Dufry: Leichtes Umsatzplus – Franken bremst

Julían Díaz
Dufry-CEO Julían Díaz.

Dufry-CEO Julían Díaz.

Basel – Der Reisedetailhändler Dufry hat im vergangenen Geschäftsjahr 2011 wegen des starken Frankens nur ein leichtes Umsatzplus erzielt. Zu konstanten Wechselkursen fiel dieses deutlich höher aus. Da Dufry auf grosse Einkaufstour gegangen war, blieb unter dem Strich etwas weniger übrig als im Vorjahr. Beim Ausblick ist das Unternehmen vage.

Der Umsatz stieg um 1,1% auf 2,64 Mrd CHF. Zu konstanten Wechselkursen wurde ein Plus von 17% erreicht. Der Bruttogewinn legte um 2,2% auf 1,54 Mrd zu, der EBITDA um 8,1% auf 370,9 Mio. Der EBIT wurde um 7,4% auf 212,5 Mio gesteigert. Unter dem Strich lag der Reingewinn nach Minderheiten und inklusive der Akquisitionen allerdings um 4% tiefer bei 111,9 Mio, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Erwartungen getroffen – Profitabilität verbessert

Mit den Zahlen hat Dufry die Erwartungen der Analysten erfüllt, nur der Reingewinn verfehlt die Schätzungen. Die Profitabilität wurde weiter gesteigert. Die Bruttomarge stieg um 70 Basispunkte auf 58,2%, die EBITDA-Marge legte um 100 BP auf ein Rekordniveau von 14,1% zu. Der Netto Cash Flow stieg um 6,4% auf 248,9 Mio CHF. Die Nettoverschuldung lag per Ende Dezember bei 1,36 Mrd CHF nach 1,40 Mrd per Ende September.

Flächenbereinigt wuchs der Umsatz um 7,5%. Dies sei angesichts der negativen Effekte durch die Unruhen in Nordafrika, den Schneestürmen in den USA und der Insolvenz der mexikanischen Fluggesellschaft Mexicana sehr stark, so Dufry. Akquisitionen trugen 6,7% zum Umsatz bei, neue Konzessionen und der Ausbau bestehender Standorte 2,3%. Insgesamt wurden rund 10’000 Quadratmeter neue Ladenfläche eröffnet. Unter anderem sei der erste Vertrag in Indien abgeschlossen worden.

Südamerika bleibt Topregion

Bei den Regionen war Südamerika erneut der Spitzenreiter mit einem Wachstum in Schweizer Franken um rund 24%. Zu konstanten Wechselkursen lag das Plus sogar bei gut 42%. Allein 23 Prozentpunkte waren davon den im August getätigten Akquisitionen in Argentinien, Uruguay und Ecuador zu verdanken. Aber auch das bestehende Geschäft habe sich mit zweistelligen Wachstumsraten gut entwickelt. Zum Jahresende seien einige Flughäfen in Brasilien sogar an die Kapazitätsgrenze gestossen.

Fast alle anderen Regionen verzeichneten in Franken einen Umsatzrückgang, in Lokalwährungen allerdings ein Plus. Einzig Afrika musste durch die politischen Unruhen sogar in heimischen Währungen ein Minus von fast 15% verkraften. In Ägypten und der Elfenbeinküste habe es Anzeichen einer Erholung gegeben, Tunesien sei allerdings das ganze Jahr beeinträchtigt gewesen. Marokko hingegen sei recht stabil.

Zweistelliges Wachstum in Russland
In Eurasien wiesen die Geschäfte in Russland ein zweistelliges Wachstum nach einem schwachen ersten Quartal auf. In Franken ging der Umsatz dennoch um 6% zurück. Europa gab um vergleichsweise leichte 2% nach. Besonders Frankreich und Spanien hätten sich gut entwickelt. In Mittelamerika und der Karibik sank der Umsatz um knapp 8%. Nordamerika wies einen Rückgang in Franken um rund 7% auf. Positiv sei die leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Situation und das konstante Passagierwachstum. Der Start war durch die starken Schneestürme an der Ostküste etwas gemischt.

Vager Ausblick

Mit dem Ausblick gibt sich Dufry gewohnt vage. Man sei gut positioniert für 2012, um weiter in der Region Eurasien zu expandieren, heisst es von CEO Julian Diaz in der Mitteilung. Die Priorität im laufenden Geschäftsjahr liege auf der Integration der neu übernommenen Aktivitäten. Diese hätten Raum für Wachstum. Mit Blick auf die internationale Passagierentwicklung sieht Dufry Aussichten für ein Wachstum um 5%. Die Schwellenländer dürften sich weiter gut entwickeln und Nordamerika habe sich als robust erwiesen. In Europa hingegen sei die Situation deutlich fragiler. Sollten die neuen politischen Strukturen in Nordafrika fortgeführt werden, seien auch hier die Wachstumsaussichten intakt.  (awp/mc/upd/ps)

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