Dufry arbeitet in China mit Alibaba zusammen

Julian Diaz
Dufry-CEO Julian Diaz. (Foto: Dufry)

Basel – Dufry will seine Präsenz im Reich der Mitte weiter stärken. Beim Ausbau der Geschäfte in China setzt der Reisedetailhändler auf eine Zusammenarbeit mit dem E-Commerce-Riesen Alibaba. Der chinesische Grosskonzern kauft sich gleichzeitig in das Basler Unternehmen ein und wird neuer Grossaktionär.

Am geplanten Joint-Venture-Unternehmen sollen Alibaba 51 Prozent und Dufry 49 Prozent halten, heisst es in einer Medienmitteilung vom Montag. Dufry werde sein Reisedetailhandelsgeschäft in China einbringen und Alibaba seinerseits die digitale Kompetenz und das Netzwerk beisteuern.

Ausbau in Asien
Mit der angekündigten Zusammenarbeit nimmt Dufry einen weiteren Anlauf zu einem substanziellen Ausbau der Geschäfte in Asien. „Es ist unser Ziel, das Wachstum in Asien und bei chinesischen Kunden weltweit auch mit der Unterstützung neuer digitaler Technologien vorantreiben“, lässt sich CEO Juliàm Diaz in der Meldung zitieren. Damit soll die innerhalb von Dufry unterrepräsentierte Region Asien mehr Gewicht erlangen.

Derzeit betreibt Dufry in China Geschäfte an den Flughäfen von Shanghai und Chengdu sowie in Macao und am neuen Bahnhof in Hongkong. Gerade im Duty-Free-Bereich wird der chinesische Markt jedoch von einheimischen Unternehmen dominiert. Hier könnte sich die angekündigte Zusammenarbeit mit Alibaba als Türöffner erweisen.

Neuer Grossaktionär
Bereits 2017 hatte sich Dufry beim Gastspiel der chinesischen HNA-Gruppe als Grossaktionär Impulse für die Geschäfte im asiatischen Markt versprochen. Mit den grassierenden Finanzproblemen von HNA, die 2019 im Ausstieg mündeten, hatten sich diese Hoffnungen aber verflüchtigt.

Mit Alibaba soll Dufry nun auch einen neuen Grossaktionär aus China erhalten. Im Rahmen der bereits angekündigten Kapitalerhöhung will sich Alibaba einen Anteil von bis zu 9,99 Prozent aber mindestens 8,5 Prozent am Basler Unternehmen sichern, so die heutige Mitteilung.

Im September hatte Dufry angekündigt, die US-Tochter Hudson wieder vollständig zu integrieren und von der US-Börse dekotieren zu lassen. Zu diesem Zweck beantragte der Verwaltungsrat damals frisches Kapital in Höhe von 500 Millionen Franken. Mit der heute angekündigten Transaktion erhöht sich dieser angestrebte Gesamtbetrag der Kapitalerhöhung auf rund 700 Millionen. Die ausserordentliche Generalversammlung soll wie geplant am (morgigen) 6. Oktober durchgeführt werden.

Aktie hebt ab
An der Börse werden die heutigen Neuigkeiten hoch erfreut aufgenommen. Bis am Abend legten die Dufry-Aktien um fast 20 Prozent auf 33,46 Franken zu. Seit Jahresbeginn büssten die Aktien des von der Coronakrise arg gebeutelten Reisedetailhändlers aber immer noch rund zwei Drittel an Wert ein.

Analysten loben den heutigen Schritt als sinnvoll und im Einklang mit der Wachstumsstrategie. Baader Helvea spricht sogar von „aufregenden“ Nachrichten. Der Deal untermauere die Überzeugung der beiden Parteien, dass sich die Tourismusindustrie wieder erholen werde. An den generell gedämpften Aussichten für die Flug- und Reisebranche ändere dadurch aber nichts. (awp/mc/pg)

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