projekt «Solar Impulse» zeigt uns Bertrand Piccard auf, dass Pioniergeist und Innovation die Welt nachhaltig verändern können». Die Laudatio für den Preisträger hält alt Bundesrat Adolf Ogi.

«Musikdorf Ernen»: Ein Bergdorf feiert die Tonkunst
Inmitten einer umwerfend schönen Naturkulisse zelebriert das Dorf Ernen jährlich mit einem Festival die Liebe zur Musik. Den Grundstein zum «Musikdorf Ernen» legte 1974 der Pianist György Sebök mit Meisterkursen für Klavier und Kammermusik. Heute ist das 550 Seelen-Dorf in Goms im Oberwallis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seine Musikwochen.

Die einmalige Stimmung und Akustik in der alten Dorfkirche oder im historischen Tellenhaus bieten während der Klavierwoche und den Barock- und Kammermusikwochen den perfekten Rahmen für die erstklassigen Konzerte internationaler Virtuosen. In Seminaren kann sich das Publikum dank Fachleuten vertieft mit den gespielten Kompositionen auseinandersetzen. Den Musikern wird in den Meisterkursen die Möglichkeit geboten, ihr Können weiter zu vertiefen. Nicht nur die hochstehende Qualität des musikalischen Programms zieht das Publikum aus dem In- und Ausland Jahr für Jahr in das malerische Dorf. Ein Schreibseminar mit Grössen wie der Autorin Donna Leon, die die Laudatio für den Preisträger hält, und verschiedene literarische Rahmenprogramme runden das Angebot des Festivals ab.

«Mit seinem langjährigen Engagement für grossartige Konzertreihen hat das Musikdorf über all die Jahre einen bedeutenden Beitrag zur Musikkultur in der Schweiz geleistet», äussert sich der Stiftungsrat.

Der Doron Preis: 77 Preisträger in 30 Jahren
Dr. Georg Stucky, Präsident des Stiftungsrates, erklärt: «Seit 30 Jahren ehrt die Schweizerische Stiftung für den Doron Preis ausserordentliche Leistungen in den Bereichen Kultur, Gemeinwohl und Wissenschaft. Zu den bis heute 77 Preisträgern zählen Stiftungen, gemeinnützige Organisationen und Einzelpersonen in der Schweiz.»

Die Schweizerische Stiftung für den Doron Preis gehört zu den Rich Stiftungen. Die Rich Stiftungen unterstützten bis heute weltweit rund 4’000 Non-Profit-Projekte mit über 150 Millionen USD. (Schweizerische Stiftung für den Doron Preis/mc/pg)

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